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AA-Sonderprojekt 2011: "Bildungspartnerschaften" |
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Fachzentren in Afrika: Top-Ausbildung für die Entscheider von morgen |
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Mit fünf Fachzentren an bedeutenden afrikanischen Universitäten unterstützen das Auswärtige Amt und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) eine Master- und Doktorandenausbildung auf höchstem Niveau. Inhaltlich stehen gesellschaftlich relevante Schlüsselthemen im Fokus. Fächerübergreifend geht es auch darum, ein enges Netzwerk von Partnern für die demokratische und wirtschaftliche Entwicklung Afrikas und die Zusammenarbeit mit Deutschland zu knüpfen. Ende Januar 2011 trafen sich die deutschen und afrikanischen Wissenschaftler und Doktoranden in Kapstadt. Unter ihnen war auch das Team des Tansanisch-Deutschen Fachzentrums für Rechtswissenschaft.
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Die Teilnehmer der DAAD-Fachzentrenkonferenz in Kapstadt
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| © Eric Miller |
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Es passiert nicht jeden Tag, dass afrikanische Doktoranden in so unterschiedlichen Fächern wie Medizin, Mikrofinanz, Logistik und Jura ihre Arbeit miteinander diskutieren. Beim Netzwerktreffen der DAAD-Fachzentren in Afrika Ende Januar in Kapstadt hatten sie Gelegenheit Themen zu vergleichen, voneinander zu lernen und sich untereinander zu vernetzen. „Genau darum geht es, wir wollen kooperieren“, sagt der Jurist Anatole Nahayo vom Tansanisch-Deutschen Fachzentrum für Rechtswissenschaft. In der University of the Western Cape besprachen sie ihre Promotionsthemen – von der Verbreitung von Infektionskrankheiten über die Harmonisierung von Steuergesetzen bis hin zu Fragen des internationalen Strafrechts. Das Doktorandenseminar, da waren sich auch viele der anwesenden deutschen und afrikanischen Dozenten einig, spiegelte wider, was den Fachzentren in ihrer Arbeit wichtig ist: Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Deutschland und Afrika, die Förderung wissenschaftlicher Spitzenleistungen und die fächer- und länderübergreifende Vernetzung künftiger Führungspersönlichkeiten.
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Das tansanisch-deutsche Wissenschaftlerteam der TGCL: Professor Ulrike Wanitzek, Professor Palamagamba J. Kabudi, Dr. Harald Sippel und Dr. Kennedy Gastorn
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| © Eric Miller |
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Eine „goldene Chance“
Die Schwerpunktthemen am TGCL sind Verfassungsrecht, Menschenrechte und Rechtsvergleichung. Dabei steht vor allem die Ostafrikanische Gemeinschaft (East African Community, EAC), zu der Burundi, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda gehören, im Mittelpunkt. „In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit Reparationen für Opfer politischer Konflikte und Menschenrechtsverletzungen in Ruanda und dem Bedarf gemeinsamer gesetzlicher Regelungen“, sagt die tansanische Doktorandin Lilian Mongella. Das Zentrum in Tansania steht Kandidaten aus allen EAC-Staaten offen: Anatole Nahayo aus Burundi sieht seine Ausbildung hier als „goldene Chance“. Er ist spezialisiert auf Steuerrecht und arbeitet daran, wie die Einkommenssteuersysteme der fünf Länder in Einklang gebracht werden könnten. Von der Kooperation mit Deutschland profitieren die angehenden Juristen vielfach: Sie schätzen die Vorlesungen deutscher Gastdozenten sowohl in Dar es Salaam als auch in Bayreuth. Dort können sie an einer Sommeruniversität teilnehmen und Seminare zu deutschem und EU-Recht belegen. „Die Rechtswissenschaft lebt vom Vergleich“, erklärt Professor Wanitzek. „Sicher eignet sich die EU nicht als direktes Vorbild für die noch junge EAC; doch wir können aus der Geschichte lernen: Wie wächst eine regionale Staatenverbindung? Wie ist die Rechtsharmonisierung in Europa bisher abgelaufen?“
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Ausbildung für den gesellschaftlichen Aufbau
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Ergänzt wird die solide juristische Ausbildung am TGCL durch den Blick über die Fachgrenzen hinaus, zum Beispiel mit Deutschkursen, Veranstaltungen in Personalmanagement und Führungslehre. Diese Kenntnisse werden die Studierenden später gut gebrauchen können, denn das wichtigste Ziel der Fachzentren heißt: eine Spitzenausbildung für Afrikas Führungskräfte von morgen, mit einer – das ist das Besondere – ganz spezifisch auf die Region zugeschnittenen Qualifikation. „Unser Programm ist sehr gut geeignet, Juristen, die sich bereits im Beruf bewähren, weiter zu qualifizieren und damit in die Lage zu versetzen, ihr fachliches Wissen als Beitrag an ihre Gesellschaft weiterzugeben“, sagt Professor Wanitzek. „Unser Alumni-Netzwerk soll dazu beitragen, dass die Absolventen Afrika nach ihrer Ausbildung erhalten bleiben“, ergänzt Kennedy Gastorn. „Wir brauchen sie in der Region und für die Region.“ Das Konzept scheint aufzugehen: Die bisher 20 Masterabsolventen des Zentrums arbeiten in sehr vielfältigen Bereichen in Tansania – bei der Antikorruptionsbehörde, als Rechtsanwälte bei Menschenrechtsorganisationen oder bei der Rechtsreformkommission. Gerade erst ist ein derzeitiger Doktorand zum „Deputy Minister for Foreign Affairs and International Cooperation“ in Tansania ernannt worden.
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Professor Lovell Fernandez vom gastgebenden Fachzentrum Südafrika während der DAAD-Konferenz in Kapstadt
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| © Eric Miller |
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Fächerübergreifende Zusammenarbeit
Doch die fünf Fachzentren in Afrika arbeiten nicht nur für sich allein. In Kapstadt nutzten die Dozenten die mehrtägige Konferenz auch, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten – für eine gemeinsame PhD-Sommerschule zum Beispiel. Denn trotz der unterschiedlichen fachlichen Ausrichtung der Zentren ähneln sich die Herausforderungen. „Es war erstaunlich, wie viel uns verbindet, vor allem wenn es um Themen wie Good Governance, Armutsbekämpfung oder Entwicklung geht“, sagt Gastorn. „Früher haben wir uns nur als Juristen gesehen, oder als Logistik- oder Mikrofinanzexperten.“ Aber es werde immer wichtiger fächerübergreifend zu arbeiten. Egal ob in Accra, Dar es Salaam, Kapstadt, Kinshasa oder Windhoek: „Wir haben alle dasselbe Ziel“, sagt Kennedy Gastorn. Professor Wanitzek fügt hinzu: „Und: Wir beschreiten dabei gemeinsam neue Wege der Qualifizierung zukünftiger Führungskräfte in Afrika“.
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Lesen Sie mehr zu den Bildungspartnerschaften auf der Website des Auswärtigen Amts: |
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Autorin: Corinna Arndt, Janet Schayan/Societäts-Medien |
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Veröffentlichungsdatum: 21.03.2011 |
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