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Asiatisch-Pazifisches Kolloquium |
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Takt des Alltags |
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Für Albert Einstein war die Sache klar: "Zeit ist das, was man an der Uhr abliest." Doch ticken die Uhren überall auf der Welt gleich? Variiert nicht der Umgang mit der Zeit in den unterschiedlichen Kulturen? In Bonn nahm sich ein Asiatisch-Pazifisches-Stipendiaten-Kolloquium diesen Fragen an und stellte fest: Jedes Land hat sein eigenes Tempo.
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„Das erste koreanische Wort, das Ausländer lernen, ist 'schnell!', weil Koreaner es fast immer sagen. Die unzählbar vielen Verwendungen dieses Wortes beruhen wohl auf dem Gefühl, dass Zeit schnell schwindet“, sagt Choong-Su Han. Der 32-jährige Doktorand der Philosophie gehörte zu den 25 DAAD-Stipendiaten aus dem asiatisch-pazifischen Raum, die sich 2012 in Bonn zu einem abschließenden Kolloquium trafen.
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DAAD-Stipendiaten aus dem asiatisch-pazifischen Raum trafen sich in Bonn zu einem abschließenden Kolloquium
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| © DAAD / Byungjun Yun |
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„Wir hatten uns ein besonderes Programm überlegt“, betont Referatsleiterin Dr. Ursula Toyka-Fuong. Die Themen Studium, Forschung und Karriere, deutsche Kultur und Sitten sowie die Auswirkungen des Deutschlandaufenthaltes auf die persönliche Entwicklung seien in Workshops erarbeitet und anschließend im Plenum diskutiert worden. „Ein markantes Ergebnis zeigte sich in der unterschiedlichen Wahrnehmung der Lebensgeschwindigkeit in Deutschland. Neuseeländer und Australier empfanden das Leben in Deutschland als schneller und hektischer als zuhause; Stipendiaten aus Korea und Japan als langsamer im Vergleich zum Leben in ihren ostasiatischen Heimatländern.“
So beobachtet auch DAAD-Stipendiat Tomoo Ueda in Deutschland ein niedrigeres Tempo als in seinem Heimatland Japan: „Seit drei Jahren registriere ich zwar im Ruhrgebiet eine deutliche Beschleunigung der Lebensgeschwindigkeit, dennoch lässt sich hier das Berufsleben entspannter gestalten als in Tokio, wo man immer einsatzfähig sein muss.“ Arbeitssicherheitsmaßnahmen – die er persönlich sehr schätze – führten in Deutschland dazu, dass Aufträge wesentlich langsamer bearbeitet würden als in Japan. „Das wird von den Kunden als normal empfunden und akzeptiert, sie nehmen deutlich längere Wartezeiten in Kauf als in Tokio.“
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DAAD-Stipendiat Logan Penniket
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| © privat |
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Deutsche Dringlichkeit
Anders in Neuseeland und Australien: „Die beiden Länder gehören zum angloamerikanischen Kulturkreis. Dort ist man im Alltag besonders darauf bedacht, sich rücksichtsvoll und gemessen zu begegnen“, erklärt Ursula Toyka-Fuong. Konventionen und der Aspekt der „political correctness“ bestimmten den Umgang miteinander. „Will man nicht als unhöflich gelten, fragt man einander in aller Ruhe nach dem Befinden, fährt sich nicht über den Mund und bringt füreinander Zeit auf, auch wenn es drängt...“
DAAD-Stipendiatin Flora Suen aus Australien musste sich bei ihrer Ankunft in Deutschland deshalb nicht nur an die berüchtigte „Berliner Schnauze“ gewöhnen, sondern auch an die deutsche Dringlichkeit. „Am besten erledigt man die Einkäufe hier zu zweit: Einer packt ein, der andere bezahlt. Sonst gerät man in Stress.“ Dafür schone das gute öffentliche Verkehrssystem die Nerven: „Das deutsche ist weitaus zuverlässiger als das australische“, sagt die Stipendiatin. Auch der Neuseeländer Logan Penniket machte während seines Stipendiums die Erfahrung, dass „das deutsche Personal im Supermarkt viel schneller arbeitet als das zuhause.“ Als Grund nennt er eine unterschiedliche Priorisierung der Zeit. „Die Deutschen grenzen Arbeit und Freizeit viel stärker voneinander ab. Deshalb scheinen sie beschäftigter zu sein als die Neuseeländer.“ Diese Haltung möchte er sich nun zu Eigen machen: „Diese Lebenseinstellung scheint mir die bessere zu sein“, sagt Penniket. „Die Deutschen wissen sehr gut, wie man sich nach der Arbeit entspannt. Ich finde es großartig, dass man so vielen Leuten zusehen kann, wie sie joggen oder in einem Park grillen.“
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Autorin: Christina Pfänder |
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Veröffentlichungsdatum: 24.09.2012 |
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© DAAD |
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