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''Welcome to Africa''-Serie |
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Facettenreiches Programm |
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Vielfalt der Forschung: Mit "Welcome to Africa" fördert der DAAD gezielt den Austausch deutscher Studierender und Wissenschaftler mit afrikanischen Kommilitonen und Kollegen. Insgesamt elf Projekte, etwa mit Hochschulen in Südafrika, Namibia, Kamerun oder Mosambik, sind für das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) finanzierte Programm bewilligt worden. Sie werden mit einem Gesamtbudget von 3,3 Millionen Euro über eine Laufzeit von drei Jahren unterstützt. In loser Folge stellt die neue Serie des DAAD-Online-Magazins das Programm ausführlich vor. Den Anfang macht ein spannendes Architekturprojekt.
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Auf dem Campus des Architekturinstituts EiABC der Addis Ababa University riecht es nach feuchtem Stroh. „Wie auf dem Bauernhof“, sagt Dirk Donath, Professor an der Weimarer Bauhaus-Universität, und lacht. Die monatelange Regenzeit setzt das Testobjekt aus gepressten Strohplatten, das äthiopische Studierende im April errichtet haben, zurzeit einem Härtetest aus. Der kleine Kiosk war von Anfang an als temporärer Bau konzipiert. „An den Wänden haben wir mit unterschiedlichen Wasserabdichtungen experimentiert, wir haben verschiedene Verbindungstechniken ausprobiert und Sandsäcke aufs Dach gelegt, um die Belastbarkeit zu prüfen“, so Architektur-Professor Donath. Der zwei mal drei Meter große Kiosk war der Testlauf für den Bau eines zweigeschossigen Hauses aus gepressten Strohplatten, das 15 Studierende an der Universität in Addis Abeba unter der Leitung von Dirk Donath konstruiert und gebaut haben. Während sich das kleine Modell langsam in Kompost auflöst, besteht der im Juni fertiggestellte Prototyp bislang alle Tests und wird in Kürze als Gästehaus eingerichtet.
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Gemeinsam: Das SECU-Projekt bringt Studierende aus Afrika und Deutschland zusammen
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| © SECU |
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Experimentelle Bauprojekte
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Äthiopien ist eines der am schnellsten wachsenden Länder der Welt, mit einem immensen Bedarf an Wohnungen. Dem trägt das Projekt „Sustainable Emerging City Unit“ (SECU) Rechnung, das der DAAD im Rahmen des Programms „Welcome to Africa“ unterstützt. Das Haus aus Stroh ist auf die Bedürfnisse schnell wachsender Siedlungen in Afrika ausgerichtet und nutzt als Basismaterial ein Abfallprodukt der Landwirtschaft in Äthiopien. „Wir schlagen eine Alternative zum aktuellen Massenwohnungsbau aus Stahlbeton vor, die sich am Leben der Menschen orientiert“, betont Donath. „Entstanden ist ein Kernhaus, das sich mit Hilfe vorgefertigter Bauteile, die leicht aufzubauen sind, anpassen und verändern lässt.“ Es ist das erste von drei experimentellen Bauprojekten, die von Studierenden und Wissenschaftlern der Bauhaus-Universität, des EiABC in Addis Abeba und der University of Juba im Südsudan entwickelt und umgesetzt werden. Auch die Industrie ist mit im Boot: Hersteller STRAWTEC, der die Strohplatten für das Projekt am Firmenstandort in Berlin gefertigt hat, plant für das kommende Jahr eine Fabrikation in Äthiopien.
