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Transnationale Bildung in Meknès
Pioniere aus Marokko an der FH Aachen
Zum Wintersemester 2013/14 hat die erste Studierendengruppe aus Meknès/Marokko ihr Studium am Campus Jülich der FH Aachen aufgenommen. Die dreizehn Studierenden sind im Studiengang ''Angewandte Chemie'' immatrikuliert, der als transnationales Bildungsangebot mit Bachelor-Doppelabschluss von der FH Aachen zusammen mit der Université Moulay Ismaїl in Meknès angeboten wird.
Der Bachelorstudiengang ''Angewandte Chemie'' umfasst sechs Semester: Das Besondere an ihm ist, dass die Studierenden die ersten vier Semester an der Universität in Meknès verbringen und das Abschlussjahr im 5. und 6. Semester an der FH Aachen stattfindet. Der Unterricht erfolgt in Marokko in französischer und deutscher Sprache, in Deutschland ausschließlich auf Deutsch. Der Deutschlandbezug ist von Anfang an gegeben: Das Studienangebot orientiert sich an einem deutschen Lehrplan, es gibt intensiven Deutschunterricht und auch deutsche Dozenten und Professoren der FH Aachen, die so genannte ''Fly-in-Faculty'', unterrichten in Marokko. Unter anderen ist der Projektleiter Prof. Dr. Thomas Mang, Leiter des Instituts für Angewandte Polymerchemie im Fachbereich Chemie und Biotechnologie am Campus Jülich, regelmäßig vor Ort in Meknès. Das ''Made in Germany'' wird zudem durch den immensen Praxisbezug des Studiengangs deutlich: Die Orientierung am deutschen Fachhochschulmodell kommt auch hier – wie in anderen TNB-Projekten in der MENA-Region – zum Tragen. Da dieses praxisnahe Hochschulmodell in Marokko noch wenig bekannt ist, weckt dieses Angebot auch das besondere Interesse der Wirtschaft und der Industrie: Das Projekt wird sowohl von der deutschen als auch von der marokkanischen Industrie unterstützt und begleitet – und zeigt dadurch bereits jetzt den Bedarf und die Marktrelevanz des angebotenen Studiengangs vor Ort in Marokko.

Während des Abschlussjahres in Jülich werden die Studierenden nicht nur intensiv im Rahmen des theoretischen Fachstudiums auf den Abschluss und die Bachelorarbeiten vorbereitet; sie erhalten auch eine intensive praktische Ausbildung im Laborbereich und absolvieren ein Praktikum. Darüber hinaus werden sie ihre Deutschkenntnisse weiter vertiefen, damit sie Ende 2013, Anfang 2014 die zweite Stufe der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH 2) ablegen können und somit offiziell als Studierende an der FH Aachen anerkannt werden.

Angehende ''Botschafter'': Die Studierenden aus Meknès sind sich ihrer Chancen bewusst
Angehende ''Botschafter'': Die Studierenden aus Meknès sind sich ihrer Chancen bewusst
© Houssam Elbasri
Außerordentlich motiviert
Die Studierendengruppe, die am Campus Jülich vor kurzem als erste das Studium im Abschlussjahr aufgenommen hat, ist außerordentlich motiviert und spricht zudem zum Großteil sehr gut Deutsch. Den jungen Menschen ist bereits klar geworden, dass sie als erste ''Kohorte'' und Pioniere dieses bedeutenden Studienprojektes eine wichtige Funktion für ihr Land und als Multiplikatoren für die künftigen Studierendengenerationen innehaben: Sie werden nicht nur als Ansprechpartner, sondern auch als ''Botschafter'' für das Projekt dienen und als Mediatoren zwischen den beiden beteiligten Ländern tätig sein. Zugleich werden sie durch eine erfolgreiche Integration in den marokkanischen Arbeitsmarkt die Weichen stellen für eine erfolgreiche Implementierung des Studienprojekts in die marokkanische Hochschullandschaft. Die Studierendengruppe wünscht sich, dass noch mehr derartige deutsch-marokkanische Studienangebote initiiert werden, manch einer träumt sogar von einer deutsch-marokkanischen Hochschule. Ein möglicher Schritt in diese Richtung ist die Beantragung eines weiteren Studiengangs seitens der FH Aachen.

Erfolgversprechendes deutsch-marokkanisches Beispiel
''Das Projekt 'Angewandte Chemie' zwischen der FH Aachen und der Université Moulay Ismaїl in Meknès ist ein sehr gelungenes Beispiel der Zusammenarbeit deutscher Hochschulen mit ausländischen Partnern nach dem Modell transnationaler Bildungskooperationen; darunter versteht man das Angebot deutscher Studiengänge im Ausland. Weltweit haben diese Angebote große Nachfrage. Bereits über 20.000 Studierende sind in solchen deutschen Studienangeboten eingeschrieben, viele davon in der arabischen Welt. Ein besonderes Merkmal des deutschen Ansatzes ist die partizipatorische Herangehensweise, die in unserem erfolgversprechenden deutsch-marokkanischen Beispiel in einen Doppelabschluss mündet'', so Dr. Stephan Geifes, Leiter der Gruppe ''Hochschulprojekte im Ausland'' beim DAAD.

Das Studienangebot ''Angewandte Chemie'' wird im Projektzeitraum 2011-2014 durch den DAAD im Programm ''Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland'' mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Zur allgemeinen Projektförderung kommt eine Förderung im Rahmen von Sur-Place-Stipendien sowie Sprachkursen hinzu; die entsprechenden Fördermittel stellt das Auswärtige Amt bereit.

Autorin: Isabell Mering

Veröffentlichungsdatum: 24.10.2013
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