Neue DAAD-Spitze setzt auf noch mehr Internationalität
Auf ihrer Antrittspressekonferenz in Berlin stellten die neue DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel und Vizepräsident Joybrato Mukherjee die Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit vor: Das neue Duo an der Spitze des DAAD möchte noch mehr internationale Studierende und Nachwuchswissenschaftler für einen Aufenthalt in Deutschland gewinnen, die Auslandsmobilität deutscher Studierender erhöhen und deutsche Hochschulen bei der Internationalisierung unterstützen.
Im Wissenschaftsforum Berlin am Gendarmenmarkt stellte sich am 16. Januar 2012 die neue Leitung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes der Presse vor. An dem anschließenden Empfang nahmen rund 300 hochrangige Gäste aus Wissenschaft, Forschung und Politik teil – unter ihnen Staatsministerin Cornelia Pieper und Staatssekretär Harald Braun aus dem Auswärtigen Amt sowie Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Professorin Margret Wintermantel, die neue Präsidentin des DAAD
DAAD-Präsidentin Professorin Margret Wintermantel erläuterte die Ziele und künftigen Schwerpunkte ihrer Arbeit. Deutschland benötige mehr internationale Studierende, damit es das hohe Niveau und Ansehen seines Wissenschaftssystems halten könne, betonte Wintermantel. Daher möchte sie die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland von derzeit 245.000 bis zum Ende des Jahrzehnts auf 300.000 steigern. „Die große Resonanz auf die Stipendien- und Förderangebote des DAAD zeigt die weltweite Attraktivität von Lehre und Forschung in Deutschland“, sagte sie. Allein 2010 förderte der DAAD rund 74.000 Deutsche und Ausländer mit mehr als 250 Programmen. Wintermantel hat die Aufgabe an der Spitze des DAAD mit Jahresbeginn übernommen. Mitte 2011 war die langjährige Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und erfahrene Wissenschaftsmanagerin mit großer Mehrheit in das Amt gewählt worden.
Margret Wintermantel mit Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt
Verständnis für andere Kulturen als wichtige Qualifikation
Für Studierende aus dem Ausland möchte Professorin Wintermantel den Hochschulzugang sowie das Beratungs- und Betreuungsangebot während des Studiums weiter verbessern und ausbauen. Dies soll mehr internationalen Studierenden zu einem erfolgreichen Hochschulabschluss verhelfen. Zugleich möchte sie erreichen, dass mehr deutsche Studierende als bisher Auslandserfahrung sammeln. Heute verbringt jeder dritte Studierende aus Deutschland einen Teil seiner Hochschulzeit im Ausland. „Das ist im internationalen Vergleich zwar hoch, aber angesichts der Globalisierung noch zu wenig“, sagte Wintermantel. Ihr Ziel: Künftig soll jeder zweite deutsche Hochschulabgänger einen Auslandsaufenthalt vorweisen können. Internationale Erfahrung sei gerade mit Blick auf die globalen Herausforderungen der Gegenwart eine besonders wichtige Qualifikation: „Wir brauchen gut ausgebildete junge Menschen, die Verständnis für andere Kulturen mitbringen.“ Deshalb engagiere sich der DAAD weiterhin für die EU-Hochschulprogramme, für die er in Deutschland die Aufgabe als Nationale Agentur übernimmt. Alleine mit dem ERASMUS-Programm sind 2010/2011 rund 34.000 deutsche Studierende und Dozenten ins Ausland gegangen.
Neues Förderprogramm zur Internationalisierung der Hochschulen
Einen weiteren Schwerpunkt legt Wintermantel auf die Unterstützung der deutschen Hochschulen bei dem Ziel, sich international noch stärker zu profilieren und entsprechende Strukturen dafür zu entwickeln. DAAD-Vizepräsident Professor Joybrato Mukherjee, zugleich Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, sieht in der Internationalisierung einen „Schlüsselfaktor für Lehre und Forschung an deutschen Hochschulen“. Der DAAD werde daher in Abstimmung mit den Hochschulen ein neues Förderprogramm entwickeln, das den Aufbau strategischer Kooperationen mit internationalen Partnern fördere.
Erstes DAAD-Jahresthema „Gesellschaft im Wandel“
In ihrer Antrittsrede betonte DAAD-Präsidentin Wintermantel auch die Bedeutung der Zusammenarbeit des DAAD mit Entwicklungsländern und das Engagement in Krisenregionen. Hier leisteten DAAD-Programme einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Stabilität der Länder. So habe der DAAD kürzlich neue Programme für Ägypten und Tunesien ausgeschrieben, die den Demokratisierungsprozess begleiten. Sie verbesserten vor allem die Berufsperspektiven von Hochschulabsolventen.
Schließlich kündigte Wintermantel noch eine Premiere an: 2012 stellt sich der DAAD zum ersten Mal ein Jahresthema. Unter dem Titel „Gesellschaft im Wandel – Wandel durch Austausch“ sollen Studierende und Wissenschaftler in verschiedenen Projekten und Veranstaltungen zeigen, wie akademischer Austausch zu gesellschaftlichem Wandel beitragen kann.