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Auszeichnung
Stephan Geifes mit hohem französischen Orden ausgezeichnet
(c) Jean-Michel Bollier / DHIP
(c) Jean-Michel Bollier / DHIP
Dr. des. Stephan Geifes wurde vom französischen Staatspräsidenten zum Ritter des Nationalen Verdienstordens (Chevalier de l’ordre national du Mérite) ernannt. Die Französische Republik würdigt damit seine vielfältigen und langjährigen Verdienste um die deutsch-französischen Hochschul- und Wissenschaftsbeziehungen. Die hohe Auszeichnung wurde ihm am 12.10.2012 von Prof. Dr. Pierre Monnet, Direktor des Institut français d‘histoire en Allemagne (IFHA) und ehemaliger Präsident der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH), im Deutschen Historischen Institut Paris (DHIP) verliehen.
Die Ernennung zum Ritter des Nationalen Verdienstordens würdigt die über zehnjähren Leistungen von Stephan Geifes als allseits geschätzten Wissenschaftsmanager in den deutsch-französischen Beziehungen. Bereits 2005 charakterisierte die französische Tageszeitung Le Monde ihn als einen Motor der Bildungskooperation beider Länder: ''Stephan Geifes, le moteur ‚éducatif‘ entre les deux rives du Rhin (Stephan Geifes, ein Motor der Bildungssysteme zwischen beiden Rheinufern).'' Pierre Monnet hob in seiner Laudatio neben den großen fachlichen und interkulturellen Kompetenzen Geifes vor allem dessen unermüdliches Engagement für die Belange mobiler Studierender, Doktoranden und Wissenschaftler hervor. Dies habe Stephan Geifes zu einem zentralen Ansprechpartner der deutsch-französischen Beziehungen gemacht.

Als Leiter der Pariser Außenstelle des DAAD von 2001 bis 2005 hat sich Geifes um die Gründung und den Aufbau des mittlerweile sehr erfolgreichen Centre interdisciplinaire d’études et de recherches sur l’Allemagne (CIERA) besonders verdient gemacht. Als Generalsekretär der jungen Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) in Saarbrücken hat er maßgeblich von 2005 bis 2008 zu ihrer Konsolidierung und zu dem Ausbau vertrauensvoller Beziehungen zwischen den Mitgliedshochschulen der DFH und der Geschäftsstelle beigetragen. Dies unterstrich der Präsident der DFH, Prof. Otto Iancu. Seit 2008 hat er schließlich den Neuausrichtungsprozess des Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP) im Hinblick auf die Kooperation mit deutschen und französischen Universitäten - vor allem in der Nachwuchswissenschaftlerausbildung - maßgeblich begleitet. Hierfür dankte ihm die scheidende DHIP-Direktorin Prof. Gudrun Gersmann, die Geifes 2008 wieder nach Paris geholt hatte.


© Jean-Michel Bollier / DHIP
Stephan Geifes wurde 1968 in Lüdenscheid geboren und ist Frankreich seit langem wissenschaftlich, beruflich und nicht zuletzt auch privat eng verbunden. Vor genau 20 Jahren kam er zum ersten Mal als Stipendiat der Französischen Regierung zum Studium nach Paris. Als Historiker hat Geifes an der Universität Bielefeld sowie an der renommierten Pariser Hochschule École des hautes études en sciences sociales (EHESS) und dem Institut d’études politiques (IEP) studiert. Mehrere Jahre hat er später selbst am IEP unterrichtet und an der École nationale d’administration (ENA) die Abschlussprüfungen im Fach Deutsch abgenommen. Erst vor wenigen Monaten hat er berufsbegleitend an der Ruhr-Universität Bochum bei Prof. Lucian Hölscher mit einer Arbeit zum Wandel des französischen Duells zwischen Ancien Régime und Moderne promoviert.

Prägend für seinen beruflichen Werdegang waren die Zeit als Abgeordnetenassistent im französischen Parlament sowie sein Aufbaustudium an der École nationale d’administration (ENA), das er mit einem DAAD-Stipendium absolvierte. An dieser Ausbildungsstätte für hohe französische Beamte habe er seine Leidenschaft für „gestalterische Verwaltung“ entdeckt, wie Geifes betont. Dieser Leidenschaft wird er ab Januar 2013 wieder für den DAAD, als Gruppenleiter für deutsche Hochschulprojekte im Ausland, nachgehen. Dies nun nicht mehr deutsch-französisch sondern weltweit.

Die Französische Republik zeichnet mit der Aufnahme in den ''Ordre national du Mérite'' Persönlichkeiten aus, die sich in besonderem Maße um Frankreich verdient gemacht haben. Die Auszeichnung wurde 1963 von Staatspräsident Charles de Gaulle ins Leben gerufen. Zu den zuletzt mit dem französischen Verdienstorden ausgezeichneten Deutschen gehören die Ludwigshafener Bürgermeisterin Dr. Eva Lohse, der Intendant des Deutschlandradios Willi Steul, der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, der Dresdener Professor für Frankreichstudien Ingo Kolboom sowie der ZDF-Intendant Markus Schächter.


Veröffentlichungsdatum: 15.10.2012
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