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Lebenslanges Lernen |
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Auftrag für Universitäten |
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Studienangebote zur Weiterbildung fristen in Deutschland ein Schattendasein. Wie ist das lebenslange Lernen an Universitäten in Großbritannien, den USA, Kanada und Australien verankert? Und was können deutsche Universitäten von diesen Beispielen lernen? Diese Fragen diskutierten Experten des 5. International Dialogue on Education (ID-E) in Berlin.
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„Angebote für lebenslanges Lernen zu entwickeln ist ein Auftrag an die Universitäten in Deutschland – diese Aussage findet auf politischer Ebene eine breite Zustimmung“, sagte Annette Julius (DAAD) zur Eröffnung des International Dialogue on Education (ID-E) am 19. Oktober 2009 in Berlin. Noch sprechen die Zahlen jedoch eine andere Sprache: Der Anteil der Studierenden, die in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen ein Studium aufnehmen, ist mit 2,5 Prozent im internationalen Vergleich sehr niedrig – unter den 30 OECD-Staaten nimmt Deutschland hiermit den 27. von 30 Plätzen ein. In Australien beispielsweise beträgt der Anteil dieser Altersgruppe an den Studierenden 13 Prozent. Es gelte nun für Deutschland einen eigenen Weg zu finden, so Julius, um Weiterbildung an den Universitäten zu institutionalisieren.
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Mission "Lebenslanges Lernen": Internationale Experten stellten ihre Konzepte vor
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Wie dies bewerkstelligt werden kann, darüber berichteten Experten aus den USA, Großbritannien, Kanada und Australien unter dem Motto „Exploring Difference – Integrating Lifelong Learning into Universities’ Missions“. Es war die 5. Konferenz des ID-E, eine Veranstaltungsreihe des British Council, der Group of Eight – Australia, der Fulbright-Kommission sowie der Botschaft von Kanada und des DAAD. Über 100 Teilnehmer, vorrangig aus deutschen, aber auch aus US-amerikanischen Hochschulen, aus Wissenschaftsinstitutionen sowie Landes- und Bundesministerien waren in die kanadische Botschaft nach Berlin gekommen, um sich den Rat der Experten zu holen und sich mit ihren Kollegen auszutauschen.
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Annette Julius: "Deutschland muss seinen eigenen Weg finden"
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Wissen und Gerechtigkeit
Nach Ansicht von Ada Pellert, Gründungsdirektorin der kürzlich in Berlin eröffneten ersten Universität für Weiterbildung, sind zwei entscheidende Punkte mit der gesellschaftlichen Aufgabe verbunden, lebenslanges Lernen in Form eines Studienangebots an Universitäten zu verankern. Zum einen geht es um die Ressource Wissen, die für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Gesellschaft der entscheidende Faktor ist, zum anderen um Gerechtigkeit und die Teilhabe möglichst vieler Menschen an höherer Bildung.
Die Dekanin der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der University of Western Australia, Krishna Sen, forderte angesichts dieser neuen Aufgabe eine Neudefinition der Universität, und zwar als soziale Institution: „Keine Gesellschaft kann es sich leisten, Menschen von höherer Bildung auszuschließen, nur weil sie nicht den ‚normalen Bildungsweg’ gegangen sind.“
Kanada investiere hauptsächlich um der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit willen in den Bereich universitärer Weiterbildung, berichtete Guilia Forsythe, Präsidentin des Ontario Council for University Lifelong Learning. Dabei ist der Erfolg des universitären Weiterbildungssystems in Kanada vor allem der Zusammenarbeit der Universitäten untereinander und mit den Kommunen zu verdanken.
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Sherryl D. Weems (l.) und Krishna Sen: "Ältere nicht von höherer Bildung ausschließen"
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Vielfalt an britischen Hochschulen
„Auch Großbritannien hat in den letzten Jahren große Summen für die Erwachsenenbildung ausgegeben“, sagte Tom Schuller, Leiter eines Instituts zur Erforschung der Erwachsenenbildung. Inzwischen sind die Studierendenzahlen gestiegen. Diese Entwicklung sei möglich gewesen, weil die Universitäten in Großbritannien bereits viel Erfahrung mit dem Management eigener Ressourcen hätten. „Außerdem haben sie selbst den Anspruch, Studierende aus allen sozialen Schichten, beruflichen Hintergründen und unterschiedlichen Alters zu gewinnen“, berichtete Schuller. Sie bieten deshalb sehr flexible Studiengänge an, kurze, längere und vor allem auch Teilzeit-Studiengänge.
Sherryl D. Weems, Vizekanzlerin der University at Buffalo (USA) betonte, wie wichtig die Unterstützung durch die Universitätsleitung aber auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen für die Verankerung eines Weiterbildungsprogramms sei. Außerdem müsse man die richtige Ansprache finden, um Ältere für ein Studium zu interessieren: „Statt nach Altersgruppen zu trennen, sollte man sich eher auf bisherige berufliche Erfahrungen beziehen oder auf Wünsche und Erwartungen, die diese Zielgruppe mit einem Studium verbindet.“
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Die internationalen Experten brachten Fragen mit nach Berlin: zum Beispiel, ob es in Zukunft selbstverständlich werde, dass jemand erst im Alter von 40 Jahren und nicht unmittelbar nach dem Schulabschluss studiert. Mit Blick auf Zielgruppen, Schwerpunktthemen oder Finanzierungsmodelle für das lebenslange Lernen an Hochschulen gibt es signifikante Unterschiede zwischen den Partnerländern. Dass die Hochschulen hierzulande ihre Antworten finden müssen – dies machte die Tagung fraglos deutlich.
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Autorin: Kristina Vaillant |
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Veröffentlichungsdatum: 28.10.2009 |
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