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ERASMUS-Jahrestagung |
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Auf bestem Weg nach Europa |
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Das ERASMUS-Programm feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Auf der Jahrestagung 2012 in Bonn würdigten die Gäste eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte und blickten mit Zuversicht auf die kommende Programmphase.
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„Ich habe in Istanbul erstmals meine eigenen Wurzeln erlebt“, sagt Dilber Öztürk. Sie studiert Zahnmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Derzeit ist sie mit dem ERASMUS-Programm in der Türkei – geboren und aufgewachsen ist sie jedoch in Bayern. Sie ist die erste Studierende ihres Faches an der LMU, die sich für ein ERASMUS-Jahr in der Türkei entschieden hat. „Ich hoffe, dass ich damit auch andere Studierende für die Türkei begeistern und die Zusammenarbeit der Universitäten stärken kann“, sagt sie. Sie selbst habe viel gelernt, etwa, dass ihre Mentalität doch eher deutsch geprägt sei und es deshalb auch hin und wieder zu interkulturellen Missverständnissen kam.
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Dilber Öztürk (2. v. l., neben DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel) wurde auf der ERASMUS-Jahrestagung 2012 in Bonn als 400.000 deutsche ERASMUS-Studierende geehrt
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| © DAAD / Michael Jordan |
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Dilber Öztürk wurde auf der ERASMUS-Jahrestagung des DAAD in Bonn symbolisch als 400.000 deutsche ERASMUS-Studierende geehrt. Das Austauschprogramm feiert in diesem Jahr seinen 25-jährigen Geburtstag. Es fördert seit 1987 grenzüberschreitende Mobilität und gilt als eine der großen Erfolgsgeschichten der Europäischen Union: 2,5 Millionen Studierende waren bereits mit ERASMUS unterwegs, zudem 300.000 Dozenten. 3.000 europäische Hochschulen aus 33 Ländern sind derzeit in das Programm involviert. Von den rund 231.000 Studierenden in den Jahren 2010/2011 kamen mehr als 30.000 aus Deutschland, das nach Spanien und Frankreich das drittbeliebteste Land der ERASMUS-Studierenden ist.
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Probleme der Zukunft lösen
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„Wir feiern ein Herzstück der europäischen Einigung“, schwärmte auf der Jubiläumstagung Ulrich Schüller, Leiter der Abteilung Wissenschaftssystem im Bundesministerium für Bildung und Forschung, angesichts solcher Zahlen. „ERASMUS ist nicht nur Kernpunkt für das Gelingen einzelner Biografien, sondern auch für das Funktionieren einer Gesellschaft.“ Professorin Margret Wintermantel, Präsidentin des DAAD, stimmte zu: „Wir bilden mit ERASMUS nicht nur Führungskräfte international weiter. Wir betonen, dass es darauf ankommt, Verantwortung zu übernehmen.“ Die jetzige ERASMUS-Generation müsse mit ihren ethischen Vorstellungen dazu beitragen, die Probleme der Zukunft zu lösen. Dabei spielten internationale Erfahrung und gegenseitige Empathie eine wichtige Rolle.
Der DAAD war als eine der ältesten ERASMUS-Agenturen Europas von Beginn an aktiv an der Entwicklung des ERASMUS-Programms beteiligt. Zu den Meilensteinen des Programms zähle laut Margret Wintermantel die gelungene Integration der ostdeutschen Hochschulen. Bis heute gehören die ostdeutschen Universitäten zu den engagiertesten ERASMUS-Teilnehmern. „Der DAAD hat zudem vor der deutschen Wiedervereinigung durch viele Gespräche und Konferenzen eine wichtige Vorarbeit geleistet“, sagte die DAAD-Präsidentin.
