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RISE-Stipendiatentreffen
Blick in eine ganz neue Welt
Die DAAD-Programme RISE (Research Internships in Science and Engineering) und RISE professional ermöglichen Studierenden aus Nordamerika und Großbritannien Erfahrungen, die über das übliche Studienangebot weit hinausgehen. Zum zweiten Stipendiatentreffen innerhalb kurzer Zeit kamen die RISE-Teilnehmer nun in Dresden zusammen.
Kontakte zu den exzellentesten Wissenschaftlern des Fachs hin, Erfahrungen in den modernsten Labors her – die auffälligste Entdeckung der RISE-Stipendiaten in Deutschland ist auf den ersten Blick eine andere: die Mitfahrzentrale. Zu diesem Schluss jedenfalls konnte kommen, wer den Erfahrungsberichten der Alumni während des Stipendiatentreffens vom 26. bis 28. Juli in Dresden zuhörte. Keiner ließ die preiswerte Möglichkeit, quer durch Deutschland zu reisen, unerwähnt; das Konzept sei "einfach genial".

Andrang: Das RISE-Stipendiatentreffen in Dresden war ein Erfolg
Andrang: Das RISE-Stipendiatentreffen in Dresden war ein Erfolg
© DAAD
"Völlig neue Ideen"
Doch das Label "genial" lässt sich ohne weiteres auch auf das gesamte RISE-Programm übertragen – auch das machten die Ehemaligen klar. Eine Überzeugung, die die gut 200 jungen Studierenden aus den USA, Kanada und Großbritannien teilen, die sich gerade mitten in ihren Praktika befinden. Das wurde auf dem Treffen schnell deutlich, dessen Auftaktveranstaltung im Dresdner Hygienemuseum stattfand. Ein Ort, dessen Symbolik bestens zu dem Programm passe, wie Miriam Hippchen, Leiterin eines der zwei Nordamerika-Referate des DAAD, betonte: Das Haus sei als "Volksbildungsstätte für Gesundheitspflege" und Ort gegründet worden, an den einfache Menschen kommen sollten, um alles über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur gesunden Lebensführung zu erfahren. An diesem Donnerstagnachmittag wurde das Haus zum Treffpunkt Studierender von 110 verschiedenen nordamerikanischen und britischen Universitäten, die alle derzeit Forschungspraktika an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen absolvieren. Dort unterstützen sie Doktoranden bei ihren experimentellen Arbeiten in den Fachgebieten Biologie, Chemie, Physik, Geo-, Ingenieur- und Lebenswissenschaften. Diese Möglichkeit, das alltägliche Leben von Spitzenforschern kennenzulernen, solle sie ermutigen, selbst eine akademische Karriere in Betracht zu ziehen, sagte Professorin Ursula Schäfer, Prorektorin für Bildung und Internationales der TU Dresden, die als Gastgeberin des Treffens fungierte. Aus eigener Erfahrung wisse sie, wie sehr man als junger Mensch durch Auslandserfahrungen wachse, so Schäfer: „Die Grand Tour durch Europa gesponsert durch Daddy zu machen, ist eine Sache. Eine ganze andere ist es, im Ausland zu studieren und dort mit völlig neuen Ideen und Möglichkeiten der Problemlösung konfrontiert zu werden.“

Im Gespräch: Gelegenheiten zum lockeren Austausch gab es in Dresden reichlich
Im Gespräch: Gelegenheiten zum lockeren Austausch gab es in Dresden reichlich
© DAAD
Es ist genau diese Überzeugung, die dem RISE-Programm des DAAD zu Grunde liegt. Die Praktikanten, die mitten in ihrem Bachelor-Studium stecken, sollen erste Eindrücke von der internationalen Forschungswelt bekommen, die über das übliche Studienangebot weit hinausgehen. Ein weiteres Programm, RISE professional, wurde quasi als RISE-Folgeformat für weiter fortgeschrittene Studierende oder Doktoranden aufgelegt, die möglicherweise schon ein Forschungspraktikum absolviert haben: Sie können erste Berufserfahrungen in deutschen Unternehmen sammeln.

Rund 1.800 Bewerber für 700 Stellen
Diese Chancen wollen viele nutzen: Im achten Jahr von RISE bewarben sich auf die ausgeschriebenen 700 Stellen rund 1.800 Studierende, berichtet Miriam Hippchen. Ursprünglich wurde RISE mit Mitteln aus dem European Recovery Program (ERP) des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) ins Leben gerufen, hinzu kamen Gelder vom Auswärtigen Amt (AA). Inzwischen hat das AA die permanente Finanzierung übernommen, zudem wird das Stipendienprogramm von namhaften Organisationen und Unternehmen aus Kanada, den USA und Deutschland unterstützt. „Wir sind besonders froh, dass wir inzwischen auch Geld aus rund 50 anderen Quellen bekommen“, so Hippchen, „so etwa von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder den Max-Planck-Instituten und vielen Fachgesellschaften“. Der DAAD stellt den Stipendiaten ein monatliches Stipendium von 650 Euro und eine Reisekostenpauschale zur Verfügung, bei RISE professional übernehmen die Unternehmen einen Teil der Kosten. Auch die Stipendiaten-Treffen werden finanziert.

Studierende für die Forschung begeistern
Das Treffen in Dresden ist schon das zweite innerhalb kurzer Zeit: Erst Anfang Juli trafen sich rund 200 Stipendiaten in Heidelberg. Bei insgesamt mehr als 320 Stipendiaten im RISE-Programm und mehr als 90 Teilnehmern bei RISE professional sei es organisatorisch gar nicht anders machbar gewesen, als die Seminare aufzuteilen, erzählt Miriam Hippchen. Für den DAAD und die Organisationen, die das Programm unterstützen, ist es wichtig, Studierende für die Forschung begeistern zu können – und ihnen zu zeigen, wie attraktiv die deutsche Hochschullandschaft ist. Das funktioniere inzwischen sehr gut, berichtet Miriam Hippchen: Ein großer Teil der RISE-Praktikanten wolle gern wieder nach Deutschland kommen und bemühe sich um weitere Forschungs- oder Studienaufenthalte.

Große Gruppe: die Teilnehmer des RISE-Stipendiatentreffens
Große Gruppe: die Teilnehmer des RISE-Stipendiatentreffens
© DAAD
Die Stipendiaten in Dresden lauschten deshalb aufmerksam den Ausführungen von Dr. Malte Gather, der gerade aus Harvard als Juniorprofessor an die TU Dresden gekommen ist und darüber sprach, wie wichtig es ist, in der internationalen Forschungswelt gut vernetzt zu sein. Dass das nicht nur der Karriere zuträglich, sondern auch eine persönliche Bereicherung ist, betonte Soyoung Kang, die nach ihrer Teilnahme bei RISE inzwischen zum dritten Mal in Deutschland ist und an der Universität Magdeburg forscht. Sie habe hier viele spannende Erfahrungen gemacht und Menschen kennengelernt, die inzwischen enge Freunde seien. Sie empfahl den Stipendiaten, so viel wie möglich von ihrer Praktikumsheimat kennen zu lernen – natürlich auch mit Hilfe der Mitfahrzentrale.


Autorin: Susanne Kailitz
Veröffentlichungsdatum: 31.07.2012
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