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DAAD-Ärzteprogramm ausgebaut
Das erweiterte DAAD-Ärzteprogramm / PAGEL fördert Kooperationsprojekte mit Entwicklungsländern auf dem Gesundheitssektor
Das DAAD-Ärzteprogramm wurde bereits 2009 für Anträge von nicht medizinischen Fachbereichen deutscher Hochschulen geöffnet. Diese Öffnung spiegelt sich nun in der Erweiterung des Programmnamens um das Akronym PAGEL wider: Es steht für "Partnerschaften für den Gesundheitssektor in Entwicklungsländern“.

Das zentrale Anliegen des Programms ist, das Gesundheitswesen der Entwicklungsländer nachhaltig zu stärken. Die inhaltlichen Schwerpunkte, die an das BMZ-Sektorkonzept "Gesundheit in der deutschen Entwicklungspolitik" angelehnt sind, reichen von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose über Müttergesundheit bis hin zu Public Health, Gesundheitsreformen und Krankenversicherungswesen. Diesem systemischen Ansatz folgt das erweiterte DAAD-Ärzteprogramm / PAGEL.

Gefördert werden Kooperationsprojekte zwischen deutschen Hochschulen und Hochschulen in Entwicklungsländern aus Mitteln des BMZ. Sie dienen der weiteren Qualifizierung von Studierenden, Alumni und Gesundheitswissenschaftlern aus Entwicklungsländern, bringen den Austausch zwischen Hochschulen voran und unterstützen den Aufbau von Aus- und Fortbildungsstrukturen auf dem Gesundheitssektor vor Ort. Über Süd-Süd-Partnerschaften ziehen die Maßnahmen weite Kreise und haben langfristige Wirkungen. Diese Aus- und Weiterbildungsangebote in den Entwicklungsländern sind ein entscheidender Faktor zur Vorbeugung gegen den Brain Drain, unter dem – neben anderen Bereichen - auch das Gesundheitswesen vieler Entwicklungsländer leidet.

Ein Modell für nachhaltigen Strukturaufbau ist das Projekt der Universitäten München und Nairobi. Vor über 30 Jahren begonnen, ist es heute das größte Ausbildungsnetz für Augenärzte in Afrika. Die Mediziner geben ihr Wissen weiter und qualifizieren Kollegen in ihren Heimatländern. Das ist bitter nötig: Für eine Million Menschen gibt es in Afrika nur einen Augenarzt.


© Wenzel/DAAD
Expertenseminare vervollständigen den Wissenstransfer: Neben europäischen Ärzten vermitteln auch afrikanische Fachleute ihr aktuelles Wissen an Kollegen aus dem eigenen Land oder der Region. Dabei ergeben sich viele Chancen zur regionalen Zusammenarbeit etwa zwischen Hochschulen, Krankenhäusern und Gesundheitsbehörden, aber auch mit Partnern in den Nachbarländern. Dieses Ziel verfolgen beispielsweise die Hochschulen Tübingen und Libreville, Gabun, im gemeinsamen Kampf gegen HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria. Klinische Studien zu Tropenkrankheiten intensivieren den Austausch, und die Expertise wird über Ländergrenzen hinweg nutzbar.


Veröffentlichungsdatum: 18.05.2010
Katrin Winter, DAAD, Referentin Ärzteprogramm / PAGEL
Tel: 0228 / 882-176, E-Mail: winter@daad.de
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