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DAAD-Programm PAGEL |
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"Partnerschaft auf Augenhöhe" |
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Ein wichtiger Austausch im Dienst an den Menschen: Unter dem Motto "Gesundheit in Entwicklungsländern: Erfahrungen und Perspektiven von Hochschulpartnerschaften" hatte der DAAD gemeinsam mit dem Missionsärztlichen Institut Würzburg zu einer Konferenz eingeladen. Im Mittelpunkt stand das DAAD-Programm "PAGEL – Partnerschaften für den Gesundheitssektor in Entwicklungsländern".
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Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter deutscher Hochschulen, der Projekte aus Entwicklungsländern sowie aus Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) trafen sich in Würzburg zum Erfahrungsaustausch. Seit 2005 fördert der DAAD mit PAGEL aus Mitteln des BMZ Kooperationsprojekte zwischen Hochschulen in Deutschland und in Entwicklungsländern. Ziele des Programms, für das in diesem Jahr 1,16 Millionen Euro zur Verfügung stehen, sind unter anderem Strukturverbesserungen an den Hochschulen in den Entwicklungsländern, die Aus- und Fortbildung von Wissenschaftlern, Graduierten und Studierenden sowie die Rückkehrförderung für Studierende aus Entwicklungsländern an deutschen Hochschulen. Seit 2009 fördert das Programm auch Projekte aus nicht rein medizinischen Fachbereichen, zu denen Pflegewissenschaften, Krankenversicherungswesen oder Krankenhausmanagement gehören.
Ursula Hardenbicker, Leiterin des DAAD-Referates Hochschulkooperationsprojekte, betont: „Die verschiedenen Förderinstrumente von PAGEL haben sich in den vergangenen sieben Jahren bewährt. Die thematische Ausweitung des Programms macht deutlich, dass der Gesundheitssektor als Ganzes betrachtet werden sollte.“ Derzeit werden nach Angaben Hardenbickers 22 Kooperationsprojekte an denen 17 deutsche Hochschulen mit Partnern in 22 Entwicklungsländern beteiligt sind, gefördert. Mit 15 PAGEL-Projekten liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten in der Region Afrika-Subsahara.
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Etablierte Kooperation: Sommerschule im indonesischen Makassar
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| © DAAD |
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Intensiver deutsch-indonesischer Austausch
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Ein Beispiel für eine gelungene Kooperation ist die „Indonesian-German Health Partnership“, die Professor Uwe Groß, Direktor der Abteilung Medizinische Mikrobiologie der Georg-August-Universität-Göttingen, auf der Würzburger Konferenz präsentierte. Groß kam nach dem Tsunami vom Dezember 2004 in die indonesische Provinz Aceh, um nach der Katastrophe den Wiederaufbau und die Modernisierung der Medizinischen Fakultät zu unterstützen. Aus der Soforthilfe entwickelte sich eine langfristige Partnerschaft zwischen der Georg-August-Universität Göttingen und der Syiah Kuala University Banda Aceh, die seit 2007 im Rahmen von PAGEL gefördert wird. Mehr als 100 Studierende und Professoren haben bisher an Sommerschulen in Aceh und in Göttingen teilgenommen. Themen dieser Intensivkurse waren unter anderem Tropenmedizin und Molekularbiologie. Ein Ziel der Partnerschaft ist es außerdem, an der Medizinischen Fakultät in Banda Aceh die Fächer Molekularbiologie, Infektiologie und Tropenmedizin zu etablieren. Ein Schwerpunkt der „Indonesian-German Health Partnership“ ist zudem die Bildung von Netzwerken. Mediziner, Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen und Theologen von 15 indonesischen und 6 deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen haben sich in einem interdisziplinären Netzwerk zusammengeschlossen, um der Ausweitung von Krankheiten entgegenzuwirken. Groß appellierte an die Konferenzteilnehmer, Partnerschaften mutig zu fordern. So könnten etwa Dozenten aus Afrika an deutschen Universitäten Tropenmedizin lehren. Schließlich ginge es bei den Kooperationen um „Partnerschaft auf Augenhöhe“.
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Echte Partnerschaft, keine „One-Man-Show“
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Eine echte Partnerschaft sei keine „One-Man-Show“, sondern ein gegenseitiges Geben und Nehmen, betonte auch Professorin Annelies Wilder-Smith vom Institut für Public Health der Universität Heidelberg. Die Universität kooperiert seit einigen Jahren mit der Universität Gondar in Äthiopien, neu ist die Partnerschaft mit der äthiopischen Universität Bahir Dar. Seit 2005 haben fast 1000 Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika Wochenendseminare besucht. Themen waren beispielsweise „Mütterliche Gesundheit“, „Erkrankungen der Ärmsten“, HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose. Wilder-Smith wies in ihrem Vortrag auch darauf hin, dass es hohe Erwartungen an die Studierenden, die in Deutschland ausgebildet werden, gebe. „Wir müssen sie auf die Rückkehr vorbereiten“, forderte sie.
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Lebendige Partnerschaft: Die Zusammenarbeit des Tropeninstituts der Universität Tübingen und des Albert-Schweitzer-Krankenhauses in Lambaréné, Gabun, wird seit 2007 von PAGEL gefördert
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Christelle Nono Chekam möchte nach ihrer Facharztausbildung als Gynäkologin in ihrer Heimat Kamerun arbeiten. Die 24 Jahre alte Studentin der Universität Tübingen leitete gemeinsam mit zwei anderen afrikanischen Studenten einen Workshop zum Thema „Brain Drain“. Die junge Frau wirbt zwar dafür, dass junge Ärzte nach ihrer Ausbildung in Deutschland in ihre Heimat zurückkehren, ist sich dennoch nicht ganz sicher, ob ihr selbst dieser Schritt nach ihrer Zeit in Deutschland gelingen wird. Es komme auf die Bedingungen an, sagt sie. Um Ärzte zu motivieren, zurückzukehren, müsste zunächst einmal die Verbindung zum Heimatland auch während der Ausbildung, etwa über ein Praktisches Jahr, erhalten bleiben. Auch nach ihrer Rückkehr sollten Ärzte die Möglichkeit haben, sich in Deutschland weiterzubilden, neue Techniken zu lernen und mit modernen medizinischen Geräten zu arbeiten.
PAGEL bietet Maßnahmen zur Rückkehr- und Reintegrationsförderung an, die dazu beitragen die Hürden für künftige Heimkehrer zu senken. So können deutsche Hochschulen die jungen Ärzte zu Wochenendseminaren einladen, um sie auf die Besonderheiten in den Entwicklungsländern fachlich vorzubereiten. Ebenso können Famulaturen und Praktisches-Jahr-Tertiale im jeweiligen Heimatland gefördert werden. Von diesen Maßnahmen könnten auch Christelle Nono Chekam und ihre Kommilitonen profitieren. „Ärzte werden bei uns noch mehr gebraucht als hier in Deutschland“, betont die Studentin.
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Autorin: Barbara Hofmann |
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Veröffentlichungsdatum: 13.03.2012 |
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