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Internationale Woche des DAAD |
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Die globalen Herausforderungen gemeinsam lösen |
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Rekordbesucherzahlen bei den DAAD-Tagungen zur Internationalisierung deutscher Hochschulen Anfang Juli in Bonn: Gut 190 deutsche Hochschulvertreter informierten sich über Kooperationsmöglichkeiten mit ausländischen Hochschulen, diskutierten über Marketingstrategien und knüpften zahlreiche Kontakte.
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„Wir nehmen bereits zum dritten Mal an der DAAD-Netzwerk-Konferenz teil. Dort bekommt man viele Informationen über die spezifischen Entwicklungen und Trends in den jeweiligen Ländern. Da die DAAD-Experten in den Außenstellen vor Ort agieren, verfügen sie über ein enormes regionalspezifisches Wissen“, sagt Dr. Birgit Barden, Leiterin des Hochschulbüros für Internationales der Leibniz Universität Hannover. Darüber hinaus schätzt sie die Atmosphäre der Konferenzen wo zwischen Infoständen, Vorträgen und gebuchten Einzelgesprächen immer noch Zeit bleibe für informelles Netzwerken.
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Wie viele ihrer Kollegen nutzte Barden die bereits einen Tag zuvor stattfindende DAAD-Tagung „Internationalisierung weltweit – Strategien anderer Länder“, um sich über nationale Strategien und Diskurse speziell in den aufstrebenden Wissenschaftsnationen Brasilien und China sowie in den klassischen Industrieländern Großbritannien und Japan zu informieren. Internationalität als solche sei für die akademische Welt natürlich nicht neu, betonte Ulrich Grothus, stellvertretender DAAD-Generalsekretär zu Beginn der Tagung. Der derzeitige „politische Boom“ der Internationalisierung bringe jedoch „einen frischen Wind“ in die Hochschulen: „Er verändert Mentalitäten und Einstellungen und damit indirekt auch die Qualität von Studium, Lehre und Forschung, auch wenn es nicht immer einfach sein mag, Ursachen und Effekte einander eindeutig oder gar quantitativ zuzuordnen“, sagte Grothus.
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Jorge de Almeida Guimarães, Margret Wintermantel, Ursula Lehmkuhl und Georg Schütte diskutierten in Bonn
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Dass die Internationalisierung der Hochschulen längst weltweit zu einem wichtigen politischen Handlungsfeld geworden ist, zeigten die Vorträge der Leiter der DAAD-Außenstellen Rio de Janeiro, Peking, Tokyo und London. In China beispielsweise ist die Internationalisierung ein Bestandteil des nationalen Bildungsreformplans, wie Stefan Hase-Bergen darlegte: Bis zum Jahr 2020 will man nicht nur den internationalen wissenschaftlichen Austausch fördern, sondern das gesamte Hochschulsystem umbauen. Weniger Bürokratie, mehr praxisorientierte Ausbildung, Verbesserung der Qualität von Forschung und Lehre, Aufbau von Spitzenuniversitäten lauten die Stichworte.
Ganz andere Voraussetzungen hat Brasilien, so Christian Müller, Leiter der DAAD-Außenstelle Rio de Janeiro: Mit CAPES und CNPq verfügt das Land gleich über zwei große Organisationen zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs, mit denen der DAAD schon seit Jahrzehnten vertrauensvoll zusammenarbeitet. Die Präsidenten der Partnerorganisationen, Professor Jorge de Almeida Guimarães und Professor Glaucius Oliva Filho nahmen ebenfalls an der DAAD-Tagung teil. Trotz eines autarken Wissenschafts- und Forschungssystems sowie quantitativer Erfolge im Hochschulwesen sieht der Staat im Hinblick auf die stagnierende Internationalisierung Handlungsbedarf und hat 2011 das neue Mobilitätsprogramm „Wissenschaft ohne Grenzen“ aufgelegt. „Wir stehen vor großen Herausforderungen“, sagte Professor Guimarães zu dieser Regierungsinitiative und dankte dem DAAD für seine Unterstützung. Lag der Schwerpunkt der brasilianischen Internationalisierungsstrategie bisher auf dem „outgoing“-Aspekt, so sollen nun auch gezielt Wissenschaftler aus dem Ausland angeworben, systematisch internationale Netzwerke aufgebaut und die eigenen Universitäten in der internationalen Spitzenforschung positioniert werden, wobei der Fokus des neuen Programms auf Technologie-Transfer und auf den MINT-Fächern liegt.
