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Serie "Gesellschaft im Wandel" |
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Der Erfolgs-Express kommt an |
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Der "Millennium Express“ ist am Ziel: Zum Abschluss der Workshop-Reihe feierten aktuelle und ehemalige DAAD-Stipendiaten mit Hochschulvertretern und zahlreichen Gästen das 25-jährige Jubiläum des erfolgreichen Stipendienprogramms "Entwicklungsländerbezogene Aufbaustudiengänge“. Ein Programm, das Entwicklungen in zahlreichen Ländern vorantreibt und das auch die deutsche Hochschullandschaft verändert.
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„In Nigeria gibt es viele Probleme im Gesundheitswesen“, sagt Dr. Theresa Madubuko. „Insbesondere der Kampf gegen Malaria ist eine große Herausforderung“. Die promovierte Medizinerin trägt ihren Teil zu diesem Kampf bei. Sie lehrt „Health Administration and Management“ an der University of Nigeria. Von 2007 bis 2008 absolvierte sie mit einem DAAD-Stipendium den Master-Studiengang „International Health“ an der Universität Heidelberg. Es hatte großen Einfluss auf ihre Arbeit. „Heidelberg war für mich ein Benchmarking – ein Qualitätsmaßstab für meine eigene Tätigkeit.“
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Die promovierte Medizinerin Dr. Theresa Madubuko und Professor Anwar Fazal, Träger des alternativen Nobelpreises und Direktor des Right Livelihood College Malaysia, diskutierten über die globalen Herausforderungen
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| © DAAD / David Ausserhofer |
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Bereits rund 5.000 Absolventen
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Seit 25 Jahren fördert der DAAD „Entwicklungsländerbezogene Aufbaustudiengänge“, in denen sich künftige Fach- und Führungskräfte aus Entwicklungsländern weiterqualifizieren. Die Studiengänge vermitteln Kompetenzen, die für die nachhaltige Entwicklung der Länder relevant sind. Mehr als 90 Prozent der Geförderten schlossen ihr Studium erfolgreich ab, etwa drei Viertel aller Absolventen kehrten wie Theresa Madubuko in ihre Heimatländer zurück. Die Mehrzahl von ihnen fand in den ersten sechs Monaten eine passende Stelle. Rund 5.000 Absolventen hat das Programm bereits hervorgebracht.
„Mit den neuen Qualifikationen haben die Absolventen mehr Gestaltungsmöglichkeiten in ihrer Arbeit“, sagt Anke Stahl, die beim DAAD das Programm betreut. „Sie bringen Prozesse wie Innovation und Entwicklung in Gang.“ Ursula Müller, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ergänzt: „Die DAAD-Alumni setzen sich für Menschenrechte und Demokratie ein, außerdem spielen sie mit ihren Kontakten nach Deutschland eine große Rolle für den Ausbau unserer internationalen Beziehungen“.
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Aktuelle und ehemalige DAAD-Stipendiaten tauschten sich während der Tagung in Bonn aus
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| © DAAD / David Ausserhofer |
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Große Fächervielfalt
Dominierten einst noch agrarwissenschaftliche Fächer, so ist die Zahl der durch das DAAD-Programm geförderten Studiengänge inzwischen von sechs auf 42 angestiegen – und ebenso die Vielfalt. Die Fächer behandeln heute Themen wie Land- und Ressourcen-Management, Urbanistik, Energietechnik oder Entwicklungsmanagement. Gezielt werden Stipendiaten ausgewählt, die bereits Berufserfahrung gesammelt und bewiesen haben, dass sie etwas bewegen wollen. Das Interesse ist groß: Mehr als 3.000 Interessenten bewerben sich jährlich auf 300 Stipendien. Für deutsche Hochschulen ist das Programm ein wichtiger Anreiz, entwicklungsbezogene Programme zu etablieren – und sich mit den Gästen auseinanderzusetzen. „Wir müssen ohnehin ständig unsere Curricula verbessern“, sagt Professorin Uta Wilkens, Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien an der Ruhr-Universität Bochum. „Wir sollten in allen Masterprogrammen einen internationalen Austausch zum Standard erheben“. Die internationalen Studierenden würden das Campusleben positiv beeinflussen. Außerdem sei das DAAD-Programm ein Modell dafür, wie man Ethik und Ökonomie zusammenbringe. „Das ist unsere Verantwortung für künftige Führungskräfte“, sagt Wilkens.
