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Vorlesungen zur WM |
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Fußball verändert Afrika |
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Nicht nur Fans rund um den Globus fiebern derzeit der ersten Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden entgegen, auch Wissenschaftler verschiedener Nationalitäten und Disziplinen. Auf Einladung des DAAD loteten sie an südafrikanischen Universitäten die kulturelle und soziale Dimension des Phänomens Fußball aus.
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Fußball in all seinen Facetten: Nicht nur die Fans rund um den Globus fiebern derzeit der ersten WM auf afrikanischem Boden entgegen, sondern auch Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche. Sie kamen im April und Mai nach Südafrika, um dort im Rahmen der „Lecture Series on Soccer“ kulturelle und soziale Dimensionen des Phänomens Fußball auszuloten. „Die Veranstaltungsreihe des DAAD ist einzigartig in ihrer Art“, sagt der Historikers Peter Alegi von der Universität Michigan. In der Reihe der unterschiedlichen Themenabende setzte er sich mit „Fußball und Geschichte“ auseinander.
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Fußball begeistert: Soccer-Lectures locken breites Publikum
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Experten diskutieren mit großem Publikum
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Peter Alegi, Autor des Buches „African Soccerscapes“, ist ein ausgewiesener Kenner: Seit 15 Jahren vertieft er sich in die afrikanische Fußballgeschichte. Er lobt das Engagement des DAAD: „Die interdisziplinären Vorträge internationaler und südafrikanischer Wissenschaftler führten zu einem weit reichenden Wissensaustausch unter den Spezialisten, aber auch beim allgemeinen Publikum.“ Nun hofft er auf eine möglichst „weite Verbreitung der Vorlesungen durch Print- und elektronische Medien“. Sein Ziel ist es, die Begeisterung zur WM langfristig zu erhalten und schlägt zum Beispiel vor, ein afrikanisches Fußball-Museum und -Forschungszentrum zu gründen.
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An der Vuvuzela: Professor Klaus Theweleit (links) und Dr. Achille Mbembe (rechts). Ralf Hermann (mitte) will noch mehr hören
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Zu den Soccer-Lectures in südafrikanischen Universitätsstädten und gleichzeitig WM-Austragungsorten kamen jeweils zwei bis drei Vortragende. „Die Reihe richtete sich in erster Linie an das Campus-Publikum, war aber auch ausdrücklich für die interessierte Öffentlichkeit gedacht – entsprechend haben wir sie beworben“, sagt Ralf Hermann, Leiter des Informationszentrums des DAAD in Johannesburg. Unter anderem standen Bildung, wirtschaftliche Entwicklung, sozialer Wandel, Sportjournalismus und Ethik, Sportmedizin sowie die Rolle des Sports für das Zusammenwachsen der „Rainbow Nation“ im Fokus. „Die Inhalte haben wir mit Blick auf die Relevanz im öffentlichen Diskurs in Südafrika gewählt“, erläutert Ralf Hermann.
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Positives Beispiel kultureller Integration
Diesen Diskurs hat Professorin Christiane Eisenberg von der Berliner Humboldt-Universität, deutsches Pendant zu Peter Alegi im Bereich „Fußball und Geschichte“, im Visier. Sie betont: „Die kulturelle und soziale Bedeutung des Fußballs als Kommunikationsmedium kann den Zuhörern neue Perspektiven eröffnen“. Die Historikerin begreift Fußball als ein positives Beispiel kultureller Integration. „Dieser Sport ist als Teil der globalen Kultur keineswegs ein Selbstläufer im Sinne ‚einfaches Spiel’ oder ‚schönste Nebensache der Welt’, sondern bedarf ebenso wie die WM politischer, ökonomischer und organisatorischer Unterstützung.“
Beeindruckt von der Resonanz und der angeregten Diskussion beim Themenabend „Fußball, Sportjournalismus und Ethik“ zeigte sich Dirk Jungels von der Technischen Universität München. Die Wechselwirkung von Sport und Medien hält er für besonders spannend, weil sie ständig im Wandel ist. „Es heißt oft, der Sport sei Spiegel der Gesellschaft und der Journalismus verarbeite in der Öffentlichkeit präsente Themen. Dabei wird die Verantwortung beider Systeme, des Sports und des Journalismus, deutlich“, sagt Dirk Jungels.
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Fazit von Ralf Hermann: „Die Soccer-Lectures verschafften dem DAAD mediale Aufmerksamkeit und zudem Präsenz an den Partnerhochschulen.“ Den in allen Vorträgen reflektierten Zusammenhang zwischen Fußball und gesellschaftlicher Entwicklung in Afrika bringt Peter Alegi auf den Punkt: „Die Berichte über Fan-Kultur, verschiedene Spielvarianten, politische Gegenwehr, nationale Identität sowie die Demokratisierung des Welt-Fußballs demonstrieren, wie einerseits Afrikaner den Fußball verändert haben und andererseits der Fußball Afrika verändert hat.“ Im August oder September wird Willy Lemke, Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung, die Vortragsreihe abschließen.
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Autor: Jürgen Herbst |
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Veröffentlichungsdatum: 28.05.2010 |
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