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Pakistan
Regierung sendet Forschungsnachwuchs
Mit über drei Millionen Euro pro Jahr finanziert die pakistanische Regierung für ihre besten Nachwuchswissenschaftler Stipendien in Deutschland. Das vom DAAD betreute Programm wird eine langfristige Hochschulzusammenarbeit auf den Weg bringen.
Frischer Blick auf Forschung und Lehre: Regierungsstipendiaten aus Pakistan erhalten Anregungen an deutschen Hochschulen
Frischer Blick auf Forschung und Lehre: Regierungsstipendiaten aus Pakistan erhalten Anregungen an deutschen Hochschulen
© Michael Jordan/DAAD
„Mein Aufenthalt in Deutschland ist eine Art Fortbildung. Wir brauchen in einigen Bereichen besser ausgebildete Leute in Pakistan.“ Amber Sohail hat ihren Master in „International Management“ an der Fachhochschule Pforzheim gemacht und promoviert nun seit September 2009 in Wirtschaftswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg. Sie ist eine von 300 Stipendiaten in Deutschland, finanziert von der Higher Education Commission Pakistan (HEC).

Passgenau: Interkulturelles Training
Passgenau: Interkulturelles Training
© Michael Jordan/DAAD
Forschung in Pakistan stärken
Die Erfahrungen mit dem deutschen Bildungssystem sollen unter anderem dazu beitragen, Forschung und Lehre in Pakistan besser zu organisieren. „Wir haben viele Leute, die entweder lehren oder arbeiten, aber die Forschung kommt zu kurz,“ sagt Muhammad Amir Mehmood, seit drei Jahren PhD-Stipendiat für Elektrotechnik an der Technischen Universität Berlin: „Ohne eine kritische Masse an Forschern fehlt uns aber die Basis für gute Lehre.“

Die pakistanische Regierung will in erster Linie die Wissenschaft im eigenen Land stärken. Sie schickt Stipendiaten aus überwiegend technischen Fächern in die ganze Welt, die anschließend aktiv das pakistanische Studien- und Hochschulsystem verändern und an internationale Standards anpassen sollen. Amber Sohail will nach ihrer Rückkehr forschungsorientierter lehren, sagt sie: „Das habe ich in Deutschland gelernt!“ Und Muhammad Amir Mehmoods persönliche Ziele sind, im Fach Elektrotechnik eine mit Deutschland vergleichbare Forschungsumgebung zu schaffen und eine stärkere Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie anzustoßen.

Vorurteile abbauen - einander besser verstehen
Vorurteile abbauen - einander besser verstehen
© Michael Jordan/DAAD
Weitreichende persönliche Verbindungen
Seit 2004 läuft das Stipendienprogramm erfolgreich, in diesem Jahr baut es Pakistan aus: Bis zu 160 weitere Stipendiaten sollen nach Deutschland kommen. Damit ist es eines der größten vom Ausland finanzierten Programme, die der DAAD betreut. „Das Auswärtige Amt finanziert zusätzlich Sprachkurse in Pakistan und Deutschland sowie ein interkulturelles Training“, erläutert Lars Gerold, Leiter des Referats „Afghanistan, Pakistan“ beim DAAD. „Unser langfristiges Ziel ist eine intensive Forschungs- und Hochschulkooperation mit Pakistan.“ Bereits 2009 stellte das Auswärtige Amt für erste Schritte in diese Richtung Sondermittel zur Verfügung, die auch in diesem Jahr fließen sollen. „Die Regierungsstipendiaten knüpfen heute die persönlichen Verbindungen, die solche Kooperationen künftig tragen.“

Die Stipendiaten bestätigen das. „Die Kontakte mit Wissenschaftlern reichen weiter, als ich es erwartet habe“, meint Muhammad Amir Mehmood. Weltweiter Erfahrungsaustausch und Interaktion sind auch die Stichworte, mit denen die Chemikerin Salma Begum, seit Oktober 2009 Masterstipendiatin an der Universität Leipzig, ihren Deutschlandaufenthalt beschreibt. Ihr Fachkollege Muhammad Zaheer, Promovend an der Universität Bayreuth, ist überzeugt, dass dieses Programm sich nicht nur konkret auf die Forschung in seinem Land auswirkt, sondern auch für mehr Verständnis der Region sorgen kann, aus der er kommt: „Man trägt so viele nebulöse Ideen voneinander mit sich herum. Das wird nur durch Interaktion geklärt!“ Der Wunsch, durch die enger rückende Zusammenarbeit in der Wissenschaft auch irgendwann die Nachbarn Pakistan und Afghanistan einander näher zu bringen, existiert beim DAAD natürlich auch, sagt Lars Gerold.

Autorin: Bettina Mittelstraß
Veröffentlichungsdatum: 27.01.2010
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