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"Blick über den Tellerrand"
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Die DAAD-Stipendiaten wollen durchaus Vorbild sein: Sie zeichnen sich durch ein hohes gesellschaftliches Engagement aus. Vor dem 25-jährigen Jubiläum des Programms entwickelten sie die Idee des „Millennium Express“, eine Workshop-Reihe, die an acht deutschen Hochschulen halt machte und sich dort mit den Millennium-Entwicklungszielen der Vereinten Nationen befasste: Klimawandel, Green Economy, Wassermanagement oder Nahrungssicherheit. Der interdisziplinäre Ansatz kam bestens an. „Der Millennium Express hat den Stipendiaten den Blick über den Tellerrand eröffnet“, sagt DAAD-Referatsleiterin Anke Stahl. „Die Stipendiaten haben außerdem die Diskussion in eine breitere Öffentlichkeit getragen – das war für sie eine weitere Motivation für ihre Arbeit.“
Die letzte Station des Millennium Express war Bonn. Dort wurde das Jubiläum mit der Tagung „Wege der Veränderung: Entwicklung durch Bildung“ gefeiert. Zu Gast waren neben aktuellen Stipendiaten, Alumni und Hochschulvertretern auch Vertreter von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, darunter Professor Anwar Fazal, Träger des Alternativen Nobelpreises und Direktor des Right Livelihood College Malaysia. Er diskutierte mit anderen Teilnehmern über die Frage, ob Hochschulen im Umgang mit den aktuellen globalen Herausforderungen mehr Verantwortung übernehmen müssten.
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Auch in den Pausen führten die Teilnehmer interessante Gespräche
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| © DAAD / David Ausserhofer |
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"Kontakte zur Arbeitswelt stärken"
Joachim Prey, stellvertretender Leiter des Fach- und Methodenbereichs der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), benannte dazu einige Probleme in den Entwicklungsländern: „Es gibt zu wenig Jobs, und die Universitäten bilden oft Leute aus, die nicht gefragt sind – ein Teufelskreis“. Ein Realitätsbezug sei deshalb wichtig; die Kontakte zur Arbeitswelt sollten gestärkt werden. „Die Universitäten müssen künftige Entwicklungen besser voraussehen“, sagte Prey. Dr. Helmut Blumbach, Leiter der Programmabteilung Süd des DAAD, wies darauf hin, dass es auch Spannungen zwischen Arbeitsmarkt und Gesellschaft gebe. „Hochschulen können mitunter als Korrektiv auftreten und die Zivilgesellschaft kritisch begleiten.“ Einigkeit herrscht darin, dass Universitäten eine Verantwortung tragen. „Universitäten lehren, forschen und schaffen die Generationen der Zukunft“, sagte Anwar Fazal. „Sie sollten die Generationen verbinden und gegenseitige Empathie fördern“.
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Dem würden DAAD-Stipendiaten wie Mayra Virginia Herrera zustimmen. Herrera kommt aus El Salvador und studiert am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) „Utilities and Waste – Sustainable Processes“. „Wir lernen ja nicht nur fachlich, sondern auch sehr viel aus den persönlichen Gesprächen mit Professoren“, sagt sie. Auch Danald Kugonza aus Uganda, Stipendiat an der HTW Berlin erklärt, dass er neben den fachlichen Qualifikationen die Meinungen seiner Dozenten schätzt. „Ihre Erfahrungen sind genau so wichtig wie das Fachwissen“, sagt er. Kugonza will nach seinem Abschluss in Uganda als Bankmitarbeiter Kleinunternehmer beraten oder ein eigenes Geschäft aufbauen – dafür sieht er sich mit dem Studium in Deutschland hervorragend gerüstet.
Wie Joachim Prey von der GIZ auf der Tagung erklärte: „Entwicklung braucht Können und Überzeugung!“. DAAD-Stipendiaten wie Mayra, Danald und Theresa beschreiten mit beidem in ihrer Heimat tatsächlich Wege der Veränderung.
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Autor: Boris Hänßler |
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Veröffentlichungsdatum: 06.06.2012 |
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