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Weihnachtsbräuche in... |
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Finnland: wo der Weihnachtsmann wohnt |
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Im hohen Norden wird der Traum der „weißen Weihnacht“ wahr, die Hauptstädter treffen sich auf dem großen Weihnachtsmarkt und am 24. Dezember ist ein Besuch auf dem Friedhof ebenso ein Muss wie ein Familientreffen in der Sauna.
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Weihnachten im hohen Norden, in der „Heimat“ des Weihnachtsmanns, ist mit viel Schnee und vielen „kleinen Weihnachtsfeiern“ verbunden. Doch lüften wir erst einmal das Geheimnis um den Weihnachtsmann: Fast jedes finnische Kind kennt das Bilderbuch „Joulupukki“ (deutscher Titel: „Wo der Weihnachtsmann wohnt“) des berühmten finnischen Comiczeichners und Kinderbuchautors Mauri Kunnas. Dort steht, dass der Weihnachtsmann in einem kleinen Dorf am Korvatunturi weit oben in Lappland zu Hause ist, wo die Winter kalt und dunkel sind. Im Klappentext der deutschen Ausgabe heißt es: „Es ist das Dorf, in dem der Weihnachtsmann mit seinen Wichteln wohnt. Das ganze Jahr hindurch, von früh bis spät, wird dort gehämmert und gesägt, gedruckt und geleimt, gedrechselt und gehobelt, dass die Späne nur so fliegen. Denn der Weihnachtsmann und seine Wichtel sind dafür zuständig, dass die Weihnachtswünsche aller Kinder erfüllt werden. Und die Kinder haben heute viele Wünsche!“
Tatsächlich wohnt der Weihnachtsmann dort oben in Lappland: Weltbekannt ist das Dorf mit einem eigenen Postamt und Büro am Polarkreis nördlich von Rovaniemi.
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Im hohen Norden: Hier wohnt der Weihnachtsmann
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| © Wichmann/DAAD |
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In der Vorweihnachtszeit geht es in Finnland ein bisschen ruhiger und weniger hektisch zu als in Deutschland. So ist Nikolaus kein Festtag, was daran liegen könnte, dass der finnische Nationalfeiertag auf den 6. Dezember fällt. Dafür feiern die Finnlandschweden den Luciatag am 13. Dezember – das Fest des Lichts. Dazu ruft die schwedischsprachige Tageszeitung in Helsinki „Hufvudstadsbladet“ jedes Jahr zu einem Wettbewerb auf, bei dem die Leser aus einer Gruppe von jungen Frauen die Lucia wählen. Alle Kandidatinnen präsentieren sich inzwischen im Internet mit eigenen Spots.
Eine finnische Tradition ist das pikkujoulu, wörtlich „kleines Weihnachten“. Während die Finnen zu Weihnachten traditionell ihre Verwandten treffen, sind die vielen kleinen Weihnachtsfeiern für Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen gedacht. So kann es durchaus sein, dass die pikkujoulu-Feiern wegen der Fülle der verschiedenen Verpflichtungen schon im November beginnen.
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Weiße Weihnacht: In Finnland wird der Traum wahr
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| © Wichmann/DAAD |
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Weiße Winterlandschaft und Symbole der Seefahrer
Ein besonderes Naturschauspiel sind die herrlichen weißen Winterlandschaften in Finnland. Allerdings muss man etwas nach Norden fahren, um diese zu sehen, denn im „Süden“ (damit meinen die Finnen die Hauptstadtregion mit Helsinki, Vantaa und Espoo) gab es in den letzten Jahren keinen „richtigen“ Winter mehr. Ausnahmen bestätigen diese Regel: So war gerade der vergangene Winter selbst für finnische Verhältnisse recht streng und brachte auch den Hauptstädtern viel Schnee.
Ob mit oder ohne Schnee, im Herzen der Hauptstadt treffen sich die Menschen zum traditionellen Weihnachtsmarkt. An der Esplanade – vom Marktplatz (kauppatori) auf der einen bis zum schwedischen Theater auf der anderen Seite – werden Spezialitäten aus allen Regionen Finnlands angeboten. Besucher wärmen sich bei einem Glas glögi auf. Das ist ein skandinavischer Glühwein, der mit Gewürzen (Zimt, Kardamom, Nelken und Ingwer) verfeinert ist.
Ein besonderes Weihnachtssymbol gibt es in Ostbottnien. In der Küstenregion um Jakobstad (finnischer Name Pietarsaari) stehen Kreuz, Anker und Herz für Glaube, Hoffnung und Liebe (tro, hopp och kärlek auf Schwedisch). Die Symbole entstammen der Seefahrertradition. An Weihnachten, dem Fest der Familie, kam es nicht selten vor, dass Ehemänner und Söhne auf See waren und Heiligabend nicht zuhause sein konnten. Die Ehefrauen stellten dann Lichter mit diesen Symbolen ins Fenster und warteten auf ihre Männer und Söhne.
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Autor: Martin Wichmann, DAAD-Lektor an der Universität Helsinki, mit Unterstützung der Germanistikstudenten |
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Veröffentlichungsdatum: 16.12.2009 |
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