Der Deutsche Akademische Austauschdienst ist betroffen über den Tod von Professor Dr. Willfried Spohn, der am 16. Januar 2012 auf tragische Weise bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Professor Spohn leitete den Lehrstuhl für Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften am Willy-Brandt-Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Breslau. Das Zentrum wurde vom DAAD ins Leben gerufen, um die deutschland- und europabezogenen Aktivitäten in Forschung und Lehre an der Universität Breslau zu bündeln. Es bildet künftige Generationen von Deutschland- und Europaexperten auf Master- und Doktoratsniveau aus.
Willfried Spohn war ein bedeutender Soziologe. Seine Dissertation schrieb er 1976 über Weltmarktkonkurrenz und Industrialisierung im Deutschen Kaiserreich und habilitierte sich 1984 über eine Kontroverse zwischen zwei marxistischen Sozialhistorikern. Die enge Verbindung von historischer Soziologie und Sozialgeschichte war kennzeichnend für sein Werk. Er war ein hervorragender Kenner der Religionssoziologie, der Soziologie des Nationalismus und der Gruppenidentitäten.
Willfried Spohn war ein Wissenschaftler mit breitem Wissenshintergrund und ein geschätzter und beliebter akademischer Lehrer. Er forschte und lehrte an wichtigen europäischen und amerikanischen Universitäten und zeichnete sich durch zahlreiche Veröffentlichungen aus, die einen bedeutenden Einfluss auf die gegenwärtige soziologische Forschung ausüben. Im Jahr 2010 begann er seine Tätigkeit an der Universität Breslau mit der Leitung des Lehrstuhls für Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften am Willy Brandt Zentrum.
Der DAAD wird Professor Spohn in bleibender Erinnerung behalten.




