Das geht aus den aktuellen Zahlen des China Scholarship Council (CSC) für sein sogenanntes "5000-Stipendien-Programm" für einen Promotionsaufenthalt junger Chinesen im Ausland hervor. Damit bleibt Deutschland zwar hinter den USA mit einem Anteil von ca. 50 Prozent zurück, rangiert aber noch vor Großbritannien, Kanada, Australien, Japan und Frankreich.
Der CSC vergibt für den Zeitraum von 2007 bis 2011 pro Jahr 5.000 Stipendien für einen Promotionsaufenthalt im Ausland. Jeweils die Hälfte sind für eine Vollpromotion im Ausland und eine sogenannte "Sandwich"-Promotion vorgesehen. Die Stipendien werden ausschließlich an chinesische Doktoranden der 49 Spitzenhochschulen des Landes vergeben.
Gefördert werden überwiegend Promovenden aus Fachgebieten, die zur langfristigen Wissenschafts- und Forschungsstrategie Chinas sowie zur Grundlagenforschung gehören. Dazu zählen beispielsweise die Energie- und Umweltwissenschaften, Nanotechnologie, Raumfahrt, Life Sciences oder auch Geistes- und Sozialwissenschaften.
Um mehr chinesische Promovenden für einen Studien- und Forschungsaufenthalt in Deutschland zu gewinnen, hatte die DAAD-Außenstelle im vergangenen Jahr ihre Marketing-Aktivitäten speziell für diese Zielgruppe ausgebaut. An vielen der 49 Spitzenhochschulen wurden Informationsvorträge zur Promotion in Deutschland gehalten und den interessierten Studierenden eine individuelle Beratung durch den DAAD angeboten. Dieses Informationsangebot stieß bei Hochschulleitungen und Studierenden auf gleichermaßen großes Interesse: in Wuhan besuchten z.B. über 700 Studierende einen der Vorträge und es konnten bereits viele angehende Promovenden für einen Aufenthalt in Deutschland gewonnen werden.
Aber auch zukünftig wird der DAAD intensiv die chinesischen Spitzenhochschulen besuchen und Vortragsveranstaltungen anbieten sowie Administratoren und Professoren auf eigens dafür vorgesehenen Workshops informieren. Hierbei arbeitet der DAAD eng mit dem CSC und dem chinesischen Bildungsministerium zusammen, denn, dass mehr chinesische Studenten zu einem Promotionsaufenthalt nach Deutschland gehen ist in beiderseitigem Interesse: zum einen wird die Position Deutschlands als beliebtes Zielland ausgebaut und zum anderen der Anteil chinesischer Promovenden weiter erhöht.
Autor: Stefan Hase-Bergen