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Kinder-Uni Shanghai |
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Erste DAAD-Kinder-Uni Shanghai am CDHK |
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Von klein auf gemeinsam forschen und die Umwelt schützen
"Wie und warum wandelt sich das Klima? Und was kann ich persönlich dagegen tun?“ Auf diese und ähnliche Fragen fanden am 5.Dezember 2009 sechsundvierzig chinesische und deutsche Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 13 Jahren kreative Antworten und praktische Lösungen. Zwei Tage vor der internationalen Klimakonferenz in Kopenhagen lud das DAAD-Informationszentrum Shanghai - unter der Schirmherrschaft des Deutschen Generalkonsulats und der Tongji-Universität - je 23 chinesische Schüler von drei "Deutschen Sprachdiplom-Mittelschulen“ sowie 23 Schüler der Deutschen Schule Shanghai zur ersten DAAD-Kinder-Uni an das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg der Tongji-Universität ein.
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Gemeinsam gegen den Klimawandel
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Bereits um 8.30 Uhr standen die jungen Forscher neugierig und gespannt vor den Toren der Universität und nahmen kurz darauf Ihre Kinder-Uni-Ausweise, T-Shirts und Teetassen in Empfang, bevor sie erwartungsfroh in den Hörsaal stürmten.
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Hier begrüßte sie der Leiter des DAAD-Informationszentrum Shanghai, Thomas Willems, der die Veranstaltung ins Leben gerufen hatte und moderierte. In ihren Grußworten betonten der Vizepräsident der Tongji-Universität, Prof. Dr. Dong Qi, die Konsulin des Deutschen Generalkonsulats, Kristin Augsburg, und der CDHK-Vizedirektor Prof. Dr. Wu Zhihong die Wichtigkeit der Veranstaltung und die Notwendigkeit, möglichst früh persönlich Verantwortung zu übernehmen und über sprachliche Grenzen hinweg gemeinsam zu handeln und die Umwelt zu schützen. Professor Li Guang Ming vom Institut für Umweltwissenschaft und -technik der Tongji-Universität hielt einen fünfzehnminütigen Vortrag zum Thema "Warum sich unser Klima wandelt und was daraus folgt“. Dabei zeigte er Bilder der Umweltverschmutzung in China, erklärte die Ursachen und warnte vor den Folgen. Als er am Ende seines Vortrags ein Bild präsentierte, auf dem die Weltkugel in einer menschlichen Hand lag und er die Kinder nach der Bedeutung des Bildes fragte, schossen zahlreiche Finger in die Höhe.
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Experimentieren im Kinder-Labor
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Im Anschluss an diese thematische Einführung gingen je zehn Kinder in eins der vier Kinder-Uni Labore (Feuer, Wasser, Erde und Luft), wo sie unter der fachlichen Anleitung von Professor Li, Professor Wünnemann und zwei Doktorandinnen der Tongji-Universität in Zweierteams ein Experiment durchführten, ihre Beobachtungen notierten und Erklärungen formulierten. Nach 30 Minuten wechselten die Kinder ihre Labore, so dass jedes Kind alle vier Experimente machen konnte. Betreut wurden die Zweierteams von insgesamt 23 chinesischen Deutschstudenten der Fudan-Universität, die dolmetschten und bei Bedarf assistierten.
Im Wasserlabor bauten die Kinder aus Sand, Steinen und Wolle einen Filter und säuberten schmutziges Wasser; im Feuerlabor probierten sie aus, welches Material ein erhitztes Marmeladenglas am längsten warm hält, um so Rückschlüsse auf die Wärmedämmung im Haus zu ziehen; im Erd-Labor wurden verschiedene Sandsorten in Schalen gefönt, um zu sehen welchen Sand der Wind am leichtesten transportiert und wie sich Wüsten bilden; im Luft-Labor wurde mit Hilfe von Essig und Backpulver ein Luftballon zum Platzen gebracht und so nachgewiesen, dass CO2 ein Klimakiller ist.
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Während die Nachwuchswissenschaftler beim gemeinsamen Mittagessens in der Mensa noch über die "coolen Experimente“ diskutierten, konnten sie nach dem Vortrag des Geographen Professor Wünnemann von der FU-Berlin/Nanjing viele konkrete und phantasievolle Antworten auf die Frage geben, wie man die Wüstenbildung aufhält: Von der sanften Bepflanzung bis hin zur Erzeugung von künstlichem Regen reichten die Vorschläge der Kinder. In den anschließenden Zukunftswerkstätten "Meine Umwelt im Alltag“ erarbeiteten die Schüler handlungsorientierte Lösungen für die am Vormittag erkannten Probleme. Eine Gruppe erarbeitete Kurzreferate zu den Themen "Was sind erneuerbare Energien und wie kann man diese nutzen?“ sowie "Was ist Recycling und wie kann man Müll vermeiden?“.
In der Kreativwerkstatt bastelten die Kinder aus Eisstielen, Tetrapacks und anderem Restmüll Weihnachtssterne, Flugzeuge, Schiffe, Geschenkboxen und Geldbörsen, um sie Weihnachten zu verschenken. Das Team der Umwelt-Wandzeitung klebte Schlagzeilen und Fotos aus Zeitungen auf bunte Pappbögen, zeichnete Flutwellen und Feuerstürme und schrieb Texte, um die Klimaproblematik zu veranschaulichen und vor dem globalen Kollaps zu warnen. Gleichzeitig vertraten die zehn Teilnehmer der Planspiel-Klimakonferenz verschiedene Interessengruppen (Europa, Entwicklungs- und Schwellenländer, NGO´s, Autoindustrie) und diskutierten leidenschaftlich über ihre Standpunkte, bis sie am Ende einen gemeinsamen Konsens im Sinne des Klimaschutzes gefunden hatten.
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Nach den selbstbewussten und anschaulichen Präsentationen der Ergebnisse im Plenum, gab es köstliche, vom Deutschen Club Shanghai gesponserte Kuchen und Kekse, die in Nullkommanichts verputzt waren. Beim großen Abschlussquiz konnten die immer noch äußerst aktiven Kinder das am Tag erlernte Wissen überprüfen und zahlreiche Buchpreise gewinnen, bevor sie gegen 17.30 Uhr den kinderakademischen Grad eines Diplom-Umweltschützers/schützerin durch die beiden Professoren verliehen bekamen.
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Die anschließende Evaluation der Fragebögen ergab, dass die Kinder-Uni bei den Schülerinnen und Schülern "supergut“ ankam und unbedingt fortgesetzt werden sollte. Es ist daher angedacht, die DAAD-Kinder-Uni im kommenden EXPO-Jahr 2010 an verschiedene Orte im öffentlichen Raum "wandern“ zu lassen, um ein breiteres Bewusstsein zu schaffen, den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland zu bewerben und den gemeinsamen Dialog im Chinesisch-Deutschen Wissenschaftsjahr konstruktiv fortzusetzen.
Autor: Thomas Willems (Leitung des DAAD-Informationszentrum Shanghai)
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Veröffentlichungsdatum: 27.12.2009 |
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