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Science Tour 2011
Fahrt zur Spitzenforschung
21 Wissenschaftler aus sechs Ländern informierten sich auf der Science Tour 2011 über medizinische Forschung in Deutschland. Die spannende Reise führte zu herausragenden Wissenschaftsinstitutionen – und eröffnete Perspektiven für neue Kooperationen.
Das Wissenschaftsjahr 2011 stand ganz im Zeichen der Gesundheitsforschung. Die war auch das Thema einer Reise von 21 Wissenschaftlern und Verwaltungsexperten aus sechs Ländern, darunter aus den USA, Libanon und Kuba. Vom 4. bis 10. Dezember besuchten sie renommierte deutsche Forschungsinstitute und Firmen in München, Penzberg, Tübingen, Stuttgart und Heidelberg, um sich in rund 70 Vorträgen und Veranstaltungen über Themen wie personalisierte Medizin, neurodegenerative Erkrankungen und Krebsforschung zu informieren. Ausgewählt wurden die Teilnehmer aus 350 Bewerberinnen und Bewerbern. Die Science Tour 2011 ist Teil der Forschungsmarketingkampagne „Research in Germany – Land of Ideas“.

Unterwegs in Sachen medizinischer Forschung: das internationale Wissenschaftlerteam der Science Tour 2011
Unterwegs in Sachen medizinischer Forschung: das internationale Wissenschaftlerteam der Science Tour 2011
Die Reise, die vom DAAD für das Bundesministerium für Bildung und Forschung organisiert wurde, hatte zwei Ziele: Zum einen sollte sie Kooperationen zwischen deutschen und ausländischen Forschungseinrichtungen vertiefen, zum anderen sollten die Gäste einen Eindruck bekommen, wie vernetzt Forscher von Universitäten und anderen Forschungsinstituten zusammenarbeiten, wie eng die Verbindungen zur Industrie sind und wie große Forschungsprojekte finanziert werden – auch im Hinblick auf künftige Kooperationen der Reiseteilnehmer mit ihren deutschen Kollegen.

Zeit für Gespräche: Die Science Tour bot zahlreiche Austauschmöglichkeiten
Zeit für Gespräche: Die Science Tour bot zahlreiche Austauschmöglichkeiten
Reges Interesse an Organisationsstrukturen
Für Helen Liapis waren die Erfahrungen durchweg positiv: „Ich habe Einblicke bekommen in die organisatorische Struktur und die technische Infrastruktur der medizinischen Forschung in Deutschland“, sagt die Professorin für Pathologie und innere Medizin an der Washington University School of Medicine, wo sich die Wissenschaftlerin insbesondere mit Nierenkrankheiten befasst. „Interessant für mich war die enge Kooperation zwischen Forschung und Industrie.“

Gleich mehrere Fragen hatte Yi-Ming Chen im Gepäck. Chen ist Professor und Direktor am AIDS-Forschungszentrum der National Yang-Ming University in Taipei, Taiwan. Sein Institut forscht unter anderem zu Krebs und neurodegenerativen Erkrankungen, so dass es auf der Reise interessante fachliche Anknüpfungspunkte gab. Außerdem war Chen drei Jahre lang Dekan für internationale Angelegenheiten seiner Universität und deshalb besonders am Studienprogramm deutscher Hochschulen interessiert.

Vielfältiges Angebot: Die Tour-Teilnehmer informierten sich in rund 70 Vorträgen und Veranstaltungen
Vielfältiges Angebot: Die Tour-Teilnehmer informierten sich in rund 70 Vorträgen und Veranstaltungen
Beeindruckender Forschergeist
Für Chen war es bereits der dritte Besuch in Deutschland, nach zwei Aufenthalten zu AIDS-Konferenzen 1995 und 1997. Seither hat sich viel entwickelt. „Ich war besonders beeindruckt vom Geist und von der Qualität der Grundlagenforschung am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München.“ Zu einem fruchtbaren Austausch kam es bei der Roche Diagnostics GmbH. Das Unternehmen ist sehr interessiert an der Forschung der Kollegen aus Taiwan zu Knock-out-Genen bei Leberkrebs.

Angeregt durch die erfolgreiche Reise, plant Yi-Ming Chen für 2012 oder 2013 ein Sabbatical in Deutschland, möglicherweise in Stuttgart, wo das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik ein Partner für die Erzeugung von 3D-Kulturen aus Leberkrebszellen sein könnte.

Autor: Bernd Müller
Veröffentlichungsdatum: 13.01.2012
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