www.daad.de | Impressum
Logo: DAAD-magazin.de
Startseite « Wissen und Herzensstärke Magazin-Archiv

Fachzentrum in Südafrika
Wissen und Herzensstärke
Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu eröffnete das südafrikanisch-deutsche Fachzentrum an der University of the Western Cape. Juristen und Entwicklungsforscher können dort studieren oder promovieren – sie sind der afrikanische Führungsnachwuchs.
Ein neues südafrikanisch-deutsches Doppelzentrum an der University of the Western Cape (UWC) in Bellville/Kapstadt führt die Disziplinen Entwicklungsforschung und Strafjustiz zusammen. Bei der Eröffnung des vom DAAD geförderten Zentrums bedankte sich Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu für die Unterstützung aus Deutschland. „Die wissenschaftliche Zusammenarbeit wird dem weiteren Aufbau unseres Landes dienen“, sagte Desmond Tutu, der als „Chancellor“ die UWC repräsentiert.

Eröffnen das Fachzentrum: Botschafter Dieter W. Haller, Erzbischof Desmond Tutu, DAAD-Generalsäkretär Christian Bode und UWC-Präsident Brian O' Connell (v. l.)
Eröffnen das Fachzentrum: Botschafter Dieter W. Haller, Erzbischof Desmond Tutu, DAAD-Generalsäkretär Christian Bode und UWC-Präsident Brian O' Connell (v. l.)
© Jens Blank/DAAD
Meilenstein in der deutsch-südafrikanischen Kooperation
Die Universität des Westkaps wurde 1959 während der Apartheid für die Ausbildung von Schwarzafrikanern gegründet. Sie gilt heute als eine der bedeutendsten Universitäten Südafrikas: Ihre Absolventen und Hochschullehrer bekleiden verantwortungsvolle Posten in der Justiz und in der Politik. Seit Jahren unterhält die UWC internationale Kontakte in Forschung und Lehre – auch zu deutschen Universitäten. „In der wissenschaftlichen Kooperation markiert das neue Fachzentrum einen Meilenstein“, sagte DAAD-Generalsekretär Christian Bode während der Eröffnung. „Es wurde nicht am Reißbrett konstruiert, sondern ist die Frucht einer langjährigen persönlichen Zusammenarbeit der beteiligten deutschen und südafrikanischen Partner.“

Das Doppelzentrum ist eines von fünf, das der DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes im Rahmen der „Aktion Afrika“ aufbaut. Die Fachzentren in Ghana, Namibia, Tansania, Südafrika und in der Demokratischen Republik Kongo sollen künftigen afrikanischen Führungskräften eine Ausbildung auf internationalem Niveau ermöglichen. Die Zentren wollen sich untereinander vernetzen. Ein Leitmotiv der afrikanisch-deutschen Zusammenarbeit ist das Prinzip „True Partnership“, die Kooperation auf Augenhöhe.

Bewältigung der Geschichte
Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu dankt für die deutsche Unterstützung
Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu dankt für die deutsche Unterstützung
© Bettina Löwenstein/DAAD
In Südafrika engagieren sich das Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik der Universität Bochum und die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität Berlin. Sie sind Partner beim Aufbau der Abteilungen Strafjustiz und Entwicklungsforschung, an denen jeweils ein Master- und ein Ph.D.-Studiengang angeboten wird. Bei der Ausbildung der Juristen spielen internationales Strafrecht und Wirtschaftskriminalität ein große Rolle. Dazu kommt der juristische Umgang mit Verbrechen, die auf der Grundlage eines Unrechtssystems begangen wurden. „Hier können wir davon lernen, wie Deutschland die schwierigen Kapitel seiner Geschichte bewältigt hat“, sagte Desmond Tutu. Die Kompetenzen, die die Juristen am Fachzentrum erwerben, seien für eine funktionierende Strafjustiz unerlässlich, unterstrich der Friedensnobelpreisträger. „Wir möchten an den gleichen Standards gemessen werden wie alle anderen.“

Ein internationales Niveau der Ausbildung ist auch die Messlatte der Abteilung für Entwicklungsforschung. Dort setzen sich Studierende mit wirtschafts-, sozial- und verwaltungswissenschaftlichen Fragen auseinander. In den Seminaren untersuchen sie anhand von Fallstudien aus der Region die Strukturen ihrer Lebenswelt. Wachstumsdefizite und ungleiche Ressourcenverteilung sind ebenso wichtige Themen wie die Analyse von Reformen in der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung. An diesem Punkt können sie an die Arbeit der Abteilung für Strafjustiz und anknüpfen und gemeinsame Forschungsansätze entwickeln. Die Erwartungen auf südafrikanischer Seite betonte UWC-Präsident Brian O´ Connell: „Wir hoffen, dass die Graduierten dieser Universität genug Wissen und Herzensstärke haben, um die künftigen Herausforderungen meistern zu können.“

Musikalisches Rahmenprogramm: der Chor der UWC sing zur Eröffnung
Musikalisches Rahmenprogramm: der Chor der UWC sing zur Eröffnung
© Bettina Löwenstein/DAAD
Deutsche Hochschulmanager tauschen sich in Südafrika aus
Das Interesse von deutscher Seite an dem neuen Fachzentrum unterstrichen die hochrangigen Vertreter deutscher Spitzen-Universitäten, die bei der Eröffnung in Kapstadt dabei waren. Rektoren, Uni-Kanzler und Professoren besuchten während einer Informationsreise durch Südafrika auch Kollegen an der Universität von Pretoria, der Wits University, den Universitäten Cape Town, Stellenbosch und Western Cape, sowie der Technischen Universität Cape Peninsula, um sich über Hochschulpolitik, Universitätsmanagement und Forschungsprofile auszutauschen. Alle zwei Jahre wählt der DAAD ein Land aus, in dem sich deutsche Hochschulmanager vor Ort informieren.

Autorin: Claudia Wallendorf
Veröffentlichungsdatum: 08.04.2009
DAAD - Deutscher Akademischer Austausch Dienst © DAAD
Stärkung der deutsch-russischen Hochschulkooperation in EU-Programmen
Erstes großes ostasiatisches DAAD-Alumnitreffen in Seoul
Kanzlerin begrüßt Stipendiaten
Letter abonnieren
Weitere Themen
Offen für Neues
Leben in einem anderen Land bedeutet interkulturelle Erfahrung hautnah. Davon berichten Experten im DAAD-magazin.
Vorausgegangene Themen und Artikel finden Sie in unserem Magazin-Archiv.
Seite drucken
Magazin-Archiv
Impressum
www.daad.de
Deutschland online