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Musiker-Stipendiatentreffen des DAAD |
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"Vielfalt im Einklang" |
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Bereits zum zweiten Mal veranstaltete der DAAD ein Musiker-Stipendiatentreffen. Neben einem eindrucksvollen Konzert stand hier auch die musikalische Feinarbeit in Workshops im Mittelpunkt.
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Klaviermusik perlt in das Foyer der Akademie der Künste am Hanseatenweg in Berlin. Der Pianist ist jung. Die großzügige Fensterfront hinter ihm gibt den Blick in einen Staudengarten frei, der das erste, frische Grün des Jahres trägt. Neben dem Piano, halb verborgen von der leeren Bar des Foyers, sitzen junge Leute an zwei Kaffeehaustischen. Einige hören einem älteren Herrn zu, andere sitzen abgewandt und lauschen der Musik. Sie wirken wie eine Gruppe Weltbürger, die ein schöner Zufall an diesem Ort zusammengeführt hat. Es sind die Teilnehmer eines Gesangs-Workshops, der zum Programm des zweiten DAAD-Musiker-Stipendiatentreffens gehört. Einhundert Gäste – Musiker, Sänger, Komponisten und Musikwissenschaftler – sind zum Treffen nach Berlin eingeladen. Sie kommen aus der ganzen Welt und studieren nun für ein oder zwei Jahre an verschiedenen deutschen Musikhochschulen. Bereits zum zweiten Mal findet dieses Treffen in der Akademie der Künste in Berlin statt, in diesem Jahr vom 12. bis zum 15. April. Nicht nur Workshops gehören dazu, sondern auch musiktheoretische Vorträge, gemeinsame Mittag- und Abendessen und ein Besuch in der Berliner Philharmonie.
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Léa Trommenschlager (links) während des Konzerts im Großen Parkett der Akademie der Künste
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| © DAAD / Sebastian Schobbert |
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Auf höchstem Niveau
Aus der Gruppe am Fenster löst sich eine Frau, die französische Sängerin Léa Trommenschlager. Sie tritt neben das Piano. Sie singt das Schubert-Lied „Nur wer die Sehnsucht kennt“. Ihr Sopran füllt das Foyer. Als sie geendet hat, lobt der Lehrer, Professor Markus Köhler, den starken Ausdruck ihres Vortrages. Es gibt aber auch noch Dinge, an denen sie arbeiten kann. „Das ‚Ach’ sollte mehr wie ein Seufzer kommen“, sagt er und unterstreicht das mit einer theatralischen Geste. Er lässt den Pianisten noch einmal den Auftakt spielen, um ihr zu zeigen, wie sie diese Passage nutzen kann, um sich für das „Ach“ zu sammeln.
Was hier geschieht, ist Feinarbeit auf höchstem Niveau. Die Teilnehmer des Workshops sind ausgebildete Musiker auf dem Weg zur Spitze. Das Stipendium des DAAD soll sie dabei unterstützen. Ziel des Workshops ist das öffentliche Konzert am Samstagabend.
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Léa Trommenschlager wird dann auf der Bühne stehen. Auch der Pianist, der 24-jährige Nicholas Susi, wird daran teilnehmen. Er werde die „Eroica“ von Franz Liszt spielen, erzählt der US-Amerikaner mit zurückhaltender Stimme. Ein bisschen aufgeregt sei er schon. Die „Eroica“ ist ein schwieriges Stück, eine Feuertaufe für Weltklassepianisten. Nicholas Susi nutzt das Stipendium an der Hochschule für Musik Köln, um einige besonders schöne Variationen von Beethoven, die kaum bekannt und gespielt sind, vor dem Vergessen zu schützen. Für ihn steht jetzt schon fest, dass er sich nach dem ersten um ein zweites DAAD-Jahr bewerben wird, mit einer Variation von Beethoven natürlich. „Der Workshop ist toll, weil man mit anderen gemeinsam musizieren und sich über die Erfahrungen in Deutschland austauschen kann“, sagt er.
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Anatoliy Pak spielte den "Vals op. 8, Nr. 4" des paraguayischen Komponisten Agustín Pío Barrios Mangoré
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| © DAAD / Sebastian Schobbert |
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Vom Vater das Gitarrenspiel gelernt
Und dann ist es soweit. Das Große Parkett am Hanseatenweg füllt sich mit Besuchern. Als Dr. Christian Thimme, Leiter der DAAD-Gruppe „Internationalisierung der Hochschulen“, und Dr. Anna Prinz, die Beauftragte für Außenwissenschaftspolitik des Auswärtigen Amtes, die Stipendiaten und Gäste begrüßen, sind fast alle 400 Plätze besetzt. Anna Prinz hebt den gut gewählten Titel des Programms „Vielfalt im Einklang“ hervor, der den europäischen Gedanken „Einheit in der Vielfalt“ unterstreiche. Professor Dieter Mack, der Vorsitzende der Auswahlkommission für die Stipendiaten, moderiert das Konzert und stellt die Werke vor. Spannend sind die kleinen Geschichten über die Stipendiaten, wie die des usbekischen Gitarristen Anatoliy Pak, dessen virtuoses Spiel die Auswahlkommission sofort überzeugte. Auf die Frage, wo er in Usbekistan das Gitarrenspiel studiert habe, erklärte Pak, dass er es von seinem Vater gelernt habe – und vom einfachen Zuhören im Radio.
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Völlig verschiedene Klangwelten
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Das Einzigartige an diesem Konzert ist, dass es in völlig verschiedene Klangwelten führt, zeitlich vom Europäischen Barock bis in die Postmoderne, geografisch von Japan und Taiwan über die Mongolei und den Orient durch ganz Europa bis in die USA. Es konfrontiert mit den unterschiedlichsten kompositorischen Ansätzen. Zu den Höhepunkten des Konzerts gehören Stücke, in denen die Musiker zeigen können, welche individuelle Ausdruckskraft in den Instrumenten steckt, die Konzertbesucher sonst nur als Teil des Orchesters wahrnehmen. „In Freundschaft“ von Karlheinz Stockhausen, auf der Tuba interpretiert von Jack Edward Adler-MacKean aus Großbritannien oder „Interférences I“ von Roger Boutry, beeindruckend gespielt von María José Rielo Blanco aus Spanien (Fagott) und Elmira Sayfullayeva aus Belarus (Klavier), gehören dazu.
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Geglückte "Eroica": Nicholas Susi während seines Auftritts
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| © DAAD / Sebastian Schobbert |
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Nicholas Susi spielt die „Eroica“ virtuos und mit großer Präsenz. Man wird sicher noch von ihm hören. Und Léa Trommenschlager interpretiert keinen sehnsuchtsvollen, altmodischen Seufzer, sondern steht völlig im Jetzt mit ihrer Darbietung des alten Shakespeare-Textes, doch modern von der finnischen Komponistin Kaija Saariaho vertonten „Ariel’s hail“.
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Autorin: Kathrin Schrader |
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Veröffentlichungsdatum: 17.04.2012 |
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© DAAD |
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