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Alumni-Forum
Vier Generationen „Go East“
In Berlin trafen sich rund 600 in Deutschland lebende Absolventen russischer und sowjetischer Hochschulen. Der neu gegründete Verein „Go East Generationen e.V.“ hatte auch DAAD-Alumni eingeladen. Das Forum der Ehemaligen diente dazu, gemeinsam in die Zukunft zu blicken.
Sommerschule
Sommerschule "Doing Business in Russia" in Moskau - Denis Trost nahm teil und fotografierte seine Kommilitonen vor der Moskauer Staatlichen Lomonosov Universität
© Denis Trost
„Als uns der Verein nach seiner Gründung im März 2010 erzählte, er erwarte bereits ein halbes Jahr später etwa 500 Alumni russischer und sowjetischer Hochschulen zu einem Forum, erschien uns dies mehr als ambitioniert“, sagt Annette Julius, Leiterin der Programmabteilung Nord im DAAD. Die finanzielle Unterstützung hat der DAAD dennoch gerne zugesagt, und am 4. September wurden die Erwartungen der Veranstalter sogar um weitere hundert Ehemalige übertroffen. Sie folgten der Einladung von „Go East Generationen e.V.“ in das Haus der Russischen Wissenschaft und Kultur in Berlin. „Das ist beeindruckend und zeigt die Qualität der deutsch-russischen Verbundenheit, die man zukünftig nutzen sollte.“

Go East kann abenteuerlich sein: Geographen im Einsatz in Sibirien
Go East kann abenteuerlich sein: Geographen im Einsatz in Sibirien
© Geraldine Quénéhervé
So will es auch der Verein. „Der Petersburger Dialog hat mich auf die Idee gebracht, das Potential der Ehemaligen für die deutsch-russische Zusammenarbeit zu mobilisieren,“ sagt Matthias Nagel, Vorsitzender Go East Generationen e.V. Mit der Auftaktveranstaltung hat der Verein sein Ziel „Zukunft zu gestalten“ auch gleich deutlich gemacht und nicht wie üblich mit Begrüßungszeremonien begonnen, sondern mit Arbeit. In vier Workshops zu Bildung und Wissenschaft, Sicherheitspolitik, Alumni-Netzwerken sowie Wirtschaft, Energie und Umwelt diskutierten vier Generationen von Alumni darüber, wie sie ihre Kenntnisse von Mentalität und Sprache der beiden Länder zukünftig nutzbar machen könnten.

TU Irkutsk - Stefan Lueders fotografierte seine Gastuniversität
TU Irkutsk - Stefan Lueders fotografierte seine Gastuniversität
© Stefan Lueders
Russland in das Leben einbinden
Beeindruckend war auch die Zahl engagierter, älterer Alumni. Durch die enge Kooperation zwischen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der Sowjetunion schlossen rund 15.000 Vollzeitstudierende aus der DDR zwischen 1951 und 1990 ihr Studium an sowjetrussischen Hochschulen ab. Etwa 1.000 studierten zur Zeit der Wende noch in Russland und wurden in die Förderung des DAAD übernommen. Aber auch ganz junge Alumni, die angeregt von der 2002 ins Leben gerufenen „Go East“-Initiative des DAAD nach Russland gingen, waren unter den 600 Ehemaligen. „Ich suche hier nach einer Perspektive, Russland wieder mehr in mein Leben einzubinden“, erzählt Dorothea Nölle, die 2002 mit einem Jahresstipendium des DAAD an der Filmhochschule in Moskau studierte. „Mit meinen Erfahrungen im Land könnte ich zum Beispiel Imagefilme für Unternehmen realisieren, die in Russland arbeiten.“

Konkretes Ergebnis dieses ersten Treffens ist der Ausbau der Datenbank auf der Internetseite des Vereins, in die jedes Mitglied solche Angebote und Informationen über die eigenen Möglichkeiten stellen und über Suchfunktionen andere kontaktieren kann. Erste Anfragen von Wirtschaftsunternehmen, die erfahrene Vermittler für Projekte suchen, gibt es schon.

Im Anschluss an den erfolgversprechenden Erfahrungsaustausch folgten schließlich doch die offiziellen Begrüßungen durch die Förderer der Veranstaltung; Hausherr Mikhail Vladimir, der russische Botschafter Vladimir Grinin und auch Lothar de Maizière, der Vorsitzende des Lenkungsausschusses des Petersburger Dialogs freuten sich über die zahlreichen Teilnehmer. „Wir brauchen diesen öffentlichen Dialog auf allen Ebenen der Gesellschaft für einen dauerhaften Frieden zwischen den Völkern“, betonte de Maizière und rief die Alumni auf, ihre Möglichkeiten zu nutzen.

Deutsch-russisches Wissenschaftsjahr 2011
Gelegenheit für Engagement bietet das 2011 stattfindende deutsch-russische Wissenschaftsjahr. „Wenn es da gelingt, einen Pool von interessierten Leuten für Themen im Bereich Wissenschaft und Bildung zu finden, dann wäre das zum Beispiel eine Basis für eine DAAD-Förderung“, meint Annette Julius. Das wird sich zeigen. „Nach der ersten Euphorie kommen die Mühen der Ebene,“ schloss Andreas Förster, stellvertretender Vorsitzender von Go East Generationen e.V. und entließ die geladenen Gäste zum Empfang in der Russischen Botschaft.

Autorin: Bettina Mittelstraß
Veröffentlichungsdatum: 08.09.2010
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