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LMU München |
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Bessere Gesundheitsversorgung weltweit |
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Am "Center for International Health" an der Ludwig-Maximilians-Universität in München geht die Arbeit zügig voran. Das neue Kompetenzzentrum wird vom DAAD aus Mitteln des BMZ im Programm "exceed – Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit" mit bis zu 5 Millionen Euro gefördert.
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Mangelnde Arbeitssicherheit: Minenarbeiter in Lateinamerika hantieren oft ungeschützt mit Dynamit
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| © Public Domain |
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In den Kupferminen Lateinamerikas hantieren die Arbeiter mit Dynamit, auch Kinder. Wenn ihnen dabei etwas passiert, ist das in der Regel ihr Problem. Schutz vor einem „Arbeitsunfall“ gibt es kaum, denn nur 20 Prozent der Minenarbeiter sind bei den Konzernen unter Vertrag. "Die Gesundheitsversorgung der anderen 80 Prozent, die nicht angestellt sind, ist unser größtes Problem", sagt Dr. Daniel Moraga von der medizinischen Fakultät der Universidad Católica del Norte in Coquimbo, Chile. "Wir haben derzeit eine große Debatte in Chile, wie wir die vielen Arbeiter auf dem informellen Sektor besser schützen können."
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Innovative Konzepte: Die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" zeichnete ein CIH-Projekt in Tansania aus
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Arbeitsmedizin wie in Europa praktiziert
Im Center for International Health (CIH), das von München aus koordiniert wird, vertritt Daniel Moraga mehrere Partneruniversitäten in Lateinamerika. Die Arbeitsmedizin ist ein großes Projekt im CIH. Aufbauend auf jahrelanger Kooperation finden dazu Sommerschulen abwechselnd in lateinamerikanischen Ländern und in München statt. Im April 2010 wurde das zwei Wochen dauernde Ausbildungsprogramm in Lima organisiert, im Mai 2010 kamen 36 Teilnehmer aus 29 Ländern nach München.
"Der Kurs richtet sich an junge Nachwuchskräfte, die in Lateinamerika die Basisversorgung am Arbeitsplatz übernehmen, also an Ärzte oder studierte Krankenschwestern aber auch an Sicherheitsingenieure oder Ergonomen", erklärt Katja Radon, Leiterin des Teilprojektes "Occupational Health" am CIH. Vermittelt wird Arbeitsmedizin, wie sie in Europa praktiziert und organisiert wird mit dem Ziel, ein passendes System für südamerikanische Länder zu entwickeln. "Wir legen dabei großen Wert auf Gruppenarbeit, um den Süd-Süd-Austausch zu fördern."
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Medizin vor Ort: In Tansania unterstützt das CIH eine mobile Klinik
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Forschung im Heimatland
Zwei andere Teilprojekte des CIH, die mit Partnerhochschulen in Äthiopien oder Vietnam arbeiten, konzentrieren sich auf das "Academic Teacher Training" von Chirurgen oder Kinderkardiologen. "Hier geht es darum, Ärzten aus Schwellen- und Entwicklungsländern neben einer besseren Ausbildung auch die Kompetenz mitzugeben, ihr Wissen zu vermitteln", sagt Bettina Prüller, Koordinatorin am CIH. Es werden Curricula für Studierende entwickelt, denn das zentrale Ziel des Kompetenzzentrums für die Zusammenarbeit in der Entwicklung ist die Hilfe zur Selbsthilfe. "Es ist absolut kontraproduktiv, Lehre und Forschung nach Europa zu verlagern, sodass die gut ausgebildeten Mediziner wegen der besseren Bedingungen am Ende hier bleiben", sagt Günter Fröschl, Programm-Koordinator im vierten Teilprojekt, der neu eingerichteten Doktorandenschule. "Wir wollen, dass unsere Absolventen in ein internationales Netzwerk eingebunden werden und in ihren Heimatländern als Multiplikatoren bleiben, um dort Forschungsarbeit anzuregen."
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Doktoranden erforschen internationale Gesundheit
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Das Doktorandenprogramm (PhD) "Internationale Gesundheit" unter der Leitung von Michael Hoelscher, der auch der Projektverantwortliche des CIH insgesamt ist, wird erstmals an einer deutschen Universität eingerichtet und startet im Oktober 2010. Die Nachfrage war größer als erwartet. Von 400 Bewerbern aus Partnerhochschulen weltweit wurden 14 ausgewählt. Ihre Themen bringen sie bereits mit. Sie haben einen Betreuer in München, aber forschen drei Jahre lang im jeweiligen Heimatland. Für zwei Kurzaufenthalte und das Schreiben der Promotion kommen die Doktoranden nach München. Dort geht es auch um die Vermittlung von so genannten "Soft-Skills" wie akademisches Schreiben oder die Einwerbung von Drittmitteln.
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Bessere Information führen zu wirksameren Gesetzen
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Der Inhalt der Forschung umfasst neben medizinischen Themen auch Gesundheitsökonomie oder Gesundheitspolitik. Fragen, mit denen sich die Doktoranden beschäftigen: Wie finanziert man Gesundheitssysteme? Wie sieht der politische Wille dafür in Schwellen- und Entwicklungsländern aus? "Für Chile ist es entscheidend, dass wir durch die Forschung im CIH mehr über die Arbeitsbedingungen und Risiken der Arbeiter erfahren", betont Daniel Moraga. Wie viele Versehrte und Todesfälle durch Arbeitsunfälle gibt es in Chile eigentlich? Was kostet das den Staat? "Bessere Information sind die Grundlage für Gesetzesänderungen. Erst sie bringen langfristig eine bessere medizinische Versorgung."
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Autorin: Bettina Mittelstraß |
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Veröffentlichungsdatum: 21.07.2010 |
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