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Zu den Herausforderungen, denen sich die germanistischen Institute im südlichen Afrika stellen müssen, gehört es, die Relevanz des Faches innerhalb des Studienangebotes der Hochschulen zu verdeutlichen und für gut ausgebildeten Nachwuchs zu sorgen, sagte Dr. Rolf Annas von der Universität Stellenbosch und Vorsitzender des Germanistenverbandes im Südlichen Afrika (SAGV) zum Eingang der Tagung. Im Verlauf der Podiumsdiskussion „Zur Lage der Germanistik in Subsahara-Afrika“ wurde deutlich, dass der Germanistik und der Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache unter anderem eine besondere Bedeutung hinsichtlich der späteren Berufsaussichten der jungen Studierenden zukommen kann, und zwar vor allem dann, wenn die Curricula dies bereits berücksichtigen. So sieht Professor Serge Glitho, Vorsitzender des Verbandes Germanistik in Afrika Subsahara (GAS) und an der Universität Lomé in Togo tätig, eine Aufgabe und Chance für die Germanistik darin, berufsspezifische Studiengänge einzurichten.
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Austausch in Stellenbosch: Die Lage der Germanistik wurde intensiv analysiert
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Germanistik als wichtige Brücke
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Die Moderatorin der Podiumsdiskussion Dr. Annette Julius, die als Abteilungsleiterin beim DAAD den Bereich der Germanistik- und Deutschförderung im Ausland verantwortet, verwies auf die Rolle, die die Germanistik als wichtige Brücke zu einem Studium in Deutschland spielt und auf die Bedeutung von Kooperationen mit der Germanistik in Deutschland, zum Beispiel im Rahmen von Germanistischen Institutspartnerschaften. Die Tagungsteilnehmer waren sich einig, dass auch die Germanistik neben den Natur- und Agrarwissenschaften für entwicklungspolitische Fragen Relevanz beanspruchen kann. „Die Germanistik beschäftigt sich nicht bloß mit der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch mit deutschem Know-how, das uns, beispielsweise beim Aufbau eines Staates, zugute kommen kann“, so Professor Maguèye Kassé von der Universität Dakar im Senegal. Das Erlernen der deutschen Sprache diene außerdem zur Besinnung auf eigene kulturelle Werte.
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Interessierte Zuhörer: kontroverse Diskussionen trotz eines grundlegenden Konsenses
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Trotz des grundlegenden Konsenses wurde in Südafrika kontrovers diskutiert: Arbeitsgruppen analysierten die deutsch-afrikanischen Beziehungen und neueste Beiträge zu Forschung und Lehre der Germanistik an den Hochschulen. Interkulturelle Fragestellungen wurden in der literaturwissenschaftlichen Arbeitsgruppe zu Deutschland- und Afrikabildern in der Literatur diskutiert. Konzepte der Mehrsprachigkeit, Modelle für Kooperationen in der Deutschlehrerausbildung und der Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses standen ebenso auf der Agenda wie die berufsbezogene Ausbildung, etwa im Bereich Dolmetschen und Übersetzen. Nach wie vor soll Priorität auf die Vermittlung der deutschen Sprache gelegt werden, lautete eines der Ergebnisse der Arbeitsgruppen: „Gerade in Westafrika gibt es einen großen Bedarf an Deutschlehrern, da Deutsch in den Schulen unterrichtet wird und eine wachsende Nachfrage erfährt“, sagte Susanne Lüdtke vom DAAD-Referat für Auslandsgermanistik und Deutsch als Fremdsprache, die die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Germanistik-Abteilung der Universität Stellenbosch organisierte. „Aber auch die Tourismusbranche und NGOs sind auf der Suche nach Hochschulabsolventen mit guten Deutschkenntnissen.“
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"Ausbildung auch vor Ort ermöglichen"
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Die Teilnehmer nutzten nicht nur die Arbeitsgruppen, sondern auch den Ausflug nach Kapstadt und die gemeinsamen Abendessen zum gegenseitigen Austausch. „Damit haben wir unser Ziel mehr als erreicht“, sagte Dr. Gisela Schneider, für die Germanistik- und Deutschförderung im Ausland zuständige Gruppenleiterin beim DAAD. „Wir haben weitere Kooperationsmöglichkeiten zwischen afrikanischen und deutschen Hochschulen – zum Beispiel in Form von Germanistischen Institutspartnerschaften – ausgelotet, die sicher künftig eine noch bedeutendere Rolle spielen werden.“ Darüber hinaus diente die Tagung dazu, afrikanische Germanisten stärker miteinander zu vernetzen. „Wichtig für die Zukunft des Faches ist es, Bedingungen zu schaffen, die die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses auch vor Ort ermöglichen“, sagte der Vorsitzende des DAAD-Beirats Germanistik, Professor Klaus-Michael Bogdal von der Universität Bielefeld. Während der Tagung wurde deutlich, dass das Potential dazu an verschiedenen Standorten vorhanden ist.
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Gruppenbild der Tagungsteilnehmer: Kommunikation in Tradition und Stil
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Positiver Blick in die Zukunft
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Dass die Germanistik in Afrika der Zukunft positiv entgegenblickt, stand für die Tagungsteilnehmer außer Zweifel: „Unsere Germanistikprofessoren und -Dozenten leisten eine hervorragende Arbeit und sind international renommiert“, meinte Professor Glitho. Auch die Studierenden seien hochmotiviert. „Leider sind wir jedoch durch externe Faktoren mit infrastrukturellen Unzulänglichkeiten konfrontiert.“
Aus den eigenen Reihen bestritten werden konnte der kulturelle Höhepunkt der Tagung. Dr. Mensah Wekenon Tokponto von der Universität Abomey-Calavi in Benin und Professor Andreas Kelletat von der Universität Mainz, Mitglied des DAAD-Beirats Germanistik, boten Kostproben aus ihren eigenen Werken. Die Lesung aus einem literarischen Werk von deutscher und die Aufführung von oral tradierten Märchen von afrikanischer Seite, im Wechsel vorgetragen, waren – ebenso wie die fachwissenschaftlichen Diskussionen – ein gelungenes Beispiel dafür, dass die Kommunikation über Kontinente hinweg bei aller Unterschiedlichkeit in Tradition und Stil gelingen kann.
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