DAAD-Alumnitreffen in Neapel
Mut zu mehr Selbstbewusstsein
Vom 6. bis 8. November 2009 fand in Neapel das dritte große DAAD-Alumnitreffen in Italien statt. Gastgeber des Treffens, an dem ca. 100 "ex-borsisti“ teilnahmen, waren die traditionsreichen neapolitanischen Universitäten "L’Orientale“ und "Federico II“.
Unter dem Motto "Quo vadis universitas - Von Bologna (1088) bis Bologna (2020)“ wurden die langen und intensiven Wissenschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Italien sowie die Perspektiven der europäischen Hochschullandschaft diskutiert. Dabei forderte DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode die italienischen Akademiker auf, trotz einschneidender Sparmaßnahmen des italienischen Bildungsministeriums, selbstbewusster zu sein. Nur wer sich Gehör verschaffe, habe im europäischen Wettkampf Chancen, Forschungsgelder zu akquirieren und die besten Wissenschaftler für sich zu gewinnen. Bereits in einer lebhaften Auftaktdiskussion mit Anti-Mafiakämpfer und Alumnus Prof. Leoluca Orlando ging es um die nationale Identität und die Bedeutung Italiens und Deutschlands in der europäischen Union.


Alumnitreffen in Neapel 2009
Alumnitreffen in Neapel 2009
© Antonio Aragona/DAAD
Unter Leitung von DAAD-Abteilungsleiterin Dr. Anette Julius fand am zweiten Tag ein Workshop zum Thema "Migration und Integration“ statt. Sowohl Deutschland als auch Italien gehören zu den einwanderungsstärksten Ländern der EU, wobei Italien vor allem Einwanderer mit verhältnismäßig niedrigem Bildungsniveau aufnimmt und gleichzeitig mit der Abwanderung seiner wissenschaftlichen Elite zu kämpfen hat. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich der zweite Workshop mit Strategien, um den wissenschaftlichen Nachwuchs, trotz steigender Mobilität, im eigenen Land zu halten. Der dritte Workshop behandelte den Stand der Bologna-Reform, die gerade in Italien besonders schnell umgesetzt wurde, nun aber, ähnlich wie in Deutschland, nachgebessert werden muss.

Als Abschluss der zweitägigen Veranstaltung verlieh das Deutsch-Italienische Hochschulzentrum in Anwesenheit des deutschen Botschafters den jährlich verliehenen Mittner-Preis für herausragende Deutschlandstudien. Der mit 5.000,- Euro und einem einmonatigen Forschungsstipendium dotierte Preis ging an die italienische Soziologin und Luhmann-Schülerin Elena Esposito.

Veröffentlichungsdatum: 14.01.2010
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