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DAAD-Stipendiatenkonzert |
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Drei Stunden Weltreise |
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In Berlin trafen sich DAAD-Musikstipendiaten aus aller Welt zum ersten Mal zu einem gemeinsamen Konzert. Die zwanzig Künstler stellten auch eigene Kompositionen vor.
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Im klimatisierten und abgedunkelten Saal der Akademie der Künste am Hanseatenweg schien der Berliner Sommertag ausgesperrt. Doch als der Kolumbianer Roberto Hurtado auf der Gitarre und der Kroate Igor Krizman mit seinem Akkordeon gemeinsam die Musik des Argentinischen Tangomusikers Astor Piazolla spielten, da wurde es drinnen heißer als draußen. Das sensibel aufeinander abgestimmte Spiel der Stücke „Bordel“ und „Café“ weckte viele Bilder von Ausschweifungen und der Trägheit schwüler Sommernächte und wurde zu Recht mit mehrfachem Bravo belohnt.
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Beschwörten die Stimmung schwüler Sommernächte: Igor Krizman (l.) und Roberto Hurtado
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| © Reiner Zensen/DAAD |
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„Es war das erste Mal, dass ich mit einem Akkordeonisten zusammen gespielt habe“, sagt Roberto Hurtado begeistert. „Wir haben uns von Anfang an musikalisch sehr gut verstanden“, ergänzt Igor Krizmann. Beide studieren in Hannover, haben sich aber erst kennen gelernt, als sie der DAAD zum Treffen nach Berlin einlud. Zum ersten Mal gab es ein gemeinsames Konzert von den auf deutsche Musikhochschulen verteilten Stipendiatinnen und Stipendiaten. Es reichte von Neuer Musik über Klassik und Weltmusik bis zum Jazz. Die Vielfalt an musikalischen Begegnungen, von Georg Friedrich Händel bis Iannis Xenakis, war gewollt. Auch aktuelle Kompositionen von Stipendiaten wurden uraufgeführt. In einem moderierten Werkstattkonzert interpretierten DAAD-Stipendiaten die Stücke ihrer Kommilitonen. Dieter Mack, Vizepräsident der Musikhochschule Lübeck und derzeit Vorsitzender der Musikauswahlkommission des DAAD, gestaltete das Programm und brachte die Stipendiaten zusammen.
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Jazz, Weltmusik, Klassik, Neue Musik: Die Studierenden feierten die Vielfalt
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| © Reiner Zensen/DAAD |
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Zehn Muttersprachen, eine musikalische Stimme
Musikhochschulen sind die internationalsten Hochschulen in Deutschland. Rund ein Drittel ihrer Studierenden kommt aus dem Ausland. „Im letzten Jahrzehnt hatten wir eine enorme Steigerung an Stipendiaten“, sagt Christian Thimme, Leiter der Gruppe Internationalisierung der Hochschulen beim DAAD. Derzeit werden etwa 175 ausländische Musiker und Musikwissenschaftler vom DAAD gefördert. „Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, auswärtige Kulturpolitik zu vermitteln als so ein gemeinsames Konzert unserer Musikstipendiaten aus der ganzen Welt.“
Auf der Bühne zeigte sich das eindrücklich: Zehn verschiedene Muttersprachen, 20 unterschiedliche Lebenserfahrungen, jeweils andere Traditionen und Hör-Erfahrungen waren versammelt. Trotz dieser Vielstimmigkeit wurde am Abend im Einklang musiziert. „Musik gehört zur harmonischen Entwicklung einer Gesellschaft unbedingt dazu“, sagte DAAD-Generalsekretär Christian Bode.
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Ohne Alternative: Musikstudium in Deutschland
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Attraktiv für ausländische Musikstudierende ist Deutschlands lange musikalische Tradition, die eine weltweit einzigartige Dichte an Orchestern und Musikinstitutionen hervorgebracht hat. „Unsere Musikhochschulen gelten international immer noch als das Zentrum der Ausbildung in Europäischer Kunstmusik“, sagt Musikethnologe Dieter Mack. „Gut die Hälfte aller Musikstudierenden sucht in Deutschland gezielt ein tieferes Kulturverständnis.“ Igor Krizman zum Beispiel. Für den kroatischen Gitarristen gab es nie eine Alternative: „Für Musiker ist Deutschland das beste Land“, schwärmt er. „Das Niveau ist so hoch und das kulturelle Leben ungeheuer inspirierend.“ So gibt es immer Neues zu entdecken. Nach der erfolgreichen Begegnung mit dem kolumbianischen Akkordeonspieler will er unbedingt ein Duett mit Geige versuchen.
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Stipendiaten aus aller Welt: Sie schätzen Deutschlands lange musikalische Tradition
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| © Reiner Zensen/DAAD |
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Wie international und vielfältig die Musikszene Deutschland ist, zeigte die an das Stipendiatenkonzert anschließende Elektroakustische Live-Performance des Japanischen Künstlers Yutaka Makino. Der Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD schickte seine Zuhörer in ein großes Rauschen, das an Zugfahrten und mächtige Atlantikwellen erinnerte. Wer diesen vielseitigen Abend miterlebt hat, war im kühlen Saal der lebhaften Großstadt für rund drei Stunden auf Weltreise.
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Autorin: Bettina Mittelstraß |
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Veröffentlichungsdatum: 29.07.2010 |
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© DAAD |
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