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Neue Serie zum Wettbewerb "Internationale Hochschule"
Helle Leuchttürme für Studierende
Aus Köln, Cottbus und Bremen kamen die drei Finalisten des Wettbewerbs um den Titel "Internationale Hochschule 2012". In einer neuen Serie stellt das DAAD-Online-Magazin ausführlich die vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem DAAD gewürdigten Strategien für den Studienerfolg ausländischer Studierender vor. An der Fachhochschule Köln werden die Studierenden schon beim Start des Studiums besonders unterstützt.
Vielfalt des Essens, Vielfalt des Studiums
Vielfalt des Essens, Vielfalt des Studiums
© Fachhochschule Köln
Im „Café Himmelsblick“ ist aufgetischt: Eine bunte Auswahl an Vorspeisen, mehrere Hauptgänge und Desserts laden in der Cafeteria der Fachhochschule Köln zum Speisen ein. Aber das ist kein normales Angebot. Gekocht haben Studierende aus aller Welt, die gegeneinander zu einem Kochduell angetreten sind. Vor zwei Jahren hat die Brasilianerin Rojanne Tschonka Wienbeck das interkulturelle Kochduell gewonnen. „Damals habe ich bei vielen ähnlichen Gelegenheiten schnell Freunde und Freude am Studium gefunden.“ Heute steht die 26-Jährige kurz vor ihrem Bachelorabschluss in Betriebswirtschaft.

Kochduelle, Fußballturniere, Fotowettbewerbe oder internationale Kulturabende mit Tanz, Gesang und Theater, aber auch Bibliotheksführungen, Sprach- oder Mathematikkurse, Bewerbungstrainings und Ausflüge in die Stadt, begleitete Besuche beim Ausländeramt oder Informationsabende zu Mietverträgen und Behördendeutsch – mehr als 20 integrative und informative Veranstaltungen zum „Akademischen Leben“, zum „Berufsleben“ oder zu „Community“ bietet an der FH Köln der „ABC-Pass“. Studienanfänger im Bachelor-Bereich bekommen ihn bei ihrem ersten Besuch im International Office (IO). 2010 startete das IO-Team der Fachhochschule ein aufwändiges Projekt im Rahmen des DAAD-Programms zur Förderung der Integration ausländischer Studierender (PROFIN).

Auf allen Ebenen gut studieren
Mindestens neun Veranstaltungsangebote aus ihrem ABC-Pass sollten die internationalen Studierenden besuchen. Dafür gibt es Stempel und fleißige Sammler erhalten am Ende eine finanzielle Unterstützung für die Bachelor-Arbeit. Ein Anreiz, der wirkt: „Ich habe alle Stempel gesammelt“, lacht Rojanne Tschonka Wienbeck. Vor allem die Einführungen in den Umgang mit den Datenbanken der Bibliothek seien für die meisten von zentraler Bedeutung gewesen, erzählt die Brasilianerin. „Viele fanden sich vorher gar nicht zurecht und auch ich hätte ohne diese frühe Hilfe auf allen Ebenen nicht so gut studieren können.“

Wertvoller Austausch: Kommilitonen beim Kochduell
Wertvoller Austausch: Kommilitonen beim Kochduell
© Fachhochschule Köln
Enge persönliche Betreuung
Nicht nur das umfangreiche Veranstaltungsangebot hilft den Studienanfängern bei der Integration. Mentoren aus der älteren Studierendenschaft begleiten die Neuen vom ersten Tag an für zwei Semester. „Wir Mentoren teilen uns einen Computerarbeitsplatz und sind dort immer ansprechbar, wenn es etwa Schwierigkeiten im Studium oder auch bei der Suche nach Wohnungen gibt“, sagt Olga Yaskunova aus Russland, die gerade ihre Bachelorarbeit beginnt. Sie kennt die vielen Fragen aus der eigenen Anfangszeit, hat sehr gute Erfahrungen mit dem IO gemacht und betreut nun freiwillig selbst zehn Studienanfänger aus dem Ausland.

