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"Millennium Express" in Hannover |
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Gemeinsam gegen den Hunger |
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Der "Millennium Express" nähert sich seinem Zielbahnhof: Als vorletzte Station wurde Hannover angesteuert. Hier widmete sich die zum 25-jährigen Bestehen des DAAD-Programms "Entwicklungsländerbezogene Aufbaustudiengänge" veranstaltete Workshopreihe einer drängenden Herausforderung: dem Einsatz für eine gerechte Verteilung sicherer Nahrungsmittel.
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Wie kann ich mich verantwortungsbewusst und nachhaltig ernähren? Diese Frage hat Luis Bustillo nicht mehr losgelassen. Der Student im Masterstudiengang „Environmental Governance“ an der Universität Freiburg hat unlängst an einem interessanten Projekt teilgenommen: Vier Wochen lang versuchte er, sich nur mit Lebensmitteln aus der Region zu ernähren. „Das durchzuhalten, war sehr schwer. Seitdem fasziniert mich das Thema Ernährung besonders. Und deshalb wollte ich auch unbedingt an dem Workshop hier in Hannover teilnehmen.“ Drei Kommilitonen haben den mexikanischen Stipendiaten des DAAD begleitet. Der Millennium Express hatte zuvor schon bei ihnen in Freiburg Station gemacht. Ideen für eine zukünftige „Green Economy“ waren dort das Thema, in Hannover lautete das Motto „Safe food for all – Food Safety & Food Security“. Dabei wurde deutlich, dass es nicht genügt, weltweit ausreichend Nahrungsmittel herzustellen und zu verteilen. Nicht zuletzt aus gesundheitlichen Gründen ist auch die Qualität der Nahrung weltweit von entscheidender Bedeutung.
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Anregender Austausch: Die "Millennium Express"-Station in Hannover führte Studierende verschiedener Fachrichtungen zusammen
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| © DAAD / Moritz Küstner |
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Prominent besetztes Podium
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Die inhaltliche Ausgestaltung der Stationen des Millennium Express orientiert sich an den Millenniumszielen der Vereinten Nationen. Wie schon bei den vorangegangenen, deutschlandweiten Workshops organisierten auch in Hannover Studierende eines vom DAAD geförderten Aufbaustudiengangs die Veranstaltung. Die Teilnehmer des Masterstudiengangs „International Horticulture“ hatten ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt: Zwei von Studierenden dargebotene Präsentationen mit anschließenden Diskussionen zu den Themenfeldern „Food Security“ und „Food Safety“ sowie eine prominent besetzte Podiumsdiskussion bestimmten den ersten Workshoptag. Am zweiten Tag folgte unter anderem eine Exkursion zur Fabrik der Nordzucker AG in Nordstemmen unweit von Hannover, wo die Qualitätssicherung von Nahrungsmitteln im Vordergrund stand.
In Hannover wurde durchaus kontrovers diskutiert: Wie relevant sind etwa die – gerade in Deutschland besonders häufig geäußerten – Bedenken gegen Gentechnik? Die Mehrheit der anwesenden Studierenden aus Entwicklungsländern äußerte sich vergleichsweise positiv über die grüne Gentechnik und sieht in ihr ein probates Mittel im weltweiten Kampf gegen den Hunger. So auch International-Horticulture-Student Vinay Shekhar, der zugleich betonte „dass wir dafür natürlich hohe Qualitätsstandards benötigen.“ Von seinem Studium in Hannover erhofft sich Shekhar auch, dass er anschließend in seinem Heimatland Indien zur Nahrungssicherheit beitragen kann. „Meine Familie ist traditionell eigentlich in der Landwirtschaft tätig. Hier profitabel zu arbeiten wird allerdings immer schwieriger; erst vor kurzem hat ein Cousin die Landwirtschaft aufgegeben. Jetzt arbeitet er als Lastwagenfahrer. So geht es vielen Familien in der Region um Bangalore.“ Dort, im südindischen Staat Karnataka, erschwere auch der Klimawandel den Anbau von Nahrungsmitteln immer mehr.
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Die Teilnehmer des Workshops bereiteten die Podiumsdiskussion in Arbeitsgruppen vor
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| © DAAD / Moritz Küstner |
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Einsatz für sichere Lebensmittel
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Wie vielfältig der Einsatz für sichere Lebensmittel sein kann, zeigten in Hannover zwölf Studierende des internationalen Masterstudiengangs „Veterinary Public Health“, die mit ihrem Dozenten Dr. Maximilian Baumann angereist waren und verschiedene Projekte mithilfe von Schautafeln vorstellten. Hier wurde besonders deutlich, wie der Millennium Express interkulturellen Austausch fördert: Studierende aus Kenia und Nepal informierten sich zum Beispiel gemeinsam über die landwirtschaftliche Tierhaltung in China. Aber auch andere Projekte, etwa die erfolgreiche Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche in Thailand oder die Hygiene-Aufklärung in Bangladesch, zeigten interessante Aspekte auf.
Ein Höhepunkt der Millennium-Express-Station in Hannover war die Podiumsdikussion, auch weil sie zwei Vertretern des International-Horticulture-Studiengangs die Möglichkeit zum direkten Austausch mit anerkannten Experten bot. So diskutierten Jackline Mworia aus Kenia und der Göttinger Agrarökonom Professor Matin Qaim, wie man den Kampf gegen den Hunger in Mworias Heimatland Kenia am besten vorantreibt. Während die Studentin dafür plädierte, die zahlreichen Kleinbauern zu stärken, betonte Qaim die Notwendigkeit eines Strukturwandels: „Die kleinteilige Landwirtschaft kann das Problem nicht alleine lösen.“ Qaim appellierte zugleich an den bewussten Umgang mit Lebensmitteln in wohlhabenden Ländern: „Es gibt genügend Nahrungsmittel. Woran wir arbeiten müssen, ist die Verteilungsgerechtigkeit.“
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DIe Studenten Jackline Mworia und Nishad Malla diskutierten unter anderem mit den Experten Hans-Jörg Jacobsen und Eberhard Haunhorst
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| © DAAD / Moritz Küstner |
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Nishad Malla machte indes deutlich, dass auch in seiner Heimat Nepal die Frage nach der Qualität von Lebensmitteln zunehmend an Bedeutung gewinnt, insbesondere mit Blick auf die Gentechnik. Professor Eberhard Haunhorst, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, betonte, dass weiter an der Vergleichbarkeit internationaler Prüfstandards gearbeitet werde müsse. Ob Lösungen im Kampf gegen den Hunger eher im Ausbau der ökologischen Landwirtschaft oder im stärkeren Bekenntnis zur grünen Gentechnik liegen, diskutierten Dr. Katrin Zander vom Braunschweiger Johann Heinrich von Thünen-Institut und Professor Hans-Jörg Jacobsen, Leiter der Abteilung Pflanzenbiotechnologie an der Universität Hannover, besonders kontrovers. Mit ihrer Vielstimmigkeit machte die Diskussion nicht zuletzt einen wesentlichen Punkt der Millennium-Express-Reihe deutlich: Auf der Suche nach Antworten auf die entscheidenden Zukunftsfragen ist der Beitrag aller gefragt. Dies wird sich auch in knapp drei Monaten wieder zeigen: Vom 31. Mai bis zum 2. Juni wird die Veranstaltungsreihe mit der Konferenz zum 25jährigen Jubiläum in Bonn ihren vorläufigen Höhepunkt finden.
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Autor: Johannes Göbel |
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Veröffentlichungsdatum: 12.03.2012 |
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© DAAD |
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