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Der Prototyp des innovativen Hauses, errichtet von Studierenden an der Universität in Addis Abeba
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| © SECU |
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Großes Interesse
Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Programm „Welcome to Africa“ fördert der DAAD gezielt Kontakte deutscher Studierender und Wissenschaftler zu afrikanischen Hochschulen. Insgesamt elf Projekte mit Hochschulen in Südafrika, Namibia, Kamerun oder Mosambik sind bewilligt worden und werden mit einem Gesamtbudget von 3,3 Millionen Euro über eine Laufzeit von drei Jahren unterstützt. „Ziel ist es, deutsche Studierende, Graduierte oder Nachwuchswissenschaftler an afrikanische Hochschulen zu entsenden und damit stärker an afrikanische Forschungsthemen heranzuführen“, sagt Margot Weiler-Wohlfarth, die das Programm beim DAAD betreut. Das Interesse an der Zusammenarbeit mit afrikanischen Forschungseinrichtungen sei groß. „Es mangelt jedoch häufig noch an nachhaltigen Kontakten.“ Das Programm ist für alle Fächer offen, entsprechend groß ist das Spektrum an Themen, die im Rahmen der „Welcome to Africa“-Initiative gefördert werden. Es reicht vom Aufbau afrikanischer Netzwerke über die Renaturierung von Feuchtgebieten bis hin zur Erarbeitung eines elektronischen Wörterbuches, das die Universität Hildesheim gemeinsam mit vier süd-afrikanischen Hochschulen entwickelt.
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Teamarbeit: Teilnehmer des SECU-Workshops im April 2012
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"Wie bei einer Staffelübergabe"
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„Entscheidend ist der Austausch zwischen Studierenden und Wissenschaftlern, die parallel an ähnlichen Projekten arbeiten“, betont Professor Dirk Donath. Die gemeinsame praktische Arbeit bei der Umsetzung von Konstruktionen trägt ebenso dazu bei wie Workshops oder der virtuelle Austausch über eine eigens eingerichtete Plattform. Im Oktober beginnt die zweite Phase: Designkurse der drei Partneruniversitäten in Weimar, Addis Abeba und Juba werden zeitgleich Konzepte zum Upgrading von Slums entwickeln. Die Idee ist, aus einer der typischen provisorischen Unterkünfte in den dicht besiedelten Elendsvierteln von Addis Abeba ein Haus mit Licht, Wasser und sanitären Anlagen zu bauen. Die Verantwortung liegt nun stärker bei den äthiopischen Partnern, die Kollegen aus Weimar übernehmen eine beratende Funktion. Im Süd-sudan wiederum wird das dritte Projekt umgesetzt werden, dann unter Federführung der University of Juba. „Wie bei einer Staffelübergabe wechseln alle Beteiligten nach und nach die Rolle“, erklärt Donath. An seiner Heimatuniversität registriert der Projektleiter ein zunehmendes Interesse an den deutsch-afrikanischen Aktivitäten seines Lehrstuhls. Und das sei auch gut so. „In Äthiopien entstehen in den nächsten Jahren mehr als hundert Städte mit mehr als 100.000 Menschen“, stellt er fest. „Für Architekten und Stadtplaner sind das die Aufgaben der Zukunft.“
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„Welcome to Africa“ – DAAD-Programm weckt Interesse an afrikanischen Forschungsthemen
Mit diesem vom BMBF über einen Zeitraum von drei Jahren geförderten Programm gibt der DAAD deutschen Hochschulen die Möglichkeit, sowohl neue Kontakte zu afrikanischen Hochschulen zu knüpfen, als auch bereits bestehende Kontakte auszubauen und den gegenseitigen wissenschaftlichen Austausch zu aktivieren.
Ziele sind:
• Stärkung der Afrikakompetenz des deutschen wissenschaftlichen Nachwuchses • Förderung der Mobilität von Studierenden, Graduierten und Wissenschaftler/innen • Auf- und Ausbau der Forschungszusammenarbeit zwischen afrikanischen und deutschen Hochschulen • Erweiterung der Forschungs- und Ausbildungskapazität an afrikanischen Hochschulen
Was wird gefördert?
• Studien- und Forschungsaufenthalte deutscher Studierender, Graduierter und Nachwuchswissenschaftler/innen an afrikanischen Hochschulen • Praktika, Exkursionen oder Sommerschulen • Netzwerkarbeit zwischen afrikanischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen
Von 81 Anträgen aus deutschen Hochschul- und Forschungseinrichtungen wurden elf bewilligt. Bis 2015 werden sie mit einem Gesamtbudget von 3,3 Millionen Euro unterstützt. Eine Übersicht aller geförderten Projekte finden Sie unter |
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Autorin: Gunda Achterhold |
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Veröffentlichungsdatum: 10.08.2012 |
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