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Erfolgreich: Auch das LEONARDO-Büro Thüringen erhielt auf der Jahrestagung das ERASMUS-Qualitätssiegel
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| © DAAD / Michael Jordan |
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Neben den Erfolgen der Vergangenheit stand auch die Zukunft des Austauschprogramms im Blickpunkt der Bonner Tagung. Die gegenwärtige ERASMUS-Phase unter dem Titel „Programm des Lebenslangen Lernens“ endet im kommenden Jahr. Xavier Prats Monné, stellvertretender Generaldirektor für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend bei der Europäischen Kommission, stellte einige mögliche Kernpunkte der neuen Programmetappe unter dem Titel „ERASMUS for All“ vor. Das Budget soll um 73 Prozent erhöht werden, 53 Prozent davon sollen in die Hochschulbildung fließen, 20 Prozent in die Berufsbildung und zehn Prozent in die Schulbildung. „Es gab nie zuvor eine derartige Erhöhung für ein EU-Programm“, betonte Prats.
Eine wesentliche Änderung betrifft die Programmverwaltung, die stark vereinfacht werden soll: Nach dem aktuellen Programmvorschlag werden die bisherigen Segmente GRUNDTVIG (Allgemeine Erwachsenenbildung), ERASMUS (Hochschulbildung), LEONARDO DA VINCI (Berufsbildung) und COMENIUS (Schulbildung) zusammengelegt. Eine Unterteilung erfolgt stattdessen in „Learning Mobility“, „Institutional Co-operation“ und „Policy Support“ – wobei die Ausgestaltung der Inhalte noch offen ist. „Wir möchten so effizient wie möglich arbeiten und uns auf die Wirkung des Programms konzentrieren, nicht nur auf die Teilnehmer“, begründete Xavier Prats Monné die Vorschläge. „Wir wollen ein verändertes Programm, das das Leben in Europa verändert.“
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Der DAAD begrüßt viele der neuen Ansätze. „Das Programm enthält wichtige Vorschläge, die unsere Arbeit sehr unterstützen“, sagt Dr. Siegbert Wuttig, Direktor der Nationalen Agentur beim DAAD. „Wir setzen uns allerdings dafür ein, die Sichtbarkeit der einzelnen Bildungssegmente zu erhalten – damit wir den Geförderten zum jeweiligen Angebot den besten Zugang und eine optimale Beratung bieten können.“ Der DAAD werde im Juli offiziell Stellung zum EU-Vorschlag beziehen. Eins scheint jedoch sicher: Mit der Stärkung des Budgets wird das Programm auch in seiner nächsten Etappe wieder Erfolgsgeschichten schreiben.
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Die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) vergab auf der Jahrestagung das ERASMUS-Qualitätssiegel an 13 deutsche Hochschulen und ein Praktika-Konsortium für besondere Verdienste und Leistungen beim ERASMUS-Austausch von deutschen und ausländischen Studierenden und Dozenten.
Universität Bielefeld Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Technische Universität Dresden Universität Duisburg-Essen Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Universität Konstanz Universität Leipzig Universität Mannheim Hochschule für angewandte Wissenschaften München Fachhochschule Münster Hochschule Neu-Ulm Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Hochschule Reutlingen LEONARDO-Büro Thüringen
Der DAAD vergab auch einen Individualpreis an Personen aus deutschen Hochschulen für besondere Verdienste bei der Umsetzung des ERASMUS-Programms.
Christiane Biehl (Universität zu Köln) Benjamin Feyen (ERASMUS Student Network Deutschland) Prof. Volker Gehmlich (Hochschule Osnabrück) Prof. Dr. Gerd-Michael Hellstern (Universität Kassel) Irene Latschar (Universität Koblenz-Landau) Prof. Dr. sc. oec. Karin Lohr (Humboldt-Universität zu Berlin) Lokale ERASMUS-Initiative der Universität Konstanz Dr.-Ing. Dr. h. c. Frank March (Technische Universität Ilmenau) Elke Sasse-Fleige (Stiftung Universität Hildesheim) Dr. oec. Klaus-Peter Stark (Humboldt-Universität zu Berlin)
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Autor: Boris Hänßler |
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Veröffentlichungsdatum: 19.06.2012 |
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