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Weihnachtsbräuche in... |
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Italien: Geschenke von der guten Hexe Befana |
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Weihnachten ist in Italien – wie könnte es anders sein – ein typisches Familienfest. Das weiß auch der Volksmund: „Natale con i tuoi, Pasqua con chi vuoi“, also „Weihnachten mit deiner Familie, Ostern mit wem du möchtest“.
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Neapel: Krippengeschäfte haben eine lange Tradition
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| © Nicole Gauly/DAAD |
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Im Zeitalter der Globalisierung unterscheidet sich der Weihnachtsschmuck italienischer Innenstädte meist wenig von anderen mitteleuropäischen Pendants: Kitsch und Kommerz überlagern die – in Italien durchaus präsenten – religiösen Inhalte des Festes. Und doch hat jede italienische Region eigene Traditionen bewahrt.
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Weihnachtsbäume und Krippen
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Der Weihnachtsbaum war vor dem Zweiten Weltkrieg so gut wie unbekannt; seine Tradition verbreitete sich erst in den darauffolgenden Jahrzehnten. Dagegen haben Krippen in Italien eine überaus lange Geschichte. Der Legende nach soll es der Heilige Franz von Assisi gewesen sein, der das Geschehen von Bethlehem als Erster mit lebenden Figuren und Tieren nachstellte. Seit dem 14. Jahrhundert wurden Krippen überall in Italien gebräuchlich. Dabei ist die Tradition des Krippenbaus vor allem in Neapel verwurzelt. In der dortigen Via San Gregorio Armeno, der Straße der Krippenbauer, werden Figuren in allen Variationen angeboten – darunter finden sich solche des täglichen Lebens wie Gemüsehändler oder Pizzabäcker ebenso wie Nachbildungen Prominenter.
Die eigene Ausgestaltung der Krippe spielt auch in den Familien eine große Rolle; Nachbarn wetteifern um das schönste Modell. In ganz Italien finden zur Weihnachtszeit Krippenausstellungen statt. Eine Krippe mit lebensgroßen Figuren und einem Weihnachtsbaum, steht im heiligen Zentrum: auf dem Petersplatz in Rom. Auch „lebende“ Krippen sind in der Vorweihnachtszeit noch vielerorts zu finden.
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Italienische Alpen:Nikolaus und Schreckgestalt Krampus
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| © Ellen Bräunig/DAAD |
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In einzelnen Dörfern Norditaliens haben sich alpenländische Traditionen erhalten: So tritt am 5. Dezember in Tarvisio, einem Grenzort zu Österreich, der Nikolaus in Begleitung des Krampus auf, einer Schreckgestalt, wie sie auch in Teilen Bayerns bekannt ist. Ebenfalls in einigen Regionen des Nordens und im sizilianischen Syrakus begehen Italiener am 13. Dezember das Fest der Heiligen Lucia. Die hier als „Lichterkönigin“ verehrte frühchristliche Märtyrerin wurde 280 in Syrakus geboren und vererbte ihr Vermögen den Armen. In der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember bringt sie den Kindern kleine Geschenke. Mit einer Mahlzeit für die Armen, dem „Torrone dei poveri“, in Zucker gekochten Kichererbsen, wird sie noch heute verehrt. Früher stellten Kinder am Vorabend des 13. Dezember eine Tasse Milch und trockenes Brot oder Orangen für den Esel der Santa Lucia vor die Tür.
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Panettone: süßes Brot zum Nachtisch
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| © iStockphoto/DAAD |
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Glockenschläge läuten Weihnachten ein
Nach katholischem Brauch geht dem Weihnachtsfest ein Fasten voraus. In der italienischen Bezeichnung des Heiligen Abends, „Vigilia di Natale”, Weihnachtsvorabend, spiegelt sich die eher untergeordnete Bedeutung dieses Festtags: Abends treffen sich die Italiener zu einem eher bescheidenen Essen, traditionell mit Fisch und Gemüse, zuweilen auch Truthahn. Auch die Bescherung am Heiligen Abend ist in italienischen Familien unüblich.
Erst um Mitternacht wird das eigentliche Weihnachtsfest mit Glockenschlägen eingeläutet. Erwachsene und ältere Kinder nehmen an der Mitternachtsmesse teil, nun darf das Jesuskind in die Weihnachtskrippe gelegt werden. Viele Italiener verfolgen auch die vom Papst im Petersdom gefeierte Mitternachtsmesse im Fernsehen oder Radio.
In manchen Regionen Italiens werden die Geschenke bereits um Mitternacht ausgetauscht, meist aber müssen sich alle bis zum Morgen des 25. Dezember gedulden. Dieser Weihnachtsfeiertag ist von einem üppigen Festessen im Kreis der Familie geprägt, das sich über Stunden hinziehen kann. Eine ganz Italien gemeinsame kulinarische Tradition gibt es nicht; nur als Nachtisch ist der traditionell in der Weihnachtszeit verkaufte Panettone üblich – ein süßes Brot mit Rosinen und kandierten Früchten. Andere Spezialitäten sind Pandoro (süßes Brot ohne Rosinen und kandierte Früchte), Panforte (mit Mandeln, kandierten Früchten und Gewürzen) sowie Panna cotta con frutta (Dessert aus Sahne, Zucker, Gelatine und Früchten).
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Hässlich, aber gut: Befana unterwegs zu den Kindern
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| © Nicole Gauly/DAAD |
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Die Hexe Befana bringt Geschenke
Für manche italienische Kinder steht der Höhepunkt des Festes aber noch aus. Traditionell – und in einigen Regionen Italiens bis heute – bekommen sie die größeren Weihnachtsgeschenke erst am Dreikönigstag, dem 6. Januar. Dabei sind es in Italien gar nicht die Heiligen Drei Könige, die Geschenke bringen, sondern es ist die alte und überaus hässliche, aber gute Hexe Befana. Sie fliegt in der Nacht auf ihrem Besen von Haus zu Haus, rutscht durch den Kamin und hinterlässt die Geschenke in bereitgestellten Strümpfen oder Schuhen. Die Tradition will, dass sich die alte Befana seinerzeit zu spät entschlossen hatte, den Heiligen Drei Königen auf ihrem Weg nach Bethlehem zu folgen. Später konnte sie allein den Weg nicht finden. So zieht sie seither auf ihrer Suche rastlos umher und bringt am 6. Januar allen Kindern Geschenke, in der Hoffnung, unter ihnen möge sich auch das Christuskind befinden. Unartige Kinder erhalten statt Geschenken Asche oder ein Stück Kohle – als „carbone dolce“, „süße Kohle“, wird zu diesem Zweck aber inzwischen eine schwarzgefärbte Süßigkeit aus Zucker und Eiweiß verkauft.
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Autorin: Melanie Kunkel, DAAD-Informationszentrum Rom |
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Veröffentlichungsdatum: 21.12.2009 |
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