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DAAD Preisträger |
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Besuch im Kanzleramt |
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Am 6. Mai empfing die Bundeskanzlerin 20 ausländische Studierende, die von deutschen Hochschulen für herausragende Leistungen und soziales Engagement mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet wurden. Die Preisträger aus 19 Ländern machen vor, wie viel man mit wenigen Mitteln erreichen kann.
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Eine so internationale Delegation steht selbst im Bundeskanzleramt nicht oft auf der Tagesordnung: Aus 19 Ländern kamen die 20 DAAD-Preisträger, die am 6. Mai mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentrafen – von Mauretanien bis Estland, von Guayana bis Bangladesh. Sie wurden ausgewählt aus insgesamt 201 internationalen Preisträgern, die 2009 an deutschen Hochschulen den Preis des DAAD erhielten. Und sie stehen für fast eine Viertelmillion ausländische Studierende, die deutsche Hochschulen mit interkulturellen Perspektiven bereichern.
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Die Preisträger zu Besuch bei der Bundeskanzlerin: "Es war eine große Ehre, dass sie sich Zeit nahm"
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| © David Ausserhofer |
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„Ich hoffe, Sie fühlen sich wohl hier in Deutschland“, begrüßte Angela Merkel ihre Gäste vor ihrem Büro in der 7. Etage des Bundeskanzleramts. Eine kurze, aber prägende Begegnung für die Studierenden. „Es war eine große Ehre, dass die Kanzlerin sich für uns Zeit genommen hat“, sagt der Medizinstudent Corentin Ilibi aus der Demokratischen Republik Kongo, der seit 2003 in Greifswald studiert und sich dort mittlerweile heimisch fühlt. „Greifswald ist mir in den letzten Jahren sehr ans Herzen gewachsen“, sagt er.
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Volkan Görkem Büyükyildiz berät in seiner Freizeit Erstsemester
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| © Thomas Wagner, www.miketraffic.com |
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Außenpolitik aus dem Nähkästchen
Zweiter Höhepunkt des Besuchs war eine Diskussionsrunde mit Rolf Nikel, dem stellvertretenden außenpolitischen Berater der Bundeskanzlerin. „Fragen Sie!“, forderte er die versammelten Studierenden auf, und brauchte nicht lange auf Wortmeldungen zu warten. Die Preisträger wollten von ihm wissen, was aus den Millenniumszielen zur Halbierung der weltweiten Armut geworden ist, wie sich die deutsche Regierung zum iranischen Atomprogramm verhält und welche Rolle die Gleichberechtigung von Frauen in der Entwicklungszusammenarbeit spielt. „Interessant, dass die Frage gerade von einem Mann kommt“, bemerkte Nikel und betonte, dass Gleichberechtigung von der Regierung als entscheidender Faktor für eine effiziente Entwicklungshilfe gesehen wird. Die Frage stellte Jabber Abdoul aus Bangladesch. Er forscht an der Universität Oldenburg zur Gleichberechtigung und Integration von bengalischen Frauen und Kindern in Deutschland. „Die Familie erlaubt ihnen oft nicht, kulturelle Grenzen zu überschreiten“, sagt der Politikwissenschaftler. „Die Integration wird dadurch sehr erschwert.“ Nach seinem Studium würde sich Jabber Abdoul gerne für eine erfolgreiche Integration seiner Landsleute in Deutschland einsetzen.
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Ein Preis hat sich etabliert
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Der vom Auswärtigen Amt finanzierte und mit 1.000 Euro dotierte Preis wird bereits seit 1996 verliehen. Ziel war es von Anfang an, die Bedeutung des interkulturellen Austauschs für Studium und Wissenschaft hervorzuheben. Oder anders gesagt: Der Öffentlichkeit zu vermitteln, welche Bereicherung ausländische Studierende für deutsche Hochschulen darstellen. Dass dabei nicht nur die Studienleistung im Vordergrund steht, sondern auch das gesellschaftliche Engagement, betonte DAAD-Generalsekretär Christian Bode. „Es geht uns nicht allein um die Karriere des Einzelnen, wir setzen darauf, dass die Leute etwas zurück geben wollen.“
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Mit wenigen Mitteln viel erreichen
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Die Lebensläufe der Preisträger zeigen, dass ihnen selbst genau daran gelegen ist. Volkan Görkem Büyükyildiz aus der Türkei zum Beispiel, der in Stuttgart Maschinenwesen studiert, betreut in seiner Freizeit ausländische Erstsemester. Die Russin Albina Voblikova, die in Jena im Fach Deutsch als Fremdsprache promoviert, arbeitet als Dolmetscherin für Asylbewerber. Und Corentin Ilibi, Medizinstudent aus der Demokratischen Republik Kongo, hat sein DAAD-Preisgeld in einen selbst gegründeten Verein gesteckt, um afrikanische Studenten zu unterstützen. „Afrika wird von der Welt häufig vergessen. Es ist gut, wenn in Deutschland Leute studieren, die für Afrika eintreten“, sagt er. Die Jahre in Greifswald haben ihn dazu inspiriert, ein Krankenversicherungs- und Rentensystem für sein Heimatland zu entwickeln. Ein ehrgeiziges Projekt. Gerade ist er aus dem Kongo zurück gekommen, wo er mit einer Gruppe von rund 300 Berufsfischern ein Pilotprojekt vereinbart hat. Es wäre das erste Krankenversicherungssystem des Landes, im kleinen Rahmen. „Man kann auch mit wenigen Mitteln viel erreichen, wenn man das Ziel vor Augen hat“, sagt der 34-Jährige.
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Albina Voblikova dolmetscht neben dem Studium für Asylbewerber
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| © Anna Voblikova |
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„Man muss ein großes Leben führen“
Auch der Inder Adarsha Kanchana investierte sein Preisgeld für soziale Zwecke. Seine Stiftung verhilft armen Kindern in Südindien zu besseren Bildungschancen. Der 29-Jährige hat in Hamburg gleichzeitig einen Master in Mikroelektronik und einen Master of Business Arts abgeschlossen. Demnächst wird in Deutschland ein Taschencomputer auf den Markt kommen, den er für eine Hamburger Firma entwickelt hat und der in Indien produziert wird. „Es sieht aus, als würde es ein großer Erfolg werden“, sagt Kanchana, der bereits für seine Doktorarbeit im Bereich Photonik forscht.
Doch Karriere ist für ihn nur ein Aspekt des Lebens. „Es ist wichtig, dass man ein Mensch bleibt und nicht nur ans Geld verdienen denkt“, sagt er. „Man muss ein großes Leben führen und viel ausprobieren.“ Er selbst lebt das vor, schreibt Gedichte, spielt indische Flöte, komponiert Lieder. In Hamburg hat er mit Flüchtlingen und Obdachlosen gearbeitet, um die Realität der armen Leute in Deutschland kennenzulernen. „Es war eine große Überraschung für mich, dass es in einem entwickelten Land ähnliche Probleme gibt wie in Indien“, sagt Adarsha Kanchana. Jetzt sucht er Sponsoren für seine Stiftung. „Der DAAD-Preis hat mich dazu ermutigt, mich in Zukunft noch mehr zu engagieren.“
Vielleicht ist das etwas, das alle Preisträger auszeichnet: Sie schauen über den Tellerrand, nicht nur über Landes- sondern auch Fachgrenzen hinweg und über die Grenzen der eigenen Karriere. Sie lassen sich vom Schicksal anderer Menschen berühren. Das ist preiswürdig.
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Autor: Mirco Lomoth |
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Veröffentlichungsdatum: 10.05.2010 |
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© DAAD |
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