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Mobile Studierende |
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Pluspunkte für Deutschland – Interview mit Dr. Irene Jansen von GATE-Germany |
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Der gute Ruf des Bildungssystems und hohe Sicherheit im täglichen Leben locken Studierende nach Deutschland – das ergaben jüngste internationale Umfragen. Leistungsbereit und voller Erwartungen fordern die mobilen Studierenden deutsche Hochschulen heraus. Was das bedeutet, erläutert Dr. Irene Jansen. Sie leitet die GATE-Germany Geschäftsstelle sowie die Gruppe „Kommunikation und Marketing“ des DAAD.
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Inwiefern sind die deutschen Hochschulen für internationale Studierende attraktiver geworden?
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Internationalisierung beginnt zu Hause, auf dem eigenen Campus – dieses Bewusstsein ist in den Hochschulen gewachsen. Eines von vielen Beispielen sind die englischsprachigen Studiengänge, die inzwischen an vielen Orten angeboten werden.
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Hochschulen in den USA sind stets Spitzenreiter in internationalen Studien. Welches Geheimnis haben sie?
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Der starke Ruf von 15 bis 20 amerikanischen Spitzenuniversitäten der Ivy League strahlt auf den gesamten Standort USA aus. Tatsächlich sind internationale Studierende nur an etwa 200 der insgesamt rund 4000 Hochschulen eingeschrieben. In Deutschland spielt Internationalisierung in der Fläche der Hochschullandschaft eine viel größere Rolle. Hinzu kommt in den USA die ernorme Finanzkraft der amerikanischen Universitäten – manche von ihnen sind explizit kommerziell, for-profit – als entscheidender Faktor, gerade vor dem Hintergrund der äußerst knappen Grundfinanzierung hiesiger Hochschulen und ihrer wachsenden Abhängigkeit von Drittmitteln. Mit diesen Geldern kann man kaum langfristig planen. Nicht zu vergessen: Der Sprachvorteil durch Englisch als Lingua franca und vergleichsweise sehr gut strukturierte und damit attraktive Promotionsprogramme.
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Internationale Studierende sind leistungsorientiert und müssen sich auf dem globalen Arbeitsmarkt behaupten. Was bedeutet das für das internationale Marketing deutscher Hochschulen?
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Vor Ort muss das Bewusstsein gerade für diese neue Studierenden-Generation und ihre Ansprüche geschärft werden. Dazu dienen auch solche Studien wie das „International Student Barometer“. Wir wollen wissen, was qualifizierte Nachwuchswissenschaftler von ihrer Gasthochschule erwarten beispielsweise von der Lehrkultur oder von Karriereperspektiven. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden, können wir entsprechend selbstbewusst weltweit werben. Rekrutierung ohne Qualitätssicherung zu Hause passt nicht zu unseren Marketingvorstellungen.
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Worauf legen internationale Studierende besonderen Wert?
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Als leistungsbewusste junge Menschen wollen sie ihr Potential voll entwickeln: Sie erwarten hervorragende Arbeitsbedingungen und hochmoderne Ausstattung, eine gute Einschätzung durch die Dozenten, so dass sie die passenden Kurse belegen. Sie wollen einen transparenten Überblick über das, was von ihnen an Studienleistung erwartet wird sowie einen detaillierten Plan mit regelmäßigem Feedback, um das Studienziel zu erreichen. Außerdem brauchen sie klare Aussagen zur deutschen Hochschulkultur: Unsere Tradition des kritischen Diskurses und einer gewissen Selbständigkeit. Hier kommt es leicht zu Missverständnissen.
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Wie erfüllen deutsche Hochschulen diese Erwartungen?
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Künftig wird es beim Lernen stärker um den Output, das konkrete Ergebnis gehen: darum, dass Studierende ihr Potenzial voll entfalten können. Hier können deutsche Hochschulen besser werden. Das fordert auch eine international ausgerichtete Lernbetreuung, die dem Studierenden immer wieder Rückmeldung über seine Leistungen gibt und Anregung, wie etwa unterschiedliche Voraussetzungen überbrückt werden können. Die mobilen Studierenden wissen genau, dass sie sich später auf dem globalen Arbeitsmarkt mit Konkurrenten aus anderen akademischen Systemen messen müssen. Dabei können sie sich nicht darauf verlassen, dass das, was innerhalb eines bestimmten Systems hoch eingeschätzt wird, international immer ausreicht.
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Was kann der Leitfaden zur Gewinnung und Bindung ausländischer Studierender leisten, der kürzlich auf Basis der Studienergebnisse erschienen ist?
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Der Leitfaden richtet sich an die Leitungen und Verwaltungen deutscher Hochschulen und ermutigt anhand gelungener Praxisbeispiele, neue Wege zu gehen. Das Buch zeigt genau auf, wie deutsche Hochschulen internationale Standards erreichen können. Bisher haben die Hochschulen die Erfahrungen der internationalen Studierenden noch nicht ausreichend ausgeschöpft. Ziel muss es sein, dass der internationale Studierende das Angebot und den Service der deutschen Hochschule so erlebt, dass er diese überzeugend weiterempfiehlt. So entstehen Reputation und Bindung.
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Leitfaden Der Leitfaden „Guide to Enhancing the International Student Experience for Germany How to improve services and communication to better match expectations“, ist zu bestellen beim W. Bertelsmann Verlag: ISBN 978-3-7639-4841-3 |
Die Studien Wie gewinne ich meine Zielgruppe? Wer geht wohin? Wie zufrieden sind internationale Studierende an deutschen Hochschulen? Wie kann ich herausragende Forscher dauerhaft binden? Diese Fragen treiben viele Marketingexperten um. Antworten bringt das „International Student Barometer“ und der „Student Pulse“. In beiden Benchmarking-Umfragen wurden 2010 weltweit über 170.000 Studierende und Graduierte zu vielfältigen Aspekten des Studiums befragt.
Um Einschätzungen über deutsche Hochschulen zu erhalten, haben die Hochschulrektorenkonferenz und der DAAD im Rahmen von GATE-Germany spezielle Umfragen in Auftrag gegeben. Bisher wurden 40.000 Studierende erreicht, darunter 10.000, die nicht in Deutschland sind. Im Herbst startet das „International Student Barometer“ eine dritte und letzte von GATE-Germany geförderte Befragungsrunde. Hochschulen, die an dieser Umfrage teilnehmen, erhalten detailliert aufgeschlüsselte Ergebnisse, jeweils für ihre Universität herausgearbeitet und nur für sie zugängig. Anonymisierte Vergleichsraster erlauben der einzelnen Hochschule dann aber, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, an welcher Position sie bei den unterschiedlichen Indikatoren steht. |
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Autorin: uwh |
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Veröffentlichungsdatum: 18.08.2011 |
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