 |
Weltklimagipfel Durban |
 |
DAAD-Stipendiaten besuchen Weltklimagipfel |
|
Nun hat es doch geklappt: Auf dem Weltklimagipfel in Durban, Südafrika, konnten die Staaten dieser Welt einen Kompromiss fassen, der hoffen lässt. Ganz nah an den Verhandlungspartnern waren DAAD-Stipendiaten um den Göttinger Forstwissenschaftler Christoph Kleinn.
|
 |
|
In einem Workshop parallel zum Weltklimagipfel diskutierten Studierende, darunter DAAD-Stipendiaten, über ihr Kernthema – die Forstwirtschaft in den Entwicklungsländern – und setzten dies in Bezug zum Klimawandel. 45 Studierende und Professoren aus 21 Ländern nahmen teil. „Ich habe hier gelernt, dass der Austausch von Wissen und die Diskussion der Best Practices für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement entscheidend sind“, sagt Shambu Charmakar aus Nepal. „Nur so lassen sich die Lebensgrundlagen der Menschen sichern, Abholzung verhindern und Ökosysteme retten“, meint der 32-jährige DAAD-Stipendiat im internationalen Studiengang Tropical and International Forestry an der Universität Göttingen.
|
 |

|
 |
|
Stipendiaten in Durban: Austausch von Wissen ist entscheidend
|
| © Euroscience |
 |
|
|
Zwischen Wissenschaft und Politik
|
|
Der Weltklimagipfel ist ein Spagat zwischen Wissenschaft und Politik. Die beteiligten Länder haben sehr unterschiedliche Interessen und Voraussetzungen. „In langen Sitzungen verhandeln sie den Vertragstext bis auf den letzten Punkt“, erklärt der Göttinger Forstwissenschaftler Christoph Kleinn. „Diese Verhandlungen sind rein politisch und nur zu verstehen, wenn man die Prozesse intensiv verfolgt. Auf Wissenschaftler wirkt das zäh und langweilig“, sagt der Hochschullehrer. Dennoch: Ohne das Bohren dicker politischer Bretter bleibt Wald- und Klimaforschung erfolglos. „Und die Politik ist ohne die Expertise der Wissenschaftler ausschließlich interessengetrieben und nicht rational“, sagt Kleinn.
„Uns ging es darum, die Studierenden mit diesen schwer durchschaubaren Zusammenhängen vertraut zu machen“, erklärt Kleinn. Schließlich stehen die meisten DAAD-Stipendiaten mit ihrem Master oder der Promotion in den Startlöchern einer wissenschaftlichen, politischen oder administrativen Karriere in ihren Heimatländern. „Es freut mich immer sehr, Alumni in Delegationen wieder zu treffen, die an den politischen Verhandlungen beteiligt sind“, sagt Kleinn. Auf dem Weltklimagipfel waren sie als Vertreter von Kenia, Vietnam und Ecuador dabei. Die DAAD-Alumni aus Göttingen haben im Rahmen des DAAD-Programms „Aufbaustudiengänge mit entwicklungsländerbezogener Thematik“ ein weiterführendes Studium in Deutschland absolviert. Insgesamt förderte der DAAD in diesem Programm seit 1987 mehr als 5.000 ausländische Fachkräfte mit einem Stipendium.
|
 |

|
 |
|
Forstwirtschaft in Entwicklungsländern war Kernthema sowohl im DAAD-Workshop...
|
| © Euroscience |
 |
|
|
Vorbereitung und Analyse zum Forest Day auf dem Weltklimagipfel in Durban
|
|
Die aktuellen DAAD-Stipendiaten bereiteten sich neben dem Workshop intensiv auf den sogenannten Forest Day vor. Dort unterstützten sie als Kongressassistenten die Organisatoren. Der Forest Day findet zeitgleich zu den politischen Klimaverhandlungen statt – am verhandlungsfreien Sonntag während des zweiwöchigen Gipfelmarathons. Es ist die wichtigste internationale Konferenz zum Thema Wald und Klima und bietet eine hervorragende Möglichkeit, Brücken zwischen Politik und Wissenschaft zu schlagen.
Unter den 1250 Teilnehmern waren in diesem Jahr auch knapp 300 Delegierte der Klimaverhandlungen. Als Kongressassistenten waren die Studierenden ganz nah dran: Es ergaben sich hervorragende Gelegenheiten, mit den Entscheidungsträgern der Klimaverhandlungen in Kontakt zu kommen. Erfahrungen und Erkenntnisse des Forest Day wurden anschließend gründlich ausgewertet.
|
 |

|
 |
|
...als auch auf dem Forest Day, der wichtgisten Konferenz zum Thema Wald und Klima
|
| © Euroscience |
 |
|
|
Stipendiaten im Gespräche mit Alumni und Entscheidungsträgern
|
|
„Ich konnte auf dem Weltklimagipfel in Durban mein wissenschaftliches Instrumentarium schärfen. Die Chancen, mit den Alumni und Entscheidungsträgern neue Kontakte und Netzwerke zu knüpfen, waren exzellent“, sagt Emmerson Chivhenge. „In den vielen Gesprächen mit Professoren hat sich mein Horizont deutlich erweitert. Vielleicht promoviere ich nach meinem Master-Abschluss in Göttingen.“ Zunächst hat der 29-Jährige aus Zimbabwe allerdings vor, sein Know-how mit in sein Heimatland zu nehmen und dort anzuwenden. Dort stünde beispielsweise eine Bestandsaufnahme des Waldes an: Wie und wo ist er verteilt, und wie reagiert er auf den sich abzeichnenden Klimawandel? Am Lehrstuhl von Christoph Kleinn erhalten die Stipendiaten dazu das nötige Rüstzeug.
|
|
 |
Autor: Martin Schäfer |
 |
Veröffentlichungsdatum: 27.12.2011 |
 |
 |
|
|
 |
|
|
 |