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"Welcome to Africa"-Serie |
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Bantusprachen im Netz |
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Sprache bewahren, mit den Mitteln des Internets: Mit detektivischem Gespür tragen Sprachforscher im "Welcome to Africa"-Projekt SeLA die Grundlagen für elektronische Wörterbücher zusammen. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Aspekt des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Programms.
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In Südafrika gibt es elf offizielle Landessprachen. Seit 1994 zählen neben dem Englischen und dem Afrikaans auch neun Bantusprachen dazu. Dieses Nebeneinander verschiedener Sprachen sorgt durchaus für Verwirrung – zumindest im wissenschaftlichen Betrieb. „An den Universitäten sind viele Muttersprachler, die Zulu und Sotho sprechen und oft Mühe haben, die Fachterminologie der Dozierenden zu verstehen“, sagt Ulrich Heid, Professor am Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim. Das deutsch-afrikanische Forschungsprojekt „SeLA – Scientific e-Lexicography for Africa“, das im Rahmen des DAAD-Programms „Welcome to Africa“ vom BMBF unterstützt wird, nutzt die technischen Mittel des Internets: Bis 2015 sollen elektronische Wörterbücher in den Landessprachen im Netz sein, die einen literatur- und sprachwissenschaftlichen Grundwortschatz zwischen 2000 und 3000 Wörtern umfassen, Übersetzungen ebenso wie kleine Erläuterungen.
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Die University of Pretoria (im Bild das Verwaltungsgebäude) zählt zu den Hochschulen, die mit der Universität Hildesheim kooperieren
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| © Mike-Prins |
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„Unsere Aufgabe ist es, Fachtermini und Redewendungen von Sprache griffig darzustellen“, sagt Projektleiter Heid. Sprachtechnologen und Computerlinguisten aus Hildesheim und den vier südafrikanischen Partnerhochschulen University of Pretoria, University of South Africa, University of Stellenbosch und University of Namibia arbeiten dabei Hand in Hand. Geplant sind regelmäßige Kompaktkurswochen vor Ort in Pretoria, Workshops zum Projektstand, interkulturelle Trainings und der enge Austausch über deutsch-afrikanische Studierenden-Tandems. Leitidee des Forschungsprojekts ist das Prinzip „Information on Demand“: „Wir schütten den Nutzern nicht alles, was wir wissen, vor die Füße, sondern portionieren die Informationen so, dass der Nutzer schnell an den Punkt kommt, der ihn interessiert“, erklärt der Sprachwissenschaftler Heid. Ein erster Schritt sind kleine Prototypen der Wörterbücher mit wenigen Begriffen, die von deutsch-afrikanischen Forscherteams und Studierenden gebaut und getestet werden. „Daran lässt sich schon viel ausprobieren“, stellt der Projektleiter fest. Wichtig sei es, zunächst einmal ein Gespür für die spezifischen Feinheiten der verschiedenen Sprachen zu entwickeln. „Die Bantusprachen finden ganz andere Bilder als beispielsweise das Deutsche oder das Afrikaans.“
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Wertvolle Grundlagenarbeit
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Die wissenschaftlich fundierte Entwicklung von elektronischen Wörterbüchern steht noch am Anfang. Während es für europäische Sprachen bereits Anwendungen gibt, leistet das SeLA-Projekt Grundlagenarbeit. „Wir müssen aufpassen, dass diese afrikanischen Sprachen nicht ausgestorben sind, bevor sie elektronisch aufbereitet sind“, sagt Ulrich Heid. Bereits seit 2004 arbeitet er eng mit den Kollegen in Afrika zusammen. Der Plan für elektronisch aufbereitete Lexika lag nahe: „Keine der Bantusprachen wird von mehr als fünf Millionen Menschen gesprochen“, so der Professor. „Für Verlage ist das uninteressant.“
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Zusammenarbeit: Gertrud Faaß während einer "Teaching Week" in Pretoria
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| © SeLA |
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Ein Wort, fünf Übersetzungen
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„Es fehlen häufig die Kapazitäten, um so ein Projekt weiterzuführen“, sagt Gertrud Faaß. „SeLA bietet nun die Möglichkeit, viele kleine Einzelprojekte an den Partneruniversitäten zu bündeln und unter einen Hut zu bringen.“ Im Oktober hat Gertrud Faaß eine Woche lang Studierende und Mitarbeiter in Pretoria unterrichtet und ihnen gezeigt, wie man am Rechner mit Textsammlungen umgeht. Welche Begriffe kommen besonders häufig vor und in welchem Zusammenhang? „Für manche Wörter gibt es fünf verschiedene Übersetzungen“, so die Linguistin. „Wir untersuchen, welche Termini am häufigsten verwendet werden, schlagen einen vor und hoffen, dass er sich im Sprachgebrauch durchsetzt.“ Speziell auf technischem Gebiet wollen die Projektpartner Praxis vermitteln und über die Fortbildung von Mitarbeitern Impulse für die Lehre geben. „Wir versuchen, ein Interesse für die technologische Seite zu wecken und vielversprechende Nachwuchswissenschaftler für die Forschung zu gewinnen“, sagt Gertrud Faaß. Absolventen südafrikanischer Hochschulen wandern nach Abschluss der Ausbildung zumeist schnell in die Wirtschaft ab, um Geld zu verdienen. „Dabei ist die Human Language Technology ein sehr spannendes Feld, das Verlage und Medien gerade erst für sich entdecken – da gibt es gute Jobchancen!“
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„Welcome to Africa“ – DAAD-Programm weckt Interesse an afrikanischen Forschungsthemen
Mit diesem vom BMBF über einen Zeitraum von drei Jahren geförderten Programm gibt der DAAD deutschen Hochschulen die Möglichkeit, sowohl neue Kontakte zu afrikanischen Hochschulen zu knüpfen, als auch bereits bestehende Kontakte auszubauen und den gegenseitigen wissenschaftlichen Austausch zu aktivieren.
Ziele sind:
• Stärkung der Afrikakompetenz des deutschen wissenschaftlichen Nachwuchses • Förderung der Mobilität von Studierenden, Graduierten und Wissenschaftler/innen • Auf- und Ausbau der Forschungszusammenarbeit zwischen afrikanischen und deutschen Hochschulen • Erweiterung der Forschungs- und Ausbildungskapazität an afrikanischen Hochschulen
Was wird gefördert?
• Studien- und Forschungsaufenthalte deutscher Studierender, Graduierter und Nachwuchswissenschaftler/innen an afrikanischen Hochschulen • Praktika, Exkursionen oder Sommerschulen • Netzwerkarbeit zwischen afrikanischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen
Von 81 Anträgen aus deutschen Hochschul- und Forschungseinrichtungen wurden elf bewilligt. Bis 2015 werden sie mit einem Gesamtbudget von 3,3 Millionen Euro unterstützt. Eine Übersicht aller geförderten Projekte finden Sie unter |
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Autorin: Gunda Achterhold |
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Veröffentlichungsdatum: 18.10.2012 |
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