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Austausch in der Hauptstadt |
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Teilnehmer deutsch-arabischer Studiengänge in Berlin |
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Sie werden zu kompetenten Generalisten ausgebildet und sollen künftig Brücken zwischen der arabischen Welt und Deutschland bauen: Die Teilnehmer von vier deutsch-arabischen Studiengängen, die der DAAD gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufgebaut hat. Zum gegenseitigen Kennenlernen, aber insbesondere um Einblicke in das deutsche Regierungssystem zu erhalten, besuchten die Studierenden nun Berlin.
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In vielen arabischen Ländern wurden im vergangenen Jahr Regierungen gestürzt. Doch die Reformbewegung ist ins Stocken geraten, es gab Rückschläge, die Entwicklung wird durch Armut und Gewalt behindert. Es mangelt in den Ländern an vielem – besonders dringend aber werden gut ausgebildete Generalisten mit arabisch-europäischem Erfahrungsschatz benötigt. Sie sollen Wissen transferieren, beim Aufbau moderner Strukturen von Regierung, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in der arabischen Welt mitwirken und die binationale Zusammenarbeit stärken.
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Interessante Erfahrung: Mehr als 40 Studierende arabischer und deutscher Herkunft lernten das politische Berlin kennen
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| © Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. |
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Wichtige Institutionen kennengelernt
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Vielversprechende Nachwuchskräfte dieser Art besuchten in der Woche vom 9. bis 15. Juni 2012 wichtige Institutionen in der Hauptstadt Berlin. Die Gruppe aus mehr als 40 Studierenden arabischer und deutscher Herkunft lernte in der Hauptstadt Strukturen der deutschen Wirtschafts-, Entwicklungs-, Außen- und Kulturpolitik kennen. Es waren Teilnehmer vier deutsch-arabischer Studiengänge, welche vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert und vom DAAD und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) koordiniert werden. Die Studiengänge waren in den Jahren 2007 bis 2011 ins Leben gerufen worden. Das hauptstädtische Besuchsprogramm „German Arab Cooperation in Development, Business, Culture and Politics“ ist Teil des Lehrplans und dient auch zum gegenseitigen Kennenlernen der vier Gruppen.
Die Studierenden unterhielten sich in der Besuchswoche etwa mit Mitgliedern des Bundestags sowie mit Mitarbeitern von Ministerien und Verbänden, um Einblicke in Entscheidungsprozesse zu erhalten. So gab es für die Gruppe auch einen Empfang in der Bayerischen Landesvertretung, wo der Parlamentarier Günter Gloser einen Vortrag über die Herausforderung der deutschen Politik durch die arabischen Revolutionen hielt.
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Diskussion: Der Bundestagsabgeordnete Günter Gloser (links) hielt einen Vortrag über die Herausforderungen der arabischen Revolutionen und stellte sich den Fragen der Gäste
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| © Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. |
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„Das Besuchsprogramm ist für mich ein echtes Highlight, wir treffen hier viele wichtige Leute“, sagte Ismael Nouns, dessen Eltern aus Deutschland und Marokko kommen. Er hat Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder studiert und belegt den Studiengang „Integrated Water Resources Management“, organisiert von der Universität Jordaniens in Amman und der Fachhochschule Köln. Nouns will bald seinen Master zu den Umweltproblemen der Olivenölproduktion abschließen und erwägt, später in der Wirtschaft zu arbeiten.
In den öffentlichen Sektor, vielleicht die ägyptische Zentralbank, zieht es Samar Sabe. Sie studiert „Economic Change in the Arab Region“, einen Kurs, der von den Universitäten Damaskus und Marburg betreut wird. Sie hat schon einen Wirtschaftsabschluss der Deutschen Universität in Kairo in der Tasche. „Der Handel arabischer Länder untereinander ist noch schwach“, sagte sie. Von der Entwicklung Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg hofft sie viel für die Chancen ihres Landes lernen zu können. In ihrer Abschlussarbeit soll es um das islamische Bankwesen gehen. Ihre Kommilitonin Ala’a Mohamed möchte sich hingegen mit Mikrofinanzierung befassen. Sie lehrte zuvor an der Arab Academy for Science, Technology and Maritime Transport in Alexandria und war in der Marktforschung und als Aktivistin tätig. Die Armut sei der größte Feind der Gesellschaft, sagte die Ökonomin. In Zukunft möchte Ala’a Mohamed, die auf die integrierende Kraft der Zivilgesellschaft setzt, vielleicht einmal im Bereich soziale Entwicklung arbeiten.
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Gesellig: Der Parlamentarische Abend diente auch dem gegenseitigen Kennenlernen
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| © Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. |
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Andere arabische Teilnehmer des Besuchsprogramms stammen aus Algerien, dem Irak, dem Jemen, Jordanien, den palästinensischen Autonomiegebieten und Syrien. Vertreten waren auch zwei weitere deutsch-arabische Studiengänge: „Renewable Energy and Energy Efficiency for the MENA Region“ heißt der eine; er wird von den Universitäten Kairo und Kassel betreut. Den berufsbegleitenden Kurs „International Education Management“ organisieren die Universität Helwan/Kairo und die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. Er dauert drei Jahre, während es bei den drei anderen Studiengängen drei Semester sind.
„Wir wollen Berater für die Praxis und für die Politik ausbilden“, sagte Anke Stahl, Leiterin des DAAD-Referats „Entwicklungsländerbezogene Aufbaustudiengänge“, während des Empfangs über das Ziel der Studiengänge. Und Adolf Kloke-Lesch vom Vorstand der GIZ hob die großen Chancen hervor, die der „Arabische Frühling“ bieten würde – nicht nur für die Region selbst, sondern auch für eine Neudefinition der deutsch-arabischen Zusammenarbeit.
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Autor: Sven Titz |
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Veröffentlichungsdatum: 18.06.2012 |
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© DAAD |
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