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Spotlight: DAAD-Außenstellen 2010
New York
Vor über zwei Jahren platzte in den USA die Immobilienblase – und löste eine weltweite Wirtschaftskrise aus. Heute verzeichnen die Vereinigten Staaten wieder ein Wirtschaftswachstum von über zwei Prozent. Doch wie steht es um die US-amerikanischen Hochschulen?
Skyline von New York: Nach wie vor ist die USA ein begehrtes Ziel für Studierende aus aller Welt
Skyline von New York: Nach wie vor ist die USA ein begehrtes Ziel für Studierende aus aller Welt
© Jerry Ferguson / Creative Commons
Die USA sind ein Gigant im Hochschulbereich: Das Land zählt knapp 5.000 Hochschulen, an denen zehnmal so viele Menschen studieren wie in Deutschland. Die Hälfte aller US-Amerikaner eines Jahrgangs studieren, für jeden Studierenden geben Staat und Hochschulen pro Jahr im Schnitt doppelt so viel Geld aus wie in Deutschland. Doch die weltweite Finanzkrise brachte auch den Bildungsriesen ins Wanken.

Junge Talente: Stipendiaten des Carlo-Schmid-Programms kamen zu einem Einführungsseminar in die Außenstelle
Junge Talente: Stipendiaten des Carlo-Schmid-Programms kamen zu einem Einführungsseminar in die Außenstelle
© ASNY
Im Wechselbad der Gefühle
„Derzeit kann man im US-amerikanischen Hochschulwesen widersprüchliche Entwicklungen beobachten“, sagt Sebastian Fohrbeck, Leiter der DAAD-Außenstelle in New York. Im Rahmen des Konjunkturprogramms der Regierung Barack Obama wurden die Ausgaben für den Bereich Bildung verdoppelt. Gleichzeitig leiden die Hochschulen unter den Einsparungen der Bundesstaaten. Sie kürzten das Budget für die Hochschulen im Schatten der Wirtschaftskrise teilweise um bis zu 19 Prozent. Das zwang einige Universitäten, die Personalfrage neu zu stellen – mit dramatischen Folgen. Die Arizona State University entließ 500 ihrer 12.500 Mitarbeiter, ähnliche Dimensionen nahm das Sparprogramm der University of Florida an. Selbst das Harvard College, die älteste Abteilung der renommierten Harvard University, kündigte 275 Mitarbeitern und schickte über 500 weitere in den Vorruhestand. „Die Karrierechancen sind für den wissenschaftlichen Nachwuchs zurzeit nicht rosig“, erklärt Sebastian Fohrbeck. „Deshalb steigt auch das Interesse an einer Heimkehr unter deutschen Wissenschaftlern, die in den USA forschen.“

Erfolgreiches Marketing: Die Außenstelle wirbt mit
Erfolgreiches Marketing: Die Außenstelle wirbt mit "Research Ambassadors" für Forschung in Deutschland
© ASNY
Im Ausland weiter auf Erfolgskurs
Obwohl die Finanzkrise in Form von steigenden Gebühren auch von Studierenden ihren Tribut fordert, sind die US-amerikanischen Hochschulen als Ausbildungsstätte im Ausland so beliebt wie selten zuvor. 2009 verzeichnete das Institute of International Education mit einer Rekordzahl von 671.000 acht Prozent mehr ausländische Studierende als im Vorjahr – und die größte Steigerung seit 1981. Vor allem junge Asiaten drängen auf die US-amerikanischen Hochschulen. Die Zahl der deutschen Studierenden stagniert hingegen. „Da es immer mehr englischsprachige Studiengänge im Bologna-Raum gibt, wächst die Konkurrenz für amerikanische Hochschulen“, sagt Sebastian Fohrbeck.

In die andere Richtung boomt der Austausch. 2008 entschieden sich 12 Prozent mehr US-Amerikaner als im Vorjahr für einen Studienaufenthalt in Deutschland. „Die Nachfrage war 2009 so groß, dass nur jeder dritte bis vierte Bewerber ein DAAD-Stipendium erhalten konnte“, so Sebastian Fohrbeck. Viele US-amerikanische Studierende wollen allerdings nur für wenige Wochen in Deutschland bleiben. Mit Formaten wie den Research Internships in Science and Engineering (RISE), einem Praktikumsprogramm für Undergraduate-Studierende, versucht der DAAD diesen Bedarf zu decken – und motiviert damit viele Gäste, später für einen längeren Studienaufenthalt nach Deutschland zurückzukehren.

Autorin: Julia Walter
Veröffentlichungsdatum: 05.08.2010
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