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Weihnachtsbräuche in... |
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Moldova: viele Feste im Winter |
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Weihnachten oder Neujahr ? Alter oder neuer Kalender? Wer will, kann in der Republica Moldova im Winter vier Mal feiern.
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Triumphbogen und Catedrala Naşterea Domnului: Weihnachtsstimmung im Stadtzentrum von Chisinau
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| © Abraham/DAAD |
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Der 25. Dezember ist in diesem Jahr erstmals offiziell ein arbeitsfreier Tag, worüber sich in der Republik Moldau (Republica Moldova in der Landessprache) jeder freut. Allerdings bekommen die Beamten und Angestellten diesen freien Tag nicht geschenkt, sondern müssen ihn vorher an einem Samstag abarbeiten. Mit dem freien Weihnachtstag orientieren sich die Moldauer an ihren westlichen Nachbarn, den Rumänen, deren Sprache die Mehrheit der Menschen hier spricht.
Traditionell aber halten sich viele an den östlichen Kirchenkalender und begehen das Weihnachtsfest am 7. Januar – wenn überhaupt. Denn viele Menschen sind nicht sonderlich religiös und halten an ihren Gewohnheiten aus sowjetischer Zeit fest: Tannenbaum und Geschenke gibt es in der Neujahrsnacht! Die wirtschaftlich schwierigen 90er Jahre sind Vergangenheit, und seitdem in der Hauptstadt Chisinau einige moderne Einkaufszentren eröffnet haben, ist die Vorweihnachts- oder besser Vorsilvesterzeit auch in kommerzieller Hinsicht deutlich zu bemerken.
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Lichtermeer im Dezember: Vier Festtage stehen zur Auswahl
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| © Abraham/DAAD |
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Neujahrssalat und selbstgekelterter Wein
Am Silvesterabend wird groß aufgefahren. Auf die reich gedeckte Tafel kommen typisch moldauische Gerichte: sarmale, kleine Krautwickel oder auch gefüllte Weinblätter, mămăligă, eine feste goldgelbe Polenta, die aus einem gußeisernen Topf auf einen Teller gestürzt wird, plăcinte, große runde Teigfladen, gefüllt mit Schafskäse, Kohl oder Kartoffeln, gefüllte Paprikaschoten und Leckereien aus Tomaten und Auberginen. Ein absolutes Muss ist ein Klassiker der russischen Küche: der Salat Olivier, den man unter großzügier Verwendung von Sahne und Mayonnaise zubereitet. Er wird oft auch Neujahrssalat genannt.
Wie bei jedem Gelage in Moldova darf Wein nicht fehlen, am besten hausgemacht! Nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt rollen viele Bewohner im Herbst die Fässer aus der Garage und setzen ihre Presse in Gang, um große Vorräte an rotem und weißem Traubensaft anzulegen. Für die zwölf Glockenschläge zum neuen Jahr muss es aber Sekt sein. Nachdem das erste Glas in der Silvesternacht geleert ist, macht man sich über die Geschenke her, die Moş Crăciun und seine Gehilfin Fulguţa unter den geschmückten Tannenbaum gelegt haben.
Je nach Laune gehen die Moldauer danach an die frische Luft und treffen sich mit Freunden oder drehen den Fernseher laut, in dem schon den ganzen Abend das russische, rumänische oder einheimische Silvesterprogramm als Hintergrundbeschallung lief. Fast alle Menschen in Moldova sprechen mindestens zwei Sprachen, und so sind auch die sowjetischen Filmklassiker immer noch beliebt. Neben Moldauern leben hier viele Ukrainer, Russen, Bulgaren und Gagausen, eine turksprachige, christlich-orthodoxe Minderheit im Süden des Landes.
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Während der ersten zwei Wochen im neuen Jahr geht alles etwas gemächlicher zu. Schulen, Universitäten sowie andere öffentliche Institutionen haben geschlossen. Wem am 7. Januar, dem christlich-orthodoxen Weihnachtsfest, noch nach Feiern zumute ist, der kann dies tun. Die Kinder gehen von Tür zu Tür, singen colinde und bekommen dafür Geld und Süßigkeiten geschenkt. Einige, bei denen dieses Geschäft gut läuft, sind den ganzen Monat unterwegs. Am 13. Januar folgt das sogenannte alte Neujahr, ein ganz und gar unamtlicher Feiertag, aber doch gut genug für eine weitere Party, bevor dann zwei lange graue Monate bis zum Frühling durchzustehen sind.
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Autor: Jan-Peter Abraham, DAAD-Lektor an der Universitatea Pedagogica de Stat "Ion Creanga", Chisinau |
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Veröffentlichungsdatum: 18.12.2009 |
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