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5. DAAD-Netzwerk-Konferenz
Neues ins Rollen bringen
14 Außenstellen, 50 Informationszentren – der DAAD hat ein dichtes internationales Netz gespannt. Vom 8. bis 9. Juli 2010 bündelten sich die internationalen Kräfte in Bonn auf der 5. DAAD-Netzwerk-Konferenz. Hochschulvertreter und Forschungsorganisationen aus ganz Deutschland bauten dort ihre Kontakte aus – auch in neue Richtungen.
In zwei Hochschulwelten zuhause: Die Leiterinnen und Leiter von DAAD-Außenstellen und Informationszentren sind Experten für Internationalisierung und geben Informationen aus erster Hand. Von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung konnten deutsche Hochschulen bereits zum fünften Mal auf der DAAD-Netzwerk-Konferenz profitieren. Zwei Tage lang stellte der DAAD verschiedene Informations- und Kommunikationsformate bereit – von Vorträgen im großen Plenum bis hin zu bilateralen Beratungsgesprächen. An 46 Ländertischen berieten Vertreter von 67 Auslandsbüros des DAAD über 150 Hochschulvertreter. „Diese Vielfalt findet großen Anklang, wie die erneut gestiegenen Teilnehmerzahlen zeigen“, so Julia Quirll da Matta, Koordinatorin der Netzwerk-Konferenz, die in diesem Jahr auch eine Parade der aufstrebenden Schwellenländer war.

Infos aus erster Hand: Mehr als 150 Hochschulvertreter ließen sich vom DAAD beraten
Infos aus erster Hand: Mehr als 150 Hochschulvertreter ließen sich vom DAAD beraten
© Michael Jordan/DAAD
Fortschritt teilen
Den Anfang machte am Donnerstagmorgen ein Land, das in diesem Jahr bereits für viel Furore sorgte: Südafrika. In seinem Vortrag über das Gastgeberland der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft machte Dr. Ralf Hermann, Leiter des DAAD-Informationszentrum (IC) in Johannesburg, deutlich: In Südafrika kommt nicht nur das runde Leder ins Rollen, auch afrikanische Hochschulen sind auf dem Vormarsch. „Bei den Zielländern für ausländische Studierende liegt Südafrika schon heute auf Platz zehn, in keinen Sektor steckte das Land im letzten Jahr so viel Geld wie in die Bildung“, sagte Hermann.

Nützliche Fakten: Die Länder-Vorträge des DAAD fanden großen Anklang
Nützliche Fakten: Die Länder-Vorträge des DAAD fanden großen Anklang
© Michael Jordan/DAAD
Von der infrastrukturellen Entwicklung rund um die Fußball-WM werden auch die Studierenden profitieren. Beispielsweise wurden Zimmer in Studentenwohnheimen zeitweise an WM-Touristen vermietet, die Einnahmen fließen in die Verbesserung der Einrichtung. Als dringliches Problem der südafrikanischen Hochschulen sieht der IC-Leiter die hohe Abbrecherquote, die besonders mit der Armut vieler Studierender zusammenhänge. „Kooperationsbedarf besteht besonders in den Disziplinen, die für die gesellschaftliche Entwicklung Südafrikas ausschlaggebend sind, also zum Beispiel Medizin und Jura“, sagte Ralf Hermann und rief die deutschen Hochschulen auf, ihre Fühler gen Südafrika auszustrecken.

Ein Vorschlag, der auf fruchtbaren Boden gefallen sein dürfte, denn die deutschen Hochschulen zeigen weiterhin großes Interesse, sich auch in Schwellenländern zu positionieren. Das bewiesen die anschließenden Fragerunden. Viele Hochschulvertreter strömten zu den Leitern der brasilianischen und russischen Außenstelle und informierten sich über Antragstellung und Förderchancen beim DAAD, aber auch über gesellschaftliche Bedingungen in den vorgestellten Ländern. An 26 Sondertischen – mehr als drei mal so vielen wie im Vorjahr – versorgte der DAAD seine Gäste außerdem mit Wissenswertem beispielsweise zu Internationalen Hochschulmessen und zu Studienangeboten deutscher Hochschulen im Ausland.

Der DAAD bot an 46 Ländertischen Einzelgespräche an. Beliebt waren Indien, Russland und Brasilien
Der DAAD bot an 46 Ländertischen Einzelgespräche an. Beliebt waren Indien, Russland und Brasilien
© Michael Jordan/DAAD
Konkret und hilfreich
Die Leiter der DAAD-Außenstellen und -Informationszentren standen zwei Tage lang für Einzelgespräche zur Verfügung. So wollte zum Beispiel Katrin Winkler, Programmkoordinatorin an der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Hohenheim, wissen, wie sie mehr indische Studierende für ihre Hochschule gewinnen kann. „Wir bekommen immer wieder sehr gute Bewerbungen, müssen die Studierenden aber ablehnen, weil sie nur einen dreijährigen Bachelor mitbringen“, sagt sie. An der Universität Hohenheim müssen Studierende aber einen vierjährigen Bachelorstudiengang absolviert haben, um zum Masterstudiengang zugelassen zu werden.

Stefan Balzter vom DAAD-Informationszentrum Chennai bot Katrin Winkler die Unterstützung des DAAD an. „Wir können im Auftrag Ihrer Hochschule schriftliche Eignungstests an unseren Standorten in Indien durchführen“, sagte er und verwies damit auf ein stark nachgefragtes Angebot von GATE-Germany. Darüber hinaus empfahl er, eine Zusammenarbeit mit indischen Hochschulen aufzubauen: „Denn die meisten Bewerber gewinnt man, indem man in einen gleichberechtigten Austausch von Studierenden und Lehrenden in beide Richtungen investiert.“ Wie groß das Interesse der deutschen Hochschulen an Indien ist, zeigte ein Blick auf die Buchungstafel für Einzelgespräche: Alle Termine waren restlos belegt.

Autorin: Julia Walter
Veröffentlichungsdatum: 14.07.2010
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