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Afrika-Netzwerk in Köln |
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Wirtschaftsboom statt Krisen, Kriege, Korruption |
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Auf seinem jüngsten Seminar erörterte das DAAD-Netzwerk "African Good Governance Network (AGGN)" Chancen und Potenziale von Afrikas Wirtschaft. Dabei wurde deutlich, dass der Kontinent noch immer unnötig unterschätzt wird.
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Chancen-Kontinent Afrika: gefragte Absatzmärkte, aufstrebende Länder im Wirtschaftsboom, immenser Rohstoffreichtum – das Thema „Wirtschaft“ stand beim jüngsten Seminar des DAAD-Netzwerks „African Good Governance Network (AGGN)“ vom 28. Mai bis 2. Juni in Köln im Fokus. 19 Teilnehmer unterschiedlicher Fachrichtungen aus zehn Ländern beleuchteten und diskutierten die deutsch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen, afrikanisches Konsumverhalten, die Umsetzung von Unternehmensverantwortung sowie Afrikas Stellung in der Weltwirtschaft.
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„Afrikas Bevölkerung wächst, die Nachfrage nach Konsumgütern steigt. Während China und Brasilien den afrikanischen Markt für sich entdeckt haben, sind die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Afrika eher schwach“, sagt Martin Adelmann vom Freiburger Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI), das die Veranstaltung in Kooperation mit dem DAAD organisiert hat. So konzentriere man sich in Deutschland zum einen eher auf Osteuropa. „Zum anderen ist unser Afrika-Bild immer noch geprägt von Krisen, Kriegen und Korruption“, erklärt Adelmann. Dabei könnte Deutschland auf dem Kontinent in die zahlreich vorhandenen Rohstoffe investieren und viele neue Märkte erschließen. „Zum Beispiel im Energie-Sektor, denn als aufstrebender Kontinent hat Afrika einen hohen Energiebedarf, Deutschland besitzt dagegen die Technik, insbesondere bei den erneuerbaren Energien, und das nötige Wissen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.“
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Zu Gast bei TransFair: Die Teilnehmer des AGGN-Seminars besuchten in Köln auch den gemeinnützigen Verein
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| © Martin Adelmann |
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"Privatwirtschaft ist zunehmend gefordert"
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Afrika als chancenreicher Zukunftskontinent, diese Sichtweise ist für Seminarteilnehmer Eric Njoya gewöhnungsbedürftig. „Wir Afrikaner haben ein eher pessimistisches Selbstbild von unserem Kontinent“, erklärt der 36-jährige Kameruner, der an der Hochschule Bremen Volkswirtschaft studiert hat und dort derzeit zum Thema „Luftverkehr und Tourismus in Kenia“ promoviert. „Afrika wird in den kommenden Jahren schnell wachsen“, hat indes Professor Heribert Weiland vom ABI in seinem Seminar-Vortrag prognostiziert. Eric Njoya will nach der Promotion nicht nur wissenschaftlich in Afrika arbeiten, sondern sich dort auch politisch engagieren. „Zum Beispiel als Abgeordneter oder als Bürgermeister in einer kleineren Stadt, um zunächst im Kleinen Entwicklungen anzustoßen.“ Unternehmensverantwortung spiele dabei zunehmend eine Schlüsselrolle. „Dabei genügt es nicht, dass Firmen sich an Korruption nicht beteiligen, sie müssen langfristig auch dazu beitragen, gegen sie anzugehen“, sagt Martin Adelmann. „Die Privatwirtschaft ist zunehmend gefordert, da die Regierungen alleine diese Probleme nicht lösen können.“ Viele afrikanische Staaten seien politisch schwach, sodass die großen, transnationalen Unternehmen eine relativ starke Stellung hätten.
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Zugkraft regionaler Beziehungen
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Eric Njoya setzt zudem auf die Zugkraft regionaler Beziehungen. „Wenn sich die afrikanischen Länder stärker austauschen und gemeinsame Projekte entwickeln, ist das ein erster Schritt in Richtung Integration auf dem Weltmarkt“, so seine Einschätzung. Eine Schlüsselrolle hat für Njoya auch der afrikanische Rohstoffreichtum. „Ein Teil dieser Rohstoffe sollte in Afrika bleiben und dort abgebaut und verarbeitet werden, das schafft Arbeitsplätze und kann zur Armutsbekämpfung beitragen.“
Die verschiedenen Wirtschaftsthemen und -aspekte diskutierten die Seminarteilnehmer wie gewohnt nicht nur akademisch, sondern beleuchteten diese auch durch Exkursionen im Gespräch mit Experten vor Ort. Zum Beispiel bei einem Besuch des gemeinnützigen Vereins TransFair in Köln, der in Deutschland die Fairtrade-Siegel vergibt. Oder bei der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), ebenfalls mit Sitz in der Domstadt, als Teil der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Sie berät private Unternehmen bei der Investition in Entwicklungsländern und stellt Kapital zu günstigen Konditionen bereit. „Auch wenn die Bedingungen dafür sehr streng sind, ist die DEG eine gute Anlaufstelle für uns, um finanzielle Mittel für Investitionen in unsere Heimatländer zu bekommen“, so Njoya. „Doch Kapital allein reicht nicht aus. Nur in Kombination mit politischem Engagement können wir in Afrika nachhaltig Veränderungen bewirken.“
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Das „African Good Governance Network (AGGN)“ des DAAD, 2007 vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler ins Leben gerufen, hat mittlerweile 58 Mitglieder aus 20 Ländern Subsahara-Afrikas. Die Mitglieder sind hochqualifizierte Afrikaner mit Studienhintergrund in Deutschland in verschiedenen Disziplinen und zählen zu den künftigen Entscheidungsträgern ihrer Heimatländer. Ziel des Netzwerks, aus dem bald ein eingetragener Verein werden soll, ist der Austausch untereinander sowie mit weiteren Wissenschaftlern und Experten aus Deutschland und Afrika. |
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Autorin: Sabine Wygas |
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Veröffentlichungsdatum: 12.06.2012 |
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© DAAD |
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