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Sommerfest in Berlin
"Das kann nur der DAAD sein!"
Eine Weltreise in viele Richtungen: Das erstmalig ausgerichtete Sommerfest in Berlin bot zahlreichen Freunden, Förderern und Geförderten des DAAD Gelegenheit zum entspannten Zusammentreffen mit dessen internationalem Netzwerk. Zugleich wurde deutlich, wie vielfältig das Engagement für das DAAD-Jahresthema "Gesellschaft im Wandel" ist.
Die ganze Welt auf einem Stockwerk: Dieser Eindruck drängte sich im ersten Obergeschoss der Berliner „Kalkscheune“ geradezu auf. Die Vertreter der insgesamt 65 DAAD-Außenstellen und
-Informationszentren waren zum großen Sommerfest nach Berlin gekommen und standen den interessierten Gästen Rede und Antwort. Auch Kerstin Simonis, Leiterin des jüngsten, erst vor zweieinhalb Monaten offiziell eröffneten Informationszentrums im nordirakischen Erbil berichtete am Stand mit der irakischen Flagge von ihren Erfahrungen in der kurdischen Metropole: „Wir werden in Erbil sehr herzlich aufgenommen; das Interesse an unserer Arbeit ist groß.“ Und nicht nur den Kollegen vom Informationszentrum in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur, der sich beim Wiedersehen in Berlin nach ihrem Wohlbefinden erkundigte, konnte Kerstin Simonis beruhigen: „Ich habe mich noch nie so sicher gefühlt wie in Erbil.“

DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel eröffnete das Sommerfest im Zeichen des Jahresthemas
DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel eröffnete das Sommerfest im Zeichen des Jahresthemas "Gesellschaft im Wandel"
© DAAD / Sebastian Schobbert
Mehr als reiner Informationsaustausch
Beim erstmals ausgerichteten DAAD-Sommerfest stand eben nicht bloß der reine Informationsaustausch im Vordergrund. DAAD-Präsidentin Professorin Margret Wintermantel sprach in ihrer Eröffnungsrede ganz bewusst von der „DAAD-Familie“. Schon bei einem Blick auf die Gästeliste des Abends müsse einem der Gedanke kommen: „Das kann nur der DAAD sein!“ Und gerichtet an die anwesenden Bundestagsabgeordneten sowie die Vertreter der Bundesministerien für Bildung (BMBF), Entwicklung (BMZ) und des Auswärtigen (AA) betonte sie: „Wir wissen sehr wohl, wie oft Sie in Debatten unsere Position stärken.“ Argumente hierfür brachte der Abend reichlich, auch weil Stipendiaten des DAAD von ihren Erfahrungen berichteten.

„Ich bin aus Uganda – sprechen Sie mich an!“ stand auf der Tasche Tony Muhumuzas, der als DAAD-Stipendiat an der Berliner Humboldt-Universität im Bereich Wirtschaftswissenschaften promoviert. „Ich möchte noch ein Postdoc-Studium an einer weiteren europäischen Hochschule anschließen. Später könnte ich mir vorstellen in Uganda im Bereich Umweltpolitik zu arbeiten“, erzählte er. Wie viel das globale Engagement des DAAD bewirken kann wurde an diesem Abend in Berlin zudem in einer „Talkshow“ deutlich. Moderatorin Dr. Nina Lemmens, Leiterin der Abteilung „Internationalisierung und Kommunikation“, sprach mit den Leitern der DAAD-Büros aus Athen, Jakarta, Kairo und Rio de Janeiro über das DAAD-Jahresthema „Gesellschaft im Wandel“.

Auf dem
Auf dem "Talkshow"-Podium: Michael Harms und Nina Lemmens
© DAAD / Sebastian Schobbert
So konnte Dr. Michael Harms, Leiter der Außenstelle Kairo, von einer „sehr großen Nachfrage“ zu den Programmlinien der Transformationspartnerschaft mit Ägypten berichten. Ein ebenfalls erfolgreiches Forum sind die von der Deutschen Botschaft Kairo initiierten „Cairo Climate Talks“, die der DAAD als Kooperationspartner mit veranstaltet. Schon Harms’ kurze Einschätzungen zu Beginn der Talkshow machten deutlich, auf welch vielfältige Weise sich der DAAD seinem Jahresthema „Gesellschaft im Wandel“ verpflichtet fühlt. Ein Eindruck, den der weitere Verlauf der Gesprächsrunde bestätigte.

Globales Engagement
Alexander Roggenkamp, Leiter des Athener DAAD-Informationszentrums, erzählte vom Einsatz des DAAD im krisengeplagten Griechenland, etwa für die Deutsche Hochschulmesse in Athen und Thessaloniki. Christian Müller, Leiter der DAAD-Außenstelle Rio de Janeiro, stellte das gewaltige Stipendienprogramm „Ciência sem Fronteiras – Wissenschaft ohne Grenzen“ der brasilianischen Regierung vor, das bis 2014 10.000 Studierenden, Doktoranden und Wissenschaftlern einen Aufenthalt in Deutschland ermöglichen soll. Eine Herausforderung der anderen Art wartet auf den DAAD in Brasilien selbst. Die nahezu astronomische Zahl von 1200 juristischen Studiengängen sei, so Christian Müller, auf die Fülle unseriöser Anbieter zurückzuführen; die brasilianische Anwaltskammer bemühe sich um eine Reduzierung. „Die Zahl der guten, offiziellen Einrichtungen, mit denen wir zusammenarbeiten, liegt bei 200.“
Eine weitere, einprägsame Zahl nannte Dr. Irene Jansen, Leiterin der DAAD-Außenstelle Jakarta: „In der Stadt werden täglich 1000 Motorräder angemeldet.“ Den negativen Folgen der zunehmenden Urbanisierung begegnet der DAAD in Indonesien unter anderem mit seiner Forschungsförderung im Bereich Abwassermanagement. Das Themenfeld bot Moderatorin Nina Lemmens eine von vielen Möglichkeiten, das „Talkshow-Publikum“ in der Kalkscheune mit einzubeziehen: Christoph Hansert, Leiter der DAAD-Außenstelle Nairobi, informierte gewissermaßen aus dem Stegreif über Seminare und Forschungsinitiativen des DAAD in Afrika, die etwa dem Kampf gegen die Dürre und die „Wassermafia“ in kenianischen Slums dienen.

Im Innenhof der Berliner
Im Innenhof der Berliner "Kalkscheune": Geselligkeit und Gespräche
© DAAD / Sebastian Schobbert
Musikalische Tour
Der eindrucksvollen Talkshow-Reise durch die Welt des DAAD schloss sich noch eine kleine musikalische Tour an. Die DAAD-Stipendiatinnen Ohoude Khadr, Si Chen und Paulina Turowska entführten die Zuhörer kunstvoll in ihre Heimatländer Ägypten, China und Polen und leiteten, gefolgt von einem arabisch-mediterranen Buffet, einen langen Abend des Austauschs, Tanzes und der Gespräche ein. Einziger Wermutstropfen war für viele das auch in der Kalkscheune übertragene Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft. Die „DAAD-Familie“ ging mit der Enttäuschung allerdings wie mit vielen ihrer weltweiten Herausforderungen um: Sie nahm es sportlich.

Autor: Johannes Göbel
Veröffentlichungsdatum: 02.07.2012
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