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Universität Hohenheim
Wissen wider den Hunger
Das „Food Security Center“ an der Universität Hohenheim unterstützt den Kampf gegen den weltweiten Hunger. Am 12. März wurde das Kompetenzzentrum eröffnet. Es ist eines von fünf, die der DAAD im Programm „Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit“ mit jeweils bis zu 5 Millionen Euro fördert.
Die Universität Hohenheim will junge Leute aus Entwicklungsländern ausbilden, die vor Ort ihr Wissen weitergeben
Die Universität Hohenheim will junge Leute aus Entwicklungsländern ausbilden, die vor Ort ihr Wissen weitergeben
© Universität Hohenheim
„Wir wissen, dass es im Kampf gegen Hunger keine Patentrezepte gibt“ sagt Manfred Zeller, Leiter des „Food Security Center“ (FSC) an der Universität Hohenheim. Die Nahrungsmittelkrise 2008 hat erschreckend klar gemacht, wie komplex Ursachen und Wirkungen in der globalisierten Welt zusammenhängen. Aber die Weltgemeinschaft hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 die Zahl der Hungernden zu halbieren. So lautet das erste der im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen formulierten Millenniumsentwicklungsziele. Eine schwere Aufgabe, an der das FSC effektiv mitarbeiten wird.

Partner in Asien, Afrika und Lateinamerika
Spekulationen mit Nahrungsmitteln auf dem Weltmarkt, steigende Nachfrage nach Agrartreibstoffen und der Klimawandel haben überall Auswirkungen auf die Produktion von Nahrungsmitteln und die Versorgung der Menschen. „Nahrungsmittelsicherheit ist längst nicht mehr nur eine Agrarfrage“, betont Helmut Blumbach, Leiter der Abteilung Süd im DAAD. Um dem Hunger zu begegnen, ist in allen Entwicklungsländern die Förderung einheimischer Exzellenz die wichtigste Investition. „Wenn wir junge Leute gut ausbilden, und sie vor Ort bleiben, dann wirkt das 20 bis 30 Jahre und länger, denn sie geben ihr Wissen weiter“, sagt Victor M. Jimenez, Professor an der Universidad de Costa Rica. Die Universität zählt zu den zahlreichen internationalen Partnern in Asien, Afrika und Lateinamerika, die dem Food Security Center angeschlossen sind.

Das Food Security Centre bietet eine
Das Food Security Centre bietet eine "Young Excellence School", Sommerschulen und Austauschprogramme
© Universität Hohenheim
„Wir kommunizieren Wissen“
Sommerschulen, Austauschprogramme und ein Netzwerk zur interdisziplinären Weiterbildung von Doktoranden und Postdoktoranden in einer „Young Excellence School“ bietet das FSC. „Wir sehen uns aber nicht nur als Trainingzentrum für Entwicklungsexperten“, sagt Manfred Zeller. „Wir kommunizieren Wissen.“ Dieser Transfer von Know-how, in der Forschung wie in der Beratung regionaler Entscheidungsträger, ist das zentrale Anliegen. Dies bestätigt Gideon A. Obare, Gastprofessor am FSC von der Egerton University in Kenia: „Ich beteilige mich an innovativer Forschung, veröffentliche Ergebnisse, lehre und nehme schließlich Kontakt zu Partnern in der Entwicklungszusammenarbeit auf.“

Forschungsaufgabe: Wie begegnen Bauern in Äthiopien dem Klimawandel?
Forschungsaufgabe: Wie begegnen Bauern in Äthiopien dem Klimawandel?
© Thierry Kühn / DAAD
Kleinbauern auf den Klimawandel vorbereiten
Die Arbeit des FSC orientiert sich am Bedarf: Wie können sich zum Beispiel bäuerliche Kleinbetriebe in Äthiopien auf den Klimawandel einstellen und ihre Ernten sichern? Im April 2010 organisiert das FSC dazu in Äthiopien gemeinsam mit nationalen Universitäten und Organisationen einen Workshop. Es geht darum, Langzeitforschung und ein Lehrprogramm zu Fragen des Klimawandels und der landwirtschaftlichen Anpassung aufzubauen. Das entwicklungspolitische Ziel sind institutionelle und technische Lösungen, die letztlich den Kleinbauern dabei helfen, ihre Anbaumethoden und Sortenauswahl an den Klimawandel anzupassen.

„Der DAAD fördert die Kompetenzzentren, um auf die Ressource von Forschung und Lehre für die internationale Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam zu machen“, sagt Helmut Blumbach. An der Universität Hohenheim arbeiten Natur- und Agrarwissenschaftler schon lange international über Ernährungsfragen mit Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern zusammen. Beste Voraussetzungen also für den Start des neuen Kompetenzzentrums. „Davon versprechen wir uns einen deutlichen Erkenntniszuwachs“, sagt Blumbach.

Weitere Informationen
Die vier weiteren Kompetenzzentren in der Entwicklungszusammenarbeit, die mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ausgestattet werden, stellt das DAAD-Magazin in den kommenden Monaten vor:

April
„International Center for Development and Decent Work”
Universität Kassel
Mai
„Excellence through Dialogue – Sustainable Water Management in Developing Countries”
Technische Universität Braunschweig
Juni
„LMU Center for International Health“
Universität München
Sommer
„Centre for Natural Resources and Development”
Fachhochschule Köln
Autorin: Bettina Mittelstraß
Veröffentlichungsdatum: 19.03.2010
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