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Exzellenzwettbewerb
''Globale Lerngemeinschaft''
Mit 25 Millionen Euro fördert der DAAD den Aufbau von fünf Hochschulexzellenzzentren in der Entwicklungszusammenarbeit und gab die Gewinner in Berlin bekannt. Die Zentren sollen dazu beitragen, die Globalisierung menschenwürdig zu gestalten.
Wasser, Energie, Gesundheit, Essen und Arbeit – um diese menschlichen Grundbedürfnisse drehen sich fünf preisgekrönte Projekte: Ausgezeichnet wurden die Technische Universität Braunschweig, die Universitäten Hohenheim, Kassel und München sowie die Fachhochschule Köln gemeinsam mir ihren Partneruniversitäten in Entwicklungsländern. Sie bauen Exzellenzzentren auf, die der DAAD in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt 25 Millionen Euro fördert. An den Zentren gehen Forscher in Nord und Süd gemeinsam die weltweit drängenden Probleme an.

Setzen sich für Entwicklung ein: die Vertreter der fünf ausgezeichneten Kompetenzzentren
Setzen sich für Entwicklung ein: die Vertreter der fünf ausgezeichneten Kompetenzzentren
© Jochen Eckel/DAAD
„Entwicklung braucht Bildung, Hochschulen und Forschung und vor allem ihre optimale Vernetzung in der globalen Welt“, sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Ihr Ministerium stellt die Fördergelder zur Verfügung. Als „Grundschulen der Globalisierung“ sollen die neuen Hochschulexzellenzzentren dazu beitragen, die Milleniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen umzusetzen und die Globalisierung menschenwürdig zu gestalten.

Gratulation für das Konzept der FH Köln
Gratulation für das Konzept der FH Köln
© Jochen Eckel/DAAD
Wasserprobleme lösen
„Der Wassermangel ist besonders gravierend. Viele Entwicklungsziele können wir nur erreichen, wenn wir die Wasserknappheit beseitigen oder wenigstens lindern“, sagt Professor Müfit Bahadir, Vizepräsident der TU Braunschweig. Mit ihren Partnern im Nahen Osten, Südostasien und Mexiko will die TU Studiengänge, Angebote und Projekte entwickeln, die auf dem Gebiet „Nachhaltiges Wassermanagement“ ausbilden. Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist für Müfit Bahadir dabei das Stichwort: „Wir wollen gemeinsam ein weltweites Netzwerk schaffen.“

Wasser ist auch ein Schwerpunkt des Zentrums zur Sicherung ökologischer Nachhaltigkeit. Dieses baut die Fachhochschule Köln mit ihren Partneruniversitäten in Mozambique, Mexiko, Vietnam und Jordanien auf. Vier Masterstudiengänge existieren bereits an den beteiligten Universitäten. Nun wollen die Partner ihr Netzwerk zum Beispiel mit Doktorandenprogrammen oder e-learning Angeboten erweitern und stärken. „Unser Zentrum wollen wir als ein renommiertes Institut in der Region etablieren, um bei der Lösung der Wasserprobleme in Jordanien zu helfen“, sagt Professorin Manar Fayyad von der Universität von Jordanien in Amman.

Ausreichende Ernähung für Arme ist das Ziel von Henning Jensen, Costa Rica (re)
Ausreichende Ernähung für Arme ist das Ziel von Henning Jensen, Costa Rica (re)
© Jochen Eckel/DAAD
Gute Ernährung für alle
Der Vizerektor der Universität von Costa Rica und DAAD-Alumnus, Professor Henning Jensen, betont, dass die ausreichende Ernährung eine vorrangige Aufgabe von Forschung und Lehre ist: „Wir müssen uns nicht nur auf die bessere Produktion von Nahrungsmitteln konzentrieren, sondern auch dafür sorgen, dass sich Arme leichter gut und ausreichend ernähren können.“ Dazu dient das Kompetenzzentrum für Ernährungssicherheit, das die Universitäten Costa Rica und Hohenheim gemeinsam mit Partnern in Lateinamerika, Afrika und Asien errichten werden.

Für eine gerechtere Verteilung von „guter Arbeit“ und nachhaltiger Wertschöpfung setzt sich die Universität Kassel mit ihren Partnern in Indien, Brasilien, Kenia, Pakistan und Mexiko ein. Ziel des Exzellenzzentrums ist es, den Wissenstransfer in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu verstärken. „Für ein Land wie Indien, in dem nur sieben Prozent der Bevölkerung langfristig gesicherte Arbeit haben, bedeutet das eine Chance, die Arbeitsbedingungen zu verbessern“, sagt Professor Sharit Bhowmik, Dekan für Soziologie am Tata Institute of Social Sciences in Mumbai.

Um Gesundheit geht es in dem Projekt der Universität München. Sie bringt mit den Partnern in Tansania, Äthiopien, Chile und Vietnam ein Exzellenzzentrum für Internationale Gesundheit auf den Weg.

Einsatz für Entwicklungszusammenarbeit lohnt sich
„Wir signalisieren mit der Exzellenzinitiative, dass sich der Einsatz für die Entwicklungszusammenarbeit lohnt“, sagt DAAD-Generalsekretär Christian Bode. „Wir wollen eine globale Lerngemeinschaft errichten. Denn die Probleme, die wir hier behandeln, sind nicht nur die Probleme der Entwicklungsländer.“

Weitere Informationen
Aus 44 Anträgen wählte eine international besetzte Expertenkommission einstimmig fünf Projekte für die Förderung aus:

1) "Excellence through Dialogue - Sustainable Water Management in Developing Countries"
Technische Universität Braunschweig
Hanoi Water Resources University, Vietnam
Universidad de Guadalajara, Mexiko
Mu´tah University Karak, Jordanien

2) "Food Security Center"
Universität Hohenheim
Sokoine University of Agriculture, Morogoro, Tansania
Universidad de Costa Rica
Kasetsart University, Bangkok, Thailand

3) "International Center for Development and Decent Work"
Universität Kassel
Tata Institute of Social Sciences, Mumbai, Indien
Universidade Estadual de Campinas, São Paulo, Brasilien
University of Witwatersrand, Johannesburg, Südafrika
Egerton University, Kenia
University of Agriculture, Faisalabad, Pakistan
Universidad Autónoma de Yucatán, Mexiko

4) "Centre for Natural Resources and Development"
Fachhochschule Köln
University of Jordan (UJ), Amman, Jordanien
Vietnam Academy for Water Resources
Universidade Eduardo Mondlane, Maputo, Mozambique
Universidad Autónoma de San Luis Potosí, Mexiko

5) "LMU Center for International Health".
Universität München
Mbeya Referral Hospital (Med Research Unit) Mbeya, Tansania
University of Danang, Vietnam
Jimma University, Äthiopien
Universidad Católica del Norte, Coquimbo, Chile
Autorin: Bettina Mittelstraß
Veröffentlichungsdatum: 15.06.2009
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