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Deutschland/Israel |
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Den Blick erweitern |
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Zehn israelische Studierende des neuen Masterstudienganges „German & European Studies“ an der Universität Haifa besuchten eine Woche lang Deutschland.
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Plenarsaal im Museum: Israelische Studierende erkunden deutsche Geschichte
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| © Cynthia Rühmekorf |
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Wie fühlt man sich am Rednerpult des Deutschen Bundestages aus den 1950er Jahren, wie sieht ein „Rosinenbomber“ aus der Zeit der Berliner Luftbrücke von innen aus und wer waren die „Trümmerfrauen“? Auf diese Fragen fanden zehn israelische Studierende der Universität Haifa Antworten bei ihrem Besuch im Bonner Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Dort bestaunten sie auch den ersten Dienst-Mercedes von Konrad Adenauer und informierten sich über die Teilung Deutschlands, das politische Leben in der ehemaligen DDR und den Fall der Mauer.
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Reut Astrachan interessiert sich für das heutige Deutschland
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| © Doris Bünnagel |
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Heutiges Deutschland erforschen
Was sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich getan hat, steht im Fokus ihres Interesses. Die jungen Israelis sind der erste Jahrgang eines neuen Masterstudienganges am Haifa Center for German & European Studies (HCGES). „Deutschland ist in Israel noch immer vor allem in der Holocaust-Forschung präsent. Wir wollen aber den Studierenden das heutige Deutschland näher bringen“, sagt Professor Benjamin Bental. Der Wirtschaftswissenschaftler leitet das 2007 von der Universität Haifa gemeinsam mit dem DAAD ins Leben gerufene Zentrum, das dazu anregt, Deutschland aus vielen Blickwinkeln wahrzunehmen und zu erforschen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des neuen Studienganges „German & European Studies“ kommen aus unterschiedlichen Fachbereichen: Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Politik- und Literaturwissenschaften.
Reut Astrachan gehört zu den ersten, die den Master in German & European Studies anstreben. „Ich möchte mit dem Studium meinen Horizont erweitern und erfahren, welche Entwicklungen in Deutschland und Europa in den letzten Jahren stattgefunden haben und mit diesem Wissen später vielleicht in den auswärtigen Dienst eintreten“, sagt die Studentin mit einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften.
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Ihre Großmutter stammt aus Berlin: Ada Leibovitch auf Spurensuche
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| © Doris Bünnagel |
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Neuer Blick auf das Ganze
„Wir haben in Israel ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Deutschland“, meint ihr Studienkollege Azaf Elbaz, dessen Großvater aus Polen kam. „Er kauft bis heute keine deutschen Produkte und bringt leider auch kein Verständnis für meine Studienwahl auf.“ Auch Adva Leibovitchs Familie kam aus Europa nach Israel. „Meine Großmutter stammt aus Berlin, mein Großvater aus der früheren Tschechoslowakei. Wenn sie von der Zeit vor dem Krieg erzählen, bekommen sie leuchtende Augen, denn sie haben das Leben in Berlin geliebt. Mein Großvater hat seine Erinnerungen aufgeschrieben, damit wir auch nach seinem Tod noch Antworten auf unsere Fragen bekommen.“ Neben der persönlichen Motivation möchte die junge Frau mit dem Masterstudium aber vor allem auf professioneller Ebene ihre Kenntnisse über Deutschland vertiefen. „Ich sehe es als große Chance, durch dieses Studium den Blick auf das Ganze zu bekommen und mein Deutschlandbild nicht nur aus den persönlichen Erfahrungen meiner Großeltern zusammenzusetzen.“
Der Besuch im Bonner Haus der Geschichte war nur eine Station auf der Deutschlandreise der jungen Israelis. Sie machten Halt in Aachen und an der belgisch-deutschen Grenze, im NS-Dokumentationszentrum Köln und natürlich in Berlin. Noch müssen die Studierenden sich auf Englisch verständigen, denn mit dem Deutschkurs haben sie erst kürzlich begonnen. „Wir hoffen sehr, im Laufe des Studiums noch einmal die Gelegenheit zu einer Reise nach Deutschland zu bekommen“, sagt Asaf Elbaz.
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Publikation zur Studienreise 2008
Bereits 2008 hatte der DAAD im Rahmen des „Deutsch-israelischen Jahres der Wissenschaft und Technologie“ eine Studienreise junger Deutscher und Israelis in das jeweils andere Land unterstützt. Ihre Erfahrungen und persönlichen Erlebnisse liegen jetzt als Texte, Collagen und Bilder in der Publikation „Israel-Deutschland: Ein Abschlussbericht“ vor.
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„Israel-Deutschland: Ein Abschlussbericht“ kann bestellt werden bei:
h.heinen@daad.de |
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Autorin: Doris Bünnagel |
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Veröffentlichungsdatum: 08.12.2009 |
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© DAAD |
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