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Internationale Universität
Ein vielfacher Gewinn
Ende 2011 wurde die Bauhaus-Universität Weimar vom DAAD und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als "Internationale Hochschule 2011" ausgezeichnet. Eine Würdigung, die schon jetzt weitere, konkrete Erfolge bewirkt hat.
Künstlerische Werke in einem renommierten internationalen Museum ausstellen zu können, ist für Kunststudierende nicht nur eine Auszeichnung, sondern möglicherweise auch der Beginn einer erfolgreichen Karriere. Diese Gelegenheit bekommen 50 Studierende und Absolventen des Studiengangs Freie Kunst der Bauhaus-Universität Weimar. Auf Initiative der Weimarer Kunstprofessorin Elfi Fröhlich dürfen sie ihre Werke im kommenden Jahr im Pera-Museum Istanbul ausstellen. Weil damit aber auch hohe Kosten auf sie zuzukommen drohten, suchten sie nach Fördergeldern – und wurden im eigenen Haus fündig. Die Universität unterstützt die Ausstellung in Istanbul mit 2.000 Euro aus dem erstmals aufgelegten Internationalen Ideenfonds.

Das Preisträgerteam der Bauhaus-Universität Weimar mit Dr. Muriel Helbig (3. von links)
Das Preisträgerteam der Bauhaus-Universität Weimar mit Dr. Muriel Helbig (3. von links)
© Peter Himsel / Stifterverband / DAAD
Der Studienstandort Weimar soll noch attraktiver werden
Ermöglicht hat den Ideenfonds der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Sie kürten die Universität Weimar Ende vorigen Jahres unter 28 Bewerbern zur „Internationalen Hochschule 2011“ – eine Auszeichnung, die mit einem Preisgeld von 50.000 Euro verbunden war. Das Geld investiert die Universität wieder in die Internationalisierung der Lehre: Sie schreibt den Internationalen Ideenfonds drei Jahre lang mit jeweils 16.000 Euro aus. Das Ziel: Der Studienstandort Weimar soll durch internationale Projekte und Angebote in der Lehre noch attraktiver werden. Aber schon jetzt können sich die Anstrengungen, die die Universität in den vergangenen Jahren in die Internationalisierung der eigenen Einrichtung gesteckt hat, sehen lassen. Die Hälfte der 40 Studiengänge ist international ausgerichtet, mehrere Module sind englisch- und französischsprachig. 16 Prozent der Studierenden und neun Prozent des Lehrpersonals kommen aus dem Ausland. Vor allem in der Architektur und der Kunst genießt die Universität unter den ausländischen Studierenden einen sehr guten Ruf.

Arbeitsräume der Fakultät Architektur: Vielfalt der Förderung
Arbeitsräume der Fakultät Architektur: Vielfalt der Förderung
© Bauhaus-Universität Weimar / Nathalie Mohadjer
"Überwältigende Resonanz"
Für die erste Runde des Ideenfonds lagen 24 Anträge vor. „Das war eine überwältigende Resonanz, wenn man bedenkt, dass der Fonds ein ganz neues Format ist“, sagt Dr. Muriel Helbig, die das Dezernat Internationale Beziehungen an der Bauhaus-Universität leitet. Für zehn Anträge gab eine Gutachterkommission im Juli 2012 schließlich grünes Licht. Entsprechend groß war die Vielfalt der ausgewählten Projekte. Reisekosten erhielten außer den Kunststudierenden beispielsweise auch Architekturstudierende, die sich in dem Projekt „Urban Street“ für eine Studienreise nach Los Angeles aufmachen wollen. „Wir haben über unseren Fonds sehr viele Studienreisen unterstützt, da es für diese nur noch wenige externe Fördermöglichkeiten gibt“, bilanziert Helbig. Dass die Beiträge nicht allzu hoch sind, ist der Dezernentin bewusst: „Natürlich sind das nur kleine Summen, aber wir hoffen, so möglichst viele internationale Projekte in der Lehre gut zu fördern. Wir möchten unseren Studierenden ermöglichen, viele Erfahrungen in internationalen Partnerprojekten zu machen, denn diese sind von unschätzbarem Wert für eine weltoffene und weltgewandte Atmosphäre an der Universität.“ Geholfen wird aber nicht nur Studierenden, sondern auch manchem Professor: So kann dank des Ideenfonds zum Beispiel ein Gastwissenschaftler aus einer lateinamerikanischen Partnerhochschule im kommenden Jahr an einer internationalen Konferenz zum Thema Urbanistik in Weimar teilnehmen.

Expertenforen initiiert
Wichtig ist für Muriel Helbig aber nicht nur, dass ihre Universität jetzt dank des DAAD-Preisgeldes Projekte fördern kann. Womöglich noch wichtiger: „Wir haben aus den Anträgen auch gesehen, wo wir uns in Sachen Internationalisierung weiter verbessern können“, sagt sie. Die Dezernentin und ihr Team initiierten zum Beispiel Expertenforen. Daraus lernte die Hochschule, wie sich Studiengänge internationalisieren und wie sich in der Lehre internationale Lernkulturen gut zusammenbringen lassen.

Bauhaus-Universität Weimar: überzeugend gelebter internationaler Campus
Bauhaus-Universität Weimar: überzeugend gelebter internationaler Campus
© Bauhaus-Universität Weimar / Nathalie Mohadjer
Auch in den kommenden beiden Jahren schüttet die Universität über den Ideenfonds je 16.000 Euro aus. Das bringt Vorteile: „Wir wollen so im Gespräch bleiben und für unsere Professoren und Studierenden Anreize setzen, das Thema Internationalisierung weiter voranzutreiben“, sagt Helbig. Die Jury des DAAD-Wettbewerbs dürfte sich damit auch in ihrer Entscheidung bestätigt fühlen, hatte sie doch in ihrer Preisbegründung erklärt: „Der internationale Campus wird hier überzeugend als einer gelebt, der alle Hochschulangehörigen in einen gemeinsamen Entwicklungsprozess einbindet und herausfordert, ihre spezifischen Kenntnisse und Erfahrungen in den Diskurs einzubringen.“ Der Weg der Bauhaus-Universität Weimar sei für viele deutsche Hochschulen beispielhaft. Und er ist noch nicht zu Ende. Denn die Universität will sämtliche Studiengänge internationalisieren und somit allen Studierenden und Hochschulangehörigen ein internationales Milieu bieten. Dezernentin Helbig sieht dafür keine Alternativen: „Wenn man die besten Köpfe haben und mit den besten Köpfen kooperieren will, dann muss man die eigene Hochschule internationalisieren.“

Autor: Benjamin Haerdle
Veröffentlichungsdatum: 07.08.2012
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