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Vielfältige Lektorenarbeit |
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Vermittler mit zahlreichen Aufgaben |
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Rund 500 Lektoren sind im Auftrag des DAAD weltweit an Universitäten tätig. Wie bunt dieses Berufsbild ist, zeigten auch die in Frankreich arbeitenden DAAD-Lektoren auf ihrem jüngsten Jahrestreffen.
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Gemächlich mit dem Kanu die Ardèche hinab, mit Hilfe erfahrener Guides an tückischen Stromschnellen vorbei: die Tour durch das imposante Flusstal kam bei der Gruppe der DAAD-Lektoren gut an. Inmitten eines straffen Tagungsprogramms bot sie willkommene Abwechslung. Einmal im Jahr finden sich die DAAD-Lektoren, die in Frankreich arbeiten, zu einem Jahrestreffen zusammen. Diesmal reisten sie vom 30. Mai bis zum 3. Juni nach Vogue an der Ardèche. „Kultur und Kommunikation – Deutsch-französische Grenzgänge“ lautete das Motto der Tagung.
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Eindrücke aus erster Hand: Die DAAD-Lektoren berichteten von ihrer Arbeit
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| © DAAD |
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Reichlich Einblick in die Arbeit der Kollegen
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„Diese Treffen dienen der Fortbildung wie auch dem gegenseitigen Austausch“, erläuterte Anke Rudolph, als zbV(„zur besonderen Verwendung“)-Lektorin an der DAAD-Außenstelle in Paris zuständig für die Konzeption und Organisation der Veranstaltung. Wobei mit Austausch weniger der Plausch beim Kaffee in der Pause gemeint ist. Kennzeichnend für diese Jahrestreffen ist nämlich: Das Tagungsprogramm wird zum Teil von externen Referenten, aber auch von den Lektoren selbst bestritten. Die Teilnehmer erhielten also reichlich Einblick in die Arbeit ihrer Kollegen und Kolleginnen – aus erster Hand.
Der DAAD schickte im Studienjahr 2010/11 weltweit 479 Lektoren an Universitäten. In Frankreich sind derzeit 47 im Einsatz. Ihre Aufgabe: Vermittlung der deutschen Sprache, verbunden mit Informationen über das Land. Die akademische Lehre geht bei vielen Lektoren weit über Sprachunterricht im engeren Sinne hinaus. Stephanie Schwerter etwa, Lektorin an gleich zwei renommierten Pariser Forschungsinstitutionen, der Maison des Sciences de l’Homme und der École des Hautes Études en Sciences Sociales, stellte ihren Kurs „Médiation interculturelle“ vor, in dem Studierende aus aller Herren Länder die Kunst der Vermittlung zwischen den Kulturen einüben. Gewinnbringend für Sprachpraktik und Wortschatzarbeit ist es außerdem, ein Theaterstück einzustudieren oder über ein Kunstwerk zu diskutieren. Dr. Dorit Kluge, Lektorin in Clermont-Ferrand, zeigte in ihrem Atelier Möglichkeiten auf, etwa ein Gemälde von Rembrandt als „Sprech- und Schreibanlass“ zu nutzen.
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Gruppenbild der Tagungsteilnehmer: Treffen im imposanten Flusstal
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Die 40 „Regellektorate“ in Frankreich, die überwiegend an germanistischen Fachbereichen angesiedelt sind, bearbeiten im Unterricht das Feld der klassischen Germanistik: Übersetzungen und Lektürekurse, erweitert durch „Kulturtransfer“, also landeskundliche Veranstaltungen. Sandra Schmidt, Lektorin in Clermont-Ferrand, lässt etwa „Le père Milan“ von Guy de Maupassant übersetzen, zum Kulturtransfer taugen Cartoons aus „Le monde“, aber auch Madame de Staëls Klassiker „De l’Allemagne“. Bei allen Unterschieden zwischen Deutschland und Frankreich sollte man aber auch die Gemeinsamkeiten nicht vergessen, meinte sie: „Sonst verfestigen sich die Klischees.“
Ein Fachlektor hingegen unterrichtet nicht Deutsch, sondern ein bestimmtes Fach wie Jura, Betriebs- oder Volkswirtschaft auf Deutsch oder im Rahmen eines bilingualen Studiengangs. Wie am Institut d’Allemand der Universität Paris 3: Hier lehrt Dr. Helmut Niesner, einer von sieben Fachlektoren in Frankreich, seit September 2011 Betriebswirtschaftslehre, etwa im Rahmen des Master-Studiengangs „Gestion et Marketing Franco-Allemands“. Dem Studiengang schreibt er Vorbildfunktion zu: „Hier wird vieles zusammengedacht, was andernorts noch getrennt ist.“
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Neue Ansätze in der Lehre werden dringend benötigt, denn die klassische Germanistik in Frankreich leidet seit Jahren unter zurückgehenden Studierendenzahlen: Es sind schon Fachbereiche geschlossen worden. Handlungsbedarf sehen nicht nur die Universitäten, sondern auch der DAAD. „Wir sollten die germanistischen Institute aktiv dabei unterstützen, neue Wege zu gehen und damit auf längere Sicht die Germanistik zu retten“, so Christiane Schmeken, seit Februar 2012 Leiterin der DAAD-Außenstelle in Paris.
Die Universität Paris 3 etwa setzt seit 2009 verstärkt auf kombinierte Studiengänge in der Germanistik. Man kann das Fach Deutsch nun mit Kommunikationswissenschaften oder Geschichte verbinden. Seitdem „sind die Einschreibezahlen deutlich gestiegen“, vermeldete Lektorin Mignon Lamielle. Insgesamt sehen noch zu wenige Studienanfänger in Frankreich die Chancen von Deutsch auf dem Arbeitsmarkt. Obwohl Deutschland Frankreichs wichtigster Handelspartner ist, gilt Deutsch bestenfalls als Bildungssprache. Diverse Mobilitätsprogramme helfen, dieses Image zu ändern. Ganz ohne solchen Aufwand schafft Milan Vucurovic, Lektor in Angers, einen Bewusstseinswandel der besonderen Art: „Wenn ich meinen Namen an die Tafel schreibe, wollen viele gar nicht glauben, dass ich aus Deutschland komme.“ Deutschland, eine Migrationsgesellschaft wie Frankreich: Das ist die Botschaft. Deshalb wünscht sich Vucurovic, Sohn einer deutschen Mutter und eines montenegrinischen Vaters, mehr Lektoren mit Migrationshintergrund.
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Autor: Mathias Nofze |
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Veröffentlichungsdatum: 05.06.2012 |
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