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Afghanischer Hochschulminister besucht den DAAD und deutsche Partneruniversitäten
Auf Einladung des DAAD ist der neue afghanische Hochschulminister Prof. Dr. Obaidullah Obaid gemeinsam mit einer Delegation nach Deutschland gereist. In Bonn, Gießen, Bochum und Berlin informierte er sich vom 13. bis 16. November über die langjährige Zusammenarbeit zwischen afghanischen und deutschen Hochschulen und zeigte sich von den bisher erreichten Ergebnissen beeindruckt. In einer abschließenden Gesprächsrunde im Auswärtigen Amt bekräftigte er seinen Wunsch, die erfolgreiche Kooperation mit dem DAAD und seinen Mitgliedshochschulen auch in der nächsten Dekade fortzusetzen.
DAAD-Vizepräsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee übergibt dem Afghanischen Hochschulminister Prof. Dr. Obaidullah Obaid die Justus-Liebig-Gedenkmedaille
DAAD-Vizepräsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee übergibt dem Afghanischen Hochschulminister Prof. Dr. Obaidullah Obaid die Justus-Liebig-Gedenkmedaille
© DAAD
Gemeinsam mit seiner Delegation, der neben drei Abteilungsleitern seines Ressorts auch der Präsident der Universität Balkh, Prof. Dr. Allokozai angehörte, führte der Minister Gespräche im DAAD, mit den Präsidenten und Rektoren der besuchten Universitäten sowie exemplarisch mit den Fachkoordinationen Geologie (Universität Bonn), Geographie (Universität Gießen), Informationstechnologie (Technische Universität Berlin), sowie Wirtschaftswissenschaften und Deutsch (beide Universität Bochum), die der DAAD seit zehn Jahren mit Mitteln des Auswärtigen Amtes im Rahmen des Sonderprogramms „Stabilitätspakt Afghanistan“ unterstützt.

Dabei ging es nicht nur um die Präsentation aktueller Leistungen wie des fast fertig gestellten ersten „National Atlas of Afghanistan“ oder der erfolgreich laufenden Masterprogramme für afghanische Wirtschafts- und Informatikdozenten. Gegenstand der Gespräche war auch, wie die deutsch-afghanische Zusammenarbeit in der sogenannten „Transformationsdekade“ bis 2025 fortzusetzen sei. Ausgangspunkt der Überlegungen sind die voraussehbaren Veränderungen, die sich für die deutsch-afghanische Zusammenarbeit nach 2014 ergeben werden: die bis dahin erfolgende weitgehende Reduzierung der internationalen militärischen Präsenz in Afghanistan, die Übergabe der Regierung an einen künftigen Nachfolger des jetzigen Staatspräsidenten Hamid Karzai, der gemäß der afghanischen Verfassung keine weitere Amtszeit mehr anstreben kann, und das planmäßige Auslaufen des Sonderprogramms „Stabilitätspakt Afghanistan“. Fest steht, dass die Bundesregierung den zivilen Aufbau in Afghanistan auch nach 2014 mit ungemindertem Einsatz unterstützen will.

Im Gespräch: die afghanische Delegation zu Besuch im DAAD
Im Gespräch: die afghanische Delegation zu Besuch im DAAD
© Michael Jordan
Der Minister dankte der deutschen Regierung und dem DAAD für die bisherige Unterstützung und gab im Verlauf seines Aufenthaltes immer wieder seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Hochschulsektor im Rahmen der deutschen Aufbauhilfe eine hohe Priorität erhalte, da Hochschulbildung der Schlüssel für die Nachhaltigkeit des zivilen Aufbaus in Afghanistan sei. Besonders benötigt werde eine erhebliche Steigerung der Zahl von Master- und PhD-Absolventen, um eine hohe Qualität und damit auch die internationale Anerkennungsfähigkeit der afghanischen Hochschulbildung zu erreichen. Da die afghanischen Hochschulen die starke Nachfrage nach Studienplätzen nicht befriedigen könnten, seien Community Colleges nötig, die alternativ auch den Weg in die Berufsbildung bahnen. Auch für die Reformierung des Hochschulzulassungsverfahrens (Kankor) und die Ermöglichung von Hochschulautonomie sei eine beratende deutsche Unterstützung erwünscht. Als besonders hoffnungsvoll bewertete der Minister den gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin erstellten Entwurf einer landesweiten akademischen IT-Strategie, die ein Netzwerk afghanischer Hochschulen anstrebt, das dem hohen Ausbildungsbedarf künftig auch durch Fernlehrangebote entgegen kommen könnte. Diese könnten in ihrer Summe die Plattform einer „Virtuellen Deutsch-Afghanischen Hochschule“ ergeben.

Mit einem vom Auswärtigen Amt organisierten Runden Tisch zur Bildung in Afghanistan und einer vorgeschlagenen Kabuler Konferenz mit den afghanischen Hochschulrektoren sollen die konstruktiven Gespräche im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Veröffentlichungsdatum: 22.11.2012
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