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Deutschland/Spanien
Deutsch-spanischer Wissenschaftspreis
Der Preis für herausragende junge Wissenschaftler aus Spanien und Deutschland geht 2011 an zwei Naturwissenschaftler. In Berlin zeichneten der DAAD und die Stiftung Universidad.es den Chemiker Israel Fernández López und den Physiker André Eckardt aus.
Als Brückenbauer in der akademischen Welt hat der Physiker André Eckardt mit 33 Jahren schon reichlich Erfahrung gesammelt. In seinem Fachgebiet – der Erforschung ultrakalter Atomgase – hat er nicht nur zwischen theoretischen und experimentellen Ansätzen vermittelt, er hat dabei auch internationale Kooperationen etabliert.

Preisträger: Ideen und Begeisterung teilen
Preisträger: Ideen und Begeisterung teilen
© DAAD / Schobbert
Während seines dreijährigen Aufenthalts am Institut für Photonische Wissenschaften im spanischen Castelldefels, südlich von Barcelona, knüpfte er für sein spanisches Institut Beziehungen mit Hamburger Experimentalphysikern. „Wissen, Ideen und Begeisterung mit anderen Wissenschaftlern zu teilen und Kooperationen einzugehen, bringt uns nicht nur in der Forschung voran, es bereichert auch unsere Wissenschaftskultur“, sagt Eckardt.

Universidad.es und DAAD verleihen deutsch-spanischen Wissenschaftspreis
Für seine exzellente Forschung und sein Engagement für die deutsch-spanische Zusammenarbeit erhielt Eckardt am 1. Dezember als einer von zwei Preisträgern den deutsch-spanischen Wissenschaftspreis Julián Sanz del Río. Der andere Preisträger ist der spanische Chemiker Israel Fernández, der sich mit Computerchemie befasst und drei Jahre in Marburg geforscht hat. Bei der Preisverleihung im spanischen Kulturinstitut „Instituto Cervantes“ in Berlin waren neben Vertretern des DAAD und der spanischen Austauschorganisation Universidad.es auch die Beauftragte für Außenwissenschaftspolitik im Auswärtigen Amt, Dr. Anna Prinz, und der spanische Botschafter in Berlin, S.E. Rafael Dezcallar de Mazarredo anwesend.

Der 2010 ins Leben gerufene Preis wird gemeinsam von Universidad.es und vom DAAD verliehen. Er würdigt jedes Jahr herausragende Nachwuchswissenschaftler aus wechselnden Wissensgebieten, die zur Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Spanien beitragen. Neben einem Preisgeld von 5.000 Euro erhalten die Gewinner ein Stipendium für einen einmonatigen Forschungsaufenthalt im jeweils anderen Land.

Israel Fernández forschte in Marburg zu Computerchemie
Israel Fernández forschte in Marburg zu Computerchemie
© DAAD / Schobbert
Beliebte Ziele für Studierende
„Die deutsch-spanischen Wissenschaftsbeziehungen sind intensiv, bergen aber dennoch ein enormes Ausbaupotenzial – vor allem in den Forschungsbeziehungen“, sagte DAAD-Vizepräsident Max G. Huber in Berlin. Der studentische Austausch ist bereits rege: Spanien ist das beliebteste Ziel der deutschen Erasmus-Studenten und von allen Erasmus-Studenten in Deutschland stellen Spanier die größte Ländergruppe.

Professor José Juan Moreno Navarro von der Stiftung Universidad.es bekräftigte die Bedeutung des deutsch-spanischen Wissenschaftsaustauschs: „Die Jury hatte die schwierige Aufgabe, die zwei Gewinner aus zahlreichen hervorragenden Bewerbungen auszuwählen, ein weiterer Beweis für die Qualität der wissenschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern.“

Deutsch-spanische Forschungskooperation fördert Karriere
Für den spanischen Preisträger Fernández ist die Auszeichnung ein Ansporn, weiter zu machen. „Die Situation ist für Akademiker in Spanien derzeit kompliziert“, sagt er. „Der Preis hilft mir, optimistisch zu bleiben.“ Nach seinem Abschluss an der Universidad Complutense in Madrid arbeitete an der Philipps-Universität Marburg. „Das Team um Gernot Frenkling ist eine der weltweit führenden Gruppen auf dem Gebiet der Computerchemie“, sagt Fernández, für den der Aufenthalt einen deutlichen Karriereschub mit sich brachte.

André Eckardt: Beziehungen pflegen und weiter ausbauen
André Eckardt: Beziehungen pflegen und weiter ausbauen
© DAAD / Schobbert
Verbindungen halten
Der 34-jährige Wissenschaftler kooperiert seitdem intensiv mit deutschen Forschern. Für seine jetzige Arbeitsgruppe in Madrid fliegt er mehrmals im Jahr nach Deutschland. „Es sind sehr enge Verbindungen entstanden“, sagt er. André Eckardt forscht seit seiner Rückkehr nach Deutschland am Max-Planck-Institut für die Physik komplexer Systeme in Dresden. Er freut sich besonders über das einmonatige Stipendium für Spanien. Eckardt: „Dieser Aufenthalt wird mir helfen, die entstandenen Beziehungen zu pflegen und weiter auszubauen.“

Weitere Informationen
Der Julián Sanz del Río Wissenschaftspreis
Der deutsch-spanische Wissenschaftspreis Julián Sanz del Río würdigt die Leistungen herausragender Nachwuchswissenschaftler, die sich in besonderer Weise mit den deutsch-spanischen Beziehungen befassen oder um die wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Länder bemühen. Namensgeber des Preises ist der spanische Philosoph, Jurist und Pädagoge Julián Sanz del Río (1814 - 1869), der während seines zweijährigen Studienaufenthaltes an der Universität Heidelberg unter anderem das Reformpotential des Humboldtschen Universitätsmodells erkannte und die Ansätze nach seiner Rückkehr in Spanien etablierte.
Autor: Dietrich von Richthofen
Veröffentlichungsdatum: 12.12.2011
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