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Fachtagung ''go out!''
''Zahlenspiele''
Statistiken über die Auslandsmobilität deutscher Studierender kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eine Tagung des DAAD im Vorfeld der StudyWorld 2010 analysiert die Daten und zeigt: Studieren weltweit nimmt auch in Zeiten von Bachelor und Master zu.
Fachkonferenz 'go out!': Entscheidend für mehr Mobilität sind Kooperationen mit Hochschulen weltweit
Fachkonferenz 'go out!': Entscheidend für mehr Mobilität sind Kooperationen mit Hochschulen weltweit
© David Ausserhofer/DAAD
Studieren im Ausland – ist das unter den Bedingungen des Bachelor- und Masterstudiums noch möglich? Mehrere empirische Studien ermittelten Werte über die Anzahl von Studierenden mit Auslandserfahrungen, um die Frage zu beantworten. Doch die Zahlen unterscheiden sich beträchtlich und die Unsicherheit ist groß: Welche Quote stimmt? Wie kommt es zu der Differenz? Dieser Frage gingen Experten auf der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem DAAD organisierten 4. Fachtagung „go out – studieren weltweit“ nach, die aus Anlass der internationalen Messe für Studium, Praktikum und akademische Weiterbildung StudyWorld 2010 in Berlin stattfand.

Ministerialdirigent Peter Greisler vom Bundesbildungsministerium stellte sich den Fragen der Mobilitätsexperten
Ministerialdirigent Peter Greisler vom Bundesbildungsministerium stellte sich den Fragen der Mobilitätsexperten
© David Ausserhofer/DAAD
Klarheit schaffen
„Die Zahlen unterscheiden sich, weil die beauftragten Forscher andere Methoden anwenden“, erläuterte Ulrich Heublein vom Hochschul-Informations-System Hannover (HIS). Anhand jüngster Studien von HIS, dem Internationalen Zentrum für Hochschulforschung Kassel (INCHER) und der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) schaffte er Klarheit: Ein Vergleich der Daten ist kaum möglich, denn schon im Ansatz werden die Weichen anders gestellt: Fragt man Studierende oder Absolventen? Wie groß ist die Stichprobe? Beinhaltet die Frage nach „studienbezogenen“ Aufenthalten auch längere Reisen, Sprachkurse, Kurzaufenthalte, eine Erwerbstätigkeit oder nicht?

Entscheidend sei außerdem, wie man mit den verschiedenen Werten umgehe. „Um aussagekräftig zu sein, müssen die Daten sehr differenziert analysiert werden“, sagte Heublein. Zum Beispiel ist die Differenzierung nach Disziplinen nötig, meinte Harald Schomburg von INCHER Kassel. „Die Anteile reichen hier von acht Prozent unter Sozialarbeitern, die Deutschland während des Studiums kaum verlassen, bis zu 60 Prozent unter angehenden Medizinern, die zu Praktika ins Ausland gehen wie verrückt!“

Im Ausland dazugewinnen
Nach den Zahlenspielen der Blick in die Praxis: Mehrere Hochschulen stellten auf der Konferenz neue Modelle vor, die Auslandsmodule erfolgreich in bestehende Bachelor- oder Masterstudiengänge und auch in Doktorandenprogramme integrieren. Sie sind in der Regel mit besonderen fachlichen, interdisziplinären oder berufsvorbereitenden Qualifikationen verbunden und machen zusätzliche Zertifikate oder Doppelabschlüsse möglich. Die Entwicklung dieser Modelle wird in zahlreichen Förderprogrammen des DAAD, wie zum Beispiel „Bachelor plus“ oder dem Programm für internationale Studien- und Ausbildungspartnerschaften (ISAP) mit Mitteln aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

Studieren weltweit nimmt auch in Zeiten von Bachelor und Master zu
Studieren weltweit nimmt auch in Zeiten von Bachelor und Master zu
© David Ausserhofer/DAAD
Kooperation mit Spanien
Entscheidend für mehr Mobilität sind Kooperationsverträge mit Universitäten weltweit und das daraus entstehende internationale Netzwerk. Die Fachkonferenz konzentrierte sich daher am zweiten Tag auf Hochschulkooperationen mit Spanien, dem diesjährigen Gastland der „StudyWorld“. Präsentiert wurden zwei „best practice“-Beispiele für die deutsch-spanische Hochschulkooperation, eines davon in der Doktorandenausbildung, das im DAAD-Programm Bi-nationales Promotionsnetzwerk (PhD-Net) gefördert wird.

Juan José Moreno-Navarro, Generaldirektor für Hochschulpolitik im spanischen Bildungsministerium, erläuterte schließlich ausführlich die Strategie „Estrategia 2015“ seines Landes, die auf Innovation und nachhaltige Modernisierung setzt. „Wir wollen den Ausländeranteil an Spaniens Hochschulen erhöhen und bessere Mobilität ermöglichen“, nannte er als ein Ziel. Dafür wurde mit der Fundación Universidad.es jüngst eine dem DAAD vergleichbare Institution geschaffen. Und die Hochschulkooperation mit Deutschland, die auf eine lange Tradition zurückblickt, soll noch intensiver werden. „Nie gab es so gute Ausgangsbedingungen für den Ausbau der deutsch-spanischen Hochschulbeziehungen wie jetzt“, sagte Thomas Kathöfer, Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Autorin: Bettina Mittelstraß
Veröffentlichungsdatum: 03.05.2010
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