Fröhliche Wissenschaft: Die Fachhochschule Köln weiß, wie's geht
Fröhliche Wissenschaft: Die Fachhochschule Köln weiß, wie's geht
© Fachhochschule Köln
Auf insgesamt drei Ebenen siedelt die Fachhochschule Köln ihr Betreuungsangebot an – „drei Leuchttürme für unsere internationalen Studierenden“, sagt Elisabeth Holuscha, die das IO an der Fachhochschule Köln leitet. Neben ABC-Pass und Mentorenprogramm arbeitet das IO-Team eng mit den Fakultäten und Lehrkräften zusammen. Für Fach- und Projektarbeiten werden inzwischen bewusst mehrkulturelle Teams zusammengesetzt. Über Vertrauensdozenten an allen Fakultäten und Mentoren fließen außerdem Informationen über Probleme regelmäßig zurück an das IO-Team. „Unsere Sorgen werden von allen Seiten sehr ernst genommen“, sagt Rojanne Tschonka Wienbeck – und das stärke das Selbstbewusstsein und damit den Studienerfolg enorm. Schließlich pflegt das IO-Team auch mit den Verwaltungskräften der Hochschule regen Austausch über Herausforderungen im Umgang mit internationalen Studierenden. Fortbildungen und interkulturelle Schulungen für die Mitarbeiter bauen hier ebenfalls Hürden ab.

Weitere Informationen
„Sanfter Zwang mit symbolischem Vertrag“
Interview mit Elisabeth Holuscha,
Leiterin des International Office an der Fachhochschule Köln

Die Fachhochschule Köln verschickt den Studierendenausweis nicht an internationale Studierende, sondern nur an deutsche Studierende – warum?

Elisabeth Holuscha: Wir haben diese Änderung innerhalb des PROFIN-Projektes bewusst veranlasst. Der Ausweis für Studierende aus dem Ausland, die zu einem Vollzeitstudium für den Bachelorabschluss erstmals zu uns kommen, wird jetzt nur noch persönlich im International Office ausgehändigt. Das mag wie eine Benachteiligung erscheinen, ist aber ein großer Vorteil. Wir nennen es sanften Zwang. Denn die Studienanfänger gehen auf diese Weise ihren ersten Schritt durch unsere Tür. Das war das Ziel. Dahinter steht die Erkenntnis: Wenn der Kontakt zu einer helfenden Stelle gleich zu Beginn hergestellt ist, kommt man da immer wieder hin, wenn es Probleme gibt.

Der Ausweis wird nicht einfach nur beim International Office hinterlegt. Was geschieht bei diesem ersten Kontakt?

Wir führen mit den internationalen Studienanfängern ein persönliches Willkommensgespräch und informieren sie darin ausführlich über unsere Programme zu ihrer Unterstützung. Die Studierenden erhalten bei uns ihren ABC-Pass mit dem extra auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Veranstaltungsprogramm, bekommen Kontaktdaten und ihren persönlichen Mentor zugewiesen. Kernstück des Gesprächs ist dann eine Vereinbarung: Wir garantieren ihnen unsere volle Unterstützung und sie versprechen uns, die Angebote auch wahrzunehmen. Diese Kooperation unterschreiben beide Seiten symbolisch. Seit Beginn des PROFIN-Projektes 2010 haben wir 500 „Verträge“ unterzeichnet.

Welche Einsicht und Strategie stecken hinter allen Aktivitäten?

Für den Studienerfolg der internationalen Studierenden ist ihre fachliche und soziale Integration entscheidend. Diese Einsicht wurde im Entwicklungsplan der Fachhochschule Köln verankert. Vor der größten Herausforderung stehen dabei jene jungen Studierenden, die für lange Zeit das erste Mal an eine deutsche Hochschule kommen. Sie erfahren deshalb bei uns eine umfassende Integration in Bezug auf die Hochschule, die Gesellschaft und eine potenzielle Arbeitswelt. Das ist für alle Beteiligten das gemeinsame Ziel.

Autorin: Bettina Mittelstraß
Veröffentlichungsdatum: 07.03.2013
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