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Interessiert: Teilnehmerinnen der DAAD-Netzwerk-Konferenz 2012
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Zugang zu exquisiten Quellen
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Die Abschlussdiskussion der Tagung setzte sich mit den Konsequenzen für die Internationalisierung in Deutschland auseinander. Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), stellte die vier großen Leitmotive der Internationalisierungsstrategie Deutschlands dar: Zunächst gehe es darum, dem deutschen wissenschaftlichen Nachwuchs den Zugang zu exquisiten Quellen zu ermöglichen und den Austausch von Talenten zu fördern. An zweiter Stelle stehe die Wertschöpfung und das Bestreben, es innovativen deutschen Unternehmen zu ermöglichen, mit Hochschulen zu kooperieren. Als drittes beinhalte die Strategie ein neues Verständnis von Entwicklungspolitik, bei dem Entwicklungszusammenarbeit und Wissenschaftstransfer näher zusammenrücken. Schließlich und viertens gehe es darum, die „grand challenges“, die großen globalen Herausforderungen zu meistern. „Probleme wie den Klimawandel können wir nicht mehr national in den Griff kriegen“, sagte Schütte. Die dafür nötige Forschungsinfrastruktur könne sich kein Land mehr allein leisten.
Auch DAAD-Präsidentin Professorin Margret Wintermantel hob die Bedeutung der Internationalisierungsstrategie für die Wirtschaft und vor allem für die internationale Zusammenarbeit bei globalen Herausforderungen hervor: „Es liegt uns sehr daran, den jungen Menschen internationale Erfahrungen zu ermöglichen und sie für transnationale Lösungen der zukünftigen Probleme zu sensibilisieren“, sagte sie.
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Dass die Konsequenzen der Internationalisierung für die deutschen Hochschulen allein durch divergierende Größen und die jeweilige geografische Lage unterschiedlich sind, darauf wiesen sowohl Professorin Ursula Lehmkuhl vom Lehrstuhl für Internationale Geschichte der Universität Trier als auch Hochschulvertreter aus dem Publikum hin. „Wichtig ist, dass jede Hochschule ihre eigene Internationalisierungsstrategie entwickeln muss“, fasste DAAD-Präsidentin Wintermantel zusammen. Dafür habe die Hochschulrektorenkonferenz das Audit „Internationalisierung der Hochschulen“ eingerichtet. Das Audit unterstützt die Hochschulen gezielt darin, ihr spezifisches internationales Profil herauszuarbeiten und weiterzuentwickeln.
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"Antworten zu konkreten Anfragen"
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Neue Wege: "Speednetworking" in Bonn
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Anknüpfungspunkte für bestehende und neue Internationalisierungskonzepte ergaben sich während der Tagung und der zweitägigen 6. DAAD-Netzwerk-Konferenz zuhauf. Die DAAD-Netzwerk-Konferenz bietet Expertenwissen aus erster Hand über Bildungsmärkte in der ganzen Welt. So geben die Leiterinnen und Leiter der DAAD-Außenbüros in den Ländervorträgen einen komprimierten Überblick über die regionale Hochschullandschaft und die Chancen, die sich deutschen Hochschulen dort eröffnen. In Einzelgesprächen beraten die DAAD-Experten die Hochschulvertreter zu deren Kooperationsvorhaben, geben Tipps zu Austauschprojekten und informieren über Hochschulmarketing vor Ort. 2012 waren in Bonn mehr als 70 DAAD-Vertreter der weltweiten Außenbüros präsent. „Man kann neue Kontakte knüpfen und bestehende mit Leben füllen“, sagt Dr. Martin Bickl, Leiter des International Office der Goethe-Universität Frankfurt. „Und die Vertraulichkeit der Vier-Augen-Gespräche kann man nutzen, um von den DAAD-Experten gezielt Antworten zu konkreten Anfragen zu bekommen.“
Ganz bewusst einen anderen Charakter hat da das „Speednetworking“ – ein schneller Weg, das DAAD-Netzwerk näher kennenzulernen, der zum zweiten Mal zum Programm der Netzwerk-Konferenz gehörte: Die Zusammensetzung der Gesprächspaare DAAD-Experte/Hochschulvertreter ergibt sich zufällig und ändert sich alle vier Minuten: „Sinn und Zweck ist es, mit Leuten in Kontakt zu kommen, an die man vorher nicht gedacht hat, und so etwas über Länder zu erfahren, die man bisher vielleicht noch nicht für eine Kooperation in Betracht gezogen hat“, erklärte Dorothea Mahnke, DAAD-Referatsleiterin der Geschäftsstelle GATE-Germany. Ein Angebot, das bei den Teilnehmern erneut großen Anklang fand.
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Autorin: Claudia Wallendorf |
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Veröffentlichungsdatum: 13.07.2012 |
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