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Transnationale Bildung |
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Perspektiven für Studierende, Hochschulen und Unternehmen |
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Seit mehr als zehn Jahren fördert der DAAD transnationale Studienprogramme und Hochschulgründungen im Ausland. Seitdem haben sich Bildungsangebote nach deutschem Standard in vielen Ländern erfolgreich entwickelt. Vor welchen Herausforderungen grenzüberschreitende Bildungsangebote stehen, diskutierten die rund 200 Teilnehmer von Hochschulen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen bei der Tagung "Mit Bildung über Grenzen – Chancen und Herausforderungen transnationaler Bildung", zu der der DAAD gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft nach Berlin eingeladen hatte.
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Die Teilnehmer der Tagung diskutierten über grenzüberschreitende Bildung
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| © DAAD / Stefan Zeitz |
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Aktuelle Anlässe, um Bilanz zu ziehen, gibt es genug: Die German University in Cairo (GUC) feiert dieses Jahr ihren zehnten Jahrestag; der neue Campus der German Jordanian University (GJU) wurde gerade vom jordanischen König Abdullah II. eröffnet. Internationalisierung ist ein Trend, der viele Interessen vereint. Er bringt Studierende und Hochschulen im In- und Ausland zusammen, stärkt internationale Beziehungen zwischen den Ländern und ist nicht zuletzt für die Wirtschaft entscheidend.
So betonte Dr. Arend Oetker, Präsident des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und Mitglied des Board of Trustees der GUC, wie wichtig es für Deutschland als Exportnation sei, die Märkte im Ausland zu verstehen. Grenzgänger, die in ihrem Studium an einer deutschen Universität im Ausland die deutsche Kultur und Sprache kennengelernt hätten, könnten wichtige Vermittler sein. Jane Knight, Professorin an der Universität Toronto, die seit langem die Internationalisierung der Hochschulbildung in Europa, Nordamerika, Afrika, Asien und Lateinamerika erforscht, erläuterte in ihrem Überblicksvortrag Trends und Entwicklungen der akademischen Mobilität. Sie zeigte zudem die Fallstricke von Studienangeboten im Ausland auf. „Es ist wichtig, die lokalen Gegebenheiten zu berücksichtigen“, betonte sie.
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Der Auftakt der Tagung gehörte mit Statements von DAAD-Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland und Dr. Thomas Kathöfer, Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz, der Standortbestimmung des deutschen Modells der transnationalen Bildung und seiner wachsenden Bedeutung für die Hochschulen. Rund 20.000 Studierende absolvieren derzeit fern von Deutschland einen deutschen Studiengang. Dabei unterscheidet sich das deutsche Modell deutlich von anderen Modellen der transnationalen Bildung: Es ist kooperativ angelegt und basiert auf Partnerschaften mit ausländischen Hochschulen; mehrheitlich liegt der Schwerpunkt auf ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächern. Anders stellt sich das bei britischen oder amerikanischen Universitäten dar, die mit ihren Studienangeboten im Ausland stärker ein Business-Modell verbinden.
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Mitarbeiter von Hochschulprojekten aus der ganzen Welt präsentierten in Berlin ihre Studiengänge und Einrichtungen
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| © DAAD / Stefan Zeitz |
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Viele der Tagungsteilnehmer arbeiten in internationalen Hochschulprojekten oder wollen künftig eigene Projekte initiieren. Ihnen ging es jenseits der politischen und strategischen Ausrichtung grundsätzlich ums Netzwerken und den Austausch von Erfahrungen. Ein Vertreter der German University in Cairo brachte es auf den Punkt: „Wir wollen erfahren, wie die anderen arbeiten“. Dazu gab es reichlich Gelegenheit: Zahlreiche vom DAAD geförderte Hochschulprojekte aus der ganzen Welt präsentierten ihre Studiengänge und Einrichtungen. Während der Pausen blieb Zeit zum Austausch: „Viele Teilnehmer haben Fragen zur Studienorganisation, zum Sprachenkonzept und zu den Praktika, die die Teilnehmer in Deutschland machen“, erklärte Christof Mühlberg vom deutschen Projektbüro der German Jordanian University, die mit über 70 deutschen Partnerhochschulen kooperiert.
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Relevanz von Sprachkonzepten
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Darüber hinaus gaben die vier Workshops der Tagung den Teilnehmern Anregungen aus „best practice“-Beispielen. Etwa, wie man den Brückenschlag zur Wirtschaft schaffen kann und dabei auch mittelständische Unternehmen für ausländische Studienkooperationen interessiert. Gerade für den Mittelstand wird es immer wichtiger, im Ausland auf gut ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen zu können. Duale Studien spielen eine wichtige Rolle. Außerdem gaben die Workshops einen Einblick, wie das Lehrpersonal zusammengesetzt werden sollte und welche aktuelle Bedeutung das Lernen mit neuen Medien hat.
Vor allem fehlende Sprachkonzepte könnten ambitionierte Studienprojekte in Schwierigkeiten bringen. Professor Uwe Koreik von der Universität Bielefeld stellte in einem der Workshops idealtypische Konzepte vor, die die verschiedenen Sprachniveaus der Studierenden berücksichtigen. Vielen Studierenden bereite das intensive Sprachenlernen neben dem Fachstudium Schwierigkeiten. Neben Englisch und Deutsch – das wichtig sei, um später das Studium in Deutschland fortzuführen oder Praktika zu absolvieren – ginge es auch darum, die jeweiligen Fachsprachen zu erlernen. Das könnten die Studierenden nur mit guten Lehrern. Entscheidend sei, so Koreik, die Dozenten und auch die Lehrer für Deutsch als Fremdsprache für die Fachsprachen zu sensibilisieren und weiterzubilden.
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Margret Wintermantel: "Internationalisierung ist eine strategische Herausforderung"
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| © DAAD / Stefan Zeitz |
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Engagement der BRIC-Staaten
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Und wie sehen die Perspektiven für Bildung Made in Germany aus – auch angesichts einer großen internationalen (englischsprachigen) Konkurrenz? Bei der abschließenden Podiumsdiskussion machte die Präsidentin des DAAD, Professorin Margret Wintermantel, deutlich, wie wichtig es sei, Studierende zu Weltbürgern auszubilden, die auf die globalisierte Welt gut vorbereitet sind. Es sei eine wichtige Aufgabe des DAAD, die Studierenden, aber auch die Hochschulen dabei zu unterstützen, Partnerschaften in aller Welt einzugehen. „Internationalisierung spielt eine große Rolle, ist aber auch eine strategische Herausforderung“, sagte Wintermantel.
Dr. Anna Prinz vom Auswärtigen Amt betonte, dass neben Nordafrika und Asien das Engagement in den BRICS-Staaten wie etwa in Brasilien zunehme. Klar sei, dass die Hochschulen Geld und Strukturen bräuchten, um die stärkere internationale Vernetzung realisieren zu können. „Hier gibt es Nachholbedarf“, sagte sie. Auch wenn internationale Projekte an den Hochschulen noch nicht selbstverständlich sind, zog Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), eine positive Bilanz und wies den Weg in die Zukunft: Neue Programme sollten die Universitäten und Fachhochschulen in ihrer Profilbildung unterstützen.
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Autorin: Kerstin Schneider |
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Veröffentlichungsdatum: 29.10.2012 |
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© DAAD |
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