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German Innovation Award/Japan
Forschernachwuchs an Deutschland binden
Stahl mit besseren Eigenschaften, eine neue Technologie zur schnelleren Herstellung von Elektronikchips, Impfstoffe zum Schlucken statt Spritzen und umweltfreundliche Verpackungen aus Biofasern – dies sind die Forschungsthemen der vier Preisträger des diesjährigen „German Innovation Award – Gottfried Wagener Prize“. Vergeben wird der Preis von der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan und zwölf deutschen Firmen in Tokio.
Forschen für bessere Produkte: Die Preisträger des German Innovation Award 2010
Forschen für bessere Produkte: Die Preisträger des German Innovation Award 2010
© DAAD
Gewinner des ersten Preises von vier Millionen Yen (rund 33.000 Euro) sind Dr. Yuuji Kimura und sein Team am Structural Metals Center des National Institute for Materials Science (NIMS). Sie entwickeln moderne Stähle, die fester, zugleich aber auch zäher sind. Ausschlaggebend dafür ist die Mikrostruktur der neuen Werkstoffe. „Wir brauchen die internationale Zusammenarbeit gerade an den Schnittstellen von Forschung und Industrie“, unterstrich Bundeswissenschaftsministerin und Schirmherrin des Preises Annette Schavan in ihrem Grußwort.

Holger Finken (2.v.l.), Leiter der DAAD-Außenstelle Tokio, gratuliert den Preisträgern
Holger Finken (2.v.l.), Leiter der DAAD-Außenstelle Tokio, gratuliert den Preisträgern
© DAAD
Auf dem Feld des Anwendungswissens ist auch der zweite Preisträger Dr. Takafumi Fukushima von der Tohoku Universität in Sendai zu Hause. Er wurde am 8. Februar für die Entwicklung einer neuen, deutlich schnelleren Produktionstechnologie für dreidimensionale Elektronikchips ausgezeichnet. Den dritten Preis vergab die Jury zwei Mal: Der Molekularchemiker und Pharmazeut Dr. Masuo Kondoh von der Osaka Universität erhielt ihn für seine Arbeit an Impfstoffen, die eingenommen werden können und nicht gespritzt werden müssen – was angenehmer und sauberer ist. Und Dr. Tadehisa Iwata von der Universität Tokio wurde für umweltfreundliche Bio-Fasern auf der Basis von Zucker oder Pflanzenölen prämiert. Sie kommen etwa für Verpackungsmaterial in Frage und bauen sich schneller ab als reine Kunststoffe.

Preisträger erhalten Deutschland-Stipendien
Für den „German Innovation Award – Gottfried Wagener Prize“ bewarben sich in der zweiten Runde insgesamt 63 qualifizierte Teams von 34 japanischen Universitäten und sonstigen Forschungsstätten. Der Name Gottfried Wagener erinnert an einen Göttinger Naturwissenschaftler, der Ende des 19. Jahrhunderts an japanischen Universitäten Physik und Chemie lehrte und zu den Gründervätern des Tokyo Institute of Technology zählt. An diese Tradition knüpfte die Deutsche Industrie- und Handelskammer erstmals 2008 an. Sponsoren des Preises sind Unternehmen wie Bayer, Bosch, Daimler, Münchener Rückversicherung und Siemens. Der DAAD unterstützt die Preisträger mit Deutschland-Stipendien.

Die Bestenauswahl traf eine binationale Jury unter dem Vorsitz von Professor Masuo Aizawa, dem Geschäftsführer des Council for Science and Technology Policy. Zum Auswahlgremium zählen die Präsidenten der Universitäten Tokio und Kyoto sowie des National Institute of Material Science sowie auf deutscher Seite der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft für angewandte Forschung, Hans-Jörg Bullinger.

Physik-Nobelpreisträger Peter Grünberg zeigte sein musikalisches Können
Physik-Nobelpreisträger Peter Grünberg zeigte sein musikalisches Können
© DAAD
Auf Entdeckung mit Musik
Den Festvortrag hielt der deutsche Nobelpreisträger von 2007, Professor Peter Grünberg. Der Physiker ist auch Preisträger der Science and Technology Foundation of Japan. Er bekannte: „Zum Ausgleich meiner Forschungsarbeit habe ich viele Jahre intensiv klassische Gitarre gespielt.“ Sein Können auf diesem Feld zeigte er bei der Wagener-Preisverleihung und begleitete die Sopranistin Keiko Hibi zu japanischen und deutschen Volksliedern. Hibi ist Professorin für Gesang an der Tokyo National University of Fine Arts and Music – und DAAD-Alumna.

Ein offenes Ohr für die Wirtschaft
Die Preisträger des Innovation Award können jetzt mit einem zweimonatigen DAAD-Stipendium ihre wissenschaftlichen Kontakte zu Hochschulen und Technologie-Firmen in Deutschland vertiefen. Über seine 1978 gegründete Außenstelle in Tokio pflegt der DAAD enge Beziehungen zu japanischen und deutschen Unternehmen. Das Programm „Sprache und Praxis in Japan“ hilft dabei seit über 25 Jahren.

Autor: Hermann Horstkotte
Veröffentlichungsdatum: 22.02